Riesenbärenklau auf dem Trail – Vorsicht vor der grünen Gefahr

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Nachdem ich vor Kurzem schon vor fiesen Zecken auf dem Trail gewarnt habe, kommt heute eine andere Naturgefahr dran. Der Riesenbärenklau, auch Herkuleskraut oder Bärenkralle genannt, sieht auf den ersten Blick harmlos aus – kann aber richtig fies werden. Besonders dann, wenn du beim Laufen durchs hohe Gras streifst und es gar nicht merkst.

Woher kommt der Riesenbärenklau?

Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde als Zierpflanze nach Europa geholt. Mittlerweile findet man sie fast überall: an Straßenrändern, auf Brachflächen, entlang von Flussufern oder am Waldrand. Besonders dort, wo du mit kurzen Hosen und freiem Schienbein läufst.

Das Gefährliche: Ihr Pflanzensaft enthält phototoxische Substanzen, die in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Hautreaktionen führen. Die Folge: schmerzhafte Quaddeln, Blasen und mit etwas Pech auch bleibende Narben. Das Gemeine daran? Die Reaktion kommt oft erst Stunden später.

Wissenschaftlicher NameHeracleum mantegazzianum
BlütezeitJuni bis Juli
UrsprungKaukasus
Wuchshöhebis zu 4 Meter
Blütenfarbe und Formweiß, Doppeldolde
Blattfarbe und Formgrün, fiederschnittig

Wie du den Riesenbärenklau erkennst

Wenn du ausgewachsene Exemplare siehst, sind sie kaum zu übersehen. Die Pflanze ist extrem stattlich und kann richtig imposant wirken.

Typische Merkmale:

  • Wuchshöhe: bis zu 3 bis 4 Meter
  • Blüten: große, weiße Doppeldolden mit bis zu 50 cm Durchmesser
  • Stängel: hohl, leicht behaart, auffällig mit purpurfarbenen Flecken übersät, oft bis zu 10 cm dick
  • Blätter: grün, stark gefiedert, drei- bis neunteilig, mit gezacktem Rand – allein die Blattspreite kann bis zu 1 Meter lang werden, mit Stiel sogar bis 3 Meter

Die Pflanze ist zweijährig. Das heißt: Sie wächst im ersten Jahr buschig mit vielen großen Blättern und schießt im zweiten Jahr in die Höhe. Dann erst kommen Blüten und Samen.

Besonders tückisch: Einjährige Pflanzen wachsen sehr schnell und können im Mai schon über einen Meter hoch sein. Sie verstecken sich leicht im hohen Gras – perfekt getarnt für den ahnungslosen Trailrunner. Im hohen Gras warten aber oft auch Zecken… von daher ist es eh nicht schelcht das zu meiden.

Was passiert bei Hautkontakt mit Riesenbärenklau?

Die in der Pflanze enthaltenen Furanocumarine machen deine Haut nach dem Kontakt extrem empfindlich gegenüber UV-Licht. Schon 15 Minuten Sonneneinstrahlung können reichen, um die phototoxische Reaktion auszulösen.

Symptome nach Kontakt:

  • Rötung, Brennen und starker Juckreiz
  • Blasenbildung wie bei einer Verbrennung
  • Später oft Narbenbildung oder dunkle Verfärbungen
  • In schweren Fällen: Fieber, Kreislaufprobleme oder Schwellungen

Übrigens: Auch Hunde können betroffen sein – also aufpassen, wo der Vierbeiner durchs Unterholz streift.

Erste Hilfe bei Kontakt – was tun?

Wenn du glaubst, du bist in Kontakt mit Riesenbärenklau gekommen:

  1. Sofort aus der Sonne raus! UV-Strahlung verschärft die Reaktion massiv.
  2. Haut mit Wasser und Seife gründlich reinigen. Möglichst bald nach dem Kontakt.
  3. Betroffene Stelle bedecken oder eincremen (z. B. mit Zinksalbe).
  4. Nicht reiben oder kratzen!
  5. Mindestens 48 Stunden konsequent vor Sonne schützen.
  6. Bei Blasen, großflächiger Reaktion oder Beschwerden: zum Arzt!

Wenn der Saft in die Augen gelangt, sofort zum Notdienst!

Video – Riesenbärenklau im Selbstversuch

Super anschaulich, aber definitiv nicht zur Nachahmung gedacht, ist dieses Video. Hier sieht man eindrücklich den Verlauf bei Kontakt mit dem Riesenbärenklau.

In diesem Sinne, Augen auf beim Trail Lauf. Die Welt da draußen ist böse und gemein. 😉

Kommentare

6 Kommentare zu „Riesenbärenklau auf dem Trail – Vorsicht vor der grünen Gefahr“

  1. Avatar von EarnYourBacon

    Diese fiesen Pflanzen wachsen bei uns am hinteren Teil des Teltowkanals zu Hauf. Kann ich nur hoffen, dass sie sich nicht irgendwann auf mich stürzen 🙂

    1. Avatar von Sascha

      Das wäre echt gemein 😉 Lieber einen Bogen drum machen und ggf. die Stadt informieren damit sie das Zeug entsorgen lassen.

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