Fragen und Antworten zum Laufen mit Hund


Worauf solltest du achten, um beim Laufen eine schöne Zeit mit deinem Hund zu verbringen? Ich verrate dir meine Tipps, wie ich es geschafft habe, sogar Ultradistanzen mit meiner Hündin Bonni zu laufen. Du interessiert dich für Trailrunning? Dann schau mal hier vorbei.

  1. Eignet sich jede Hunderasse zum Laufen?

    Auch wenn die meisten Hunderassen grundsätzlich als Laufbegleitung geeignet sind, gibt es ein paar Punkte zu beachten.
    Es gibt Hunderassen, die mehr geeignet sind als andere. Rassen mit kurzen Schnauzen werden eher Probleme mit der Atmung bekommen als welche mit langen Schnauzen. Je schwerer der Hund, desto weniger gerne wird er dich in der Regel auf langen Runden begleiten wollen oder können. Ein kleiner Terrier wird schwer müde zu bekommen sein, während ein Mops eher ein gemütlicher Genosse sein dürfte.
    Das sollte dich aber nicht davon abhalten, dieses Erlebnis mit deinem Vierbeiner zu teilen. Schau einfach mal, wie es dir und deinem Hund gefällt. Egal, wie ihr es nennt – ob Canicross, Joggen mit Hund oder sonst wie – probiert es einfach aus.

  2. Ab welchem Alter ist Laufen mit Hund ratsam?

    Bis Hunde ausgewachsen sind, sollte man sie größtenteils schonen und keine längeren Strecken mit ihnen laufen. Die Belastung für den noch nicht vollständig ausgebildeten Knochenbau sowie die Sehnen und Bänder ist einfach zu hoch. Als grober Anhaltspunkt gilt ein Alter von etwa einem Jahr – bei größeren Rassen dauert es zum Teil deutlich länger. Am besten vorher beim Tierarzt abklären lassen.
    Fängst du zu früh an, ist die Entwicklungsphase vielleicht noch nicht abgeschlossen. Einen Mensch-Tier-Vergleich zu ziehen ist nie ganz korrekt, aber du würdest ein Kleinkind wohl auch noch nicht auf deinen langen Lauf mitnehmen.
    Eine Möglichkeit, deinen Junghund ans Laufen zu gewöhnen, ist ihn nach deinem Lauf abzuholen und mit ihm einige hundert Meter zu traben. So lernt er deinen Sport von Anfang an kennen.
    Wird dein Hund älter, lässt irgendwann langsam seine Kondition nach. Laufen mit altem Hund ist anders, kann aber dennoch schön sein.

  3. Wie lange darf ich mit meinem Hund laufen?

    Wie lange du mit deinem Hund laufen solltest, hängt von Alter, Körperbau und Gesundheitszustand ab. Auch wenn dein Hund den ganzen Tag umherrennt, ist das Laufen eine andere Belastung. Beim Spielen legt er selbstständig Pausen ein – das entfällt beim gemeinsamen Laufen.
    Wie auch wir Menschen muss sich dein Hund erst an die neue Belastung gewöhnen. Daher gilt es behutsam vorzugehen und das Ganze durch ein Aufbautraining langsam zu steigern. Fangt vielleicht einfach damit an, abwechselnd 5 Minuten zu laufen und zu gehen.
    Die Bedürfnisse deines Hundes sollten immer über deinen eigenen stehen, wenn ihr zusammen lauft. Benötigt dein Hund eine Pause, dann macht ihr eine Pause. Dein Lauf mit Hund ist nicht die Zeit für Bestzeitversuche.

  4. Ist es egal, wann ich mit meinem Hund laufen gehe?

    Wann man am besten mit seinem, Hund laufen gehen sollte, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Ganz wichtig und oftmals unbeachtet, ist die Außentemperatur. Generell kann man sagen, dass Temperaturen über 20 Grad Celsius nicht ideal sind. Das macht das Laufen mit Hund im Sommer natürlich zu einer gewissen Herausforderung. Bekommt euer Hund keine Möglichkeit sich im nächsten Bach, See oder im Schatten abzukühlen, dann droht eine Überhitzung und ein sogenannter Hitzschlag.
    Lauft ihr mit eurem Hund in der Sommerhitze durch Wälder und über Naturböden, dann spielt die Bodentemperatur keine so große Rolle. Diese Böden heizen sich in der Regel nicht so sehr auf den Asphalt und Betonböden. Ob der Boden eventuell zu heiß für die empfindlichen Pfoten eures Laufbegleiters ist, könnt ihr relativ einfach selbst testen. Legt dazu eure Hand auf den Boden und fühlt selbst die Temperatur. Wenn es euch unangenehm oder gar schmerzhaft wäre, eure Hand länger als eine Minute auf dem Boden zulassen, dann dürfte der Boden wohl auch für die Pfoten eures Hundes zu heiß sein.
    Lassen sich Asphaltpassagen unterwegs nicht vermeiden, dann prüft, ob der Boden im Schatten ausreichend kühl ist, um darauf zu laufen.
    Im Winter wird euer Hund relativ wenig Probleme mit der Temperatur haben, gerade hier in den gemäßigten Breitengraden kommen wirklich tiefe Minusgrade eher selten vor. Achtet darauf, dass ihr im Winter längere Pausen während der Läufe vermeidet, um nicht auszukühlen. Habt ihr eine Hunderasse ohne nennenswertes Unterfell (zum Beispiel Basenji, Pit Bull oder American Staffordshire Terrier, Bologneser, Boxer, Chihuahua, Dalmatiner und Dobermann), dann ist es keine Schande eurem Hund einen Hundemantel anzuziehen damit er nicht friert. Ihr lauft ja (hoffentlich) auch nicht nackt durch die Gegend.

  5. Laufen mit Hundeleine: Wie finde ich das passende Geschirr?

    Das richtige Hundegeschirr ist essenziell, damit dein Hund beschwerdefrei mit dir laufen kann. Ein Geschirr, das nicht korrekt sitzt, kann den Bewegungsablauf einschränken, zu Scheuerstellen führen und ihm letzten Endes den Spaß am Laufen verleiden. Gastautorin Susanne hat die Vor- und Nachteile von Halsband oder Geschirr zusammengefasst.
    Da die Anatomie von Hund zu Hund verschieden ist, empfiehlt es sich, im Fachhandel eine Anprobe zu machen. Das spart das Porto für die Retoure und schont die Umwelt.
    Achte außerdem darauf, ob dort, wo du läufst, nicht vielleicht eine Leinenpflicht für Hunde gilt.
    Weitere Informationen zur richtigen Ausrüstung findest du auch beim Verband für das Deutsche Hundewesen

  6. Nimm Rücksicht auf Andere!

    Wir als Hundehalter lieben unsere Vierbeiner – das ist klar. Diese Nachsicht lassen aber nicht alle walten, und deshalb empfiehlt es sich, entsprechend auf andere Rücksicht zu nehmen. Ich habe vor einiger Zeit ein paar Verhaltenstipps für Hundebesitzer formuliert, mit denen ich bisher gut gefahren bin.

  7. Woran merke ich, dass der Hund vom Laufen müde ist?

    Dein Lauftraining sollte stets auf deinen vierbeinigen Freund abgestimmt sein. Warnsignale für eine Überlastung sind:

    – Starkes, schnelles und ausdauerndes Hecheln
    – Ein Zurückbleiben des Hundes
    – Zurückgezogene Lefzen
    – Verweigerung des Hundes
    – Humpeln oder gestörtes Gangbild nach dem Laufen.

    Achte auf erste Müdigkeitssymptome und halte dann sofort an. Auf längeren Runden empfiehlt es sich immer, etwas Wasser für deinen Hund dabei zu haben

  8. Wie kann man die Pfoten des Vierbeiners schützen?

    Asphalt mag harmlos aussehen, ist aber erschreckend rau und schadet den empfindlichen Pfoten. Am besten eignen sich naturbelassene Wege für eure Läufe. Ob dein Hund mit den im Handel erhältlichen Pfotenschutzschuhen zurechtkommt, ist sehr individuell. Bonni mochte sie nie. Um empfindliche Pfoten zu pflegen, kann Harnstoff helfen – er gerbt die Haut und macht sie widerstandsfähiger.

    Vorsicht im Winter!
    Im Winter solltest du darauf achten, dass sich keine Eiskugeln zwischen den Zehen bilden. Streusalz solltest du wann immer möglich meiden, denn das Salz greift die empfindlichen Pfoten an.

    Achte im Sommer auf einen zu heißen Untergrund. Hitze und Hund sind generell keine gute Kombination.

  9. Wann sollte der Hund das letzte Mal vor dem Lauf gefressen haben?

    Zum Thema Essen gelten beim Hund die gleichen Regeln wie bei uns Menschen: mindestens zwei Stunden vorher die letzte Mahlzeit, die möglichst leicht gewesen sein sollte. Gerade große Rassen sind anfällig für die Magendrehung, wenn sie mit vollem Magen schnelle Bewegungen machen.
    Eine Magendrehung ist eine ernste Angelegenheit, die ohne schnelle tierärztliche Hilfe meist tödlich ausgeht.
    Auf langen Strecken solltest du unbedingt Wasser dabei haben – aber ein voller Wasserbauch kann ebenfalls zu einer Magendrehung führen.

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