Socken sind ein Thema, das man sich beim Laufen gerne spart. Sind ja nur Socken, die dürfen ruhig billig sein, Hauptsache die Schuhe taugen. So der Tenor und lange Zeit auch meine Meinung. Und was soll ich sagen? Jein. Auf kurzen Strecken mag das stimmen, sobald aber Distanz und Gelände anspruchsvoller werden, entscheiden die Socken mit darüber, ob du blasenfrei ins Ziel kommst.
Ich zeige euch heute meinen bisherigen Weg in Sachen Laufsocken. Mir fällt gerade auf, dass dieser Erfahrungsbericht den längsten Testzeitraum aller meiner Berichte umspannt: von 2011 bis heute.
Die Discountersocken
Als ich 2011 mit dem Laufen anfing, tat ich das in mehr oder weniger guten Laufschuhen und einfachen Discountersocken. Das funktionierte soweit ganz gut, muss ich ehrlicherweise anmerken. Bei Preisen um die 5 Euro war es auch nicht weiter schlimm, wenn ein Paar nach einigen Waschgängen die Form verlor oder kaputt ging. Auf Läufen bis 60 oder 70 Minuten störte mich das nicht.
Irgendwann lief ich dann länger und in anspruchsvollerem Gelände und verlangte der Stoffschicht zwischen Fuß und Schuh deutlich mehr ab. Die Folge: Blasen durch Reibung und Material, das einfach nicht dafür gemacht war, oft gewaschen und getragen zu werden. Kennt ihr bestimmt auch. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn eine Laufsocke muss vor allem zwei Dinge können: Reibung minimieren und Feuchtigkeit vom Fuß wegtransportieren. Beides leisten einfache Baumwollsocken kaum.
Die Zehensocken von Injinji
Ich ging also auf die Suche nach besseren Socken und landete, auch durch meine vielen Kontakte in den USA, bei Injinji. Einige meiner Orange Mud Ambassador Kollegen sind dort ebenfalls Ambassador oder schwören schlicht auf die Produkte. Injinji stellt Zehensocken her, bei denen jeder Zeh einzeln umschlossen wird. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, hat aber einen klaren funktionalen Vorteil: Die Zehen reiben nicht mehr Haut auf Haut aneinander, eine der häufigsten Blasenursachen überhaupt.
Ich lief mit den Injinji so ziemlich alles, was auf meinem Plan stand: Kurzstrecke, Langstrecke, Ultrastrecke, Straße und Trail. Das Thema Blasen hatte sich damit ungelogen komplett erledigt und ich hatte das Gefühl, meine Socke gefunden zu haben. Eine Ambassador-Anfrage meinerseits lehnte Injinji übrigens ab, da man diese Strategie außerhalb der USA nicht fahren wollte. Schade, aber das war nicht der Grund, warum ich den Socken später weitgehend den Rücken gekehrt habe. Der ist viel banaler: Durch die hohe Belastung (und nicht immer sauber geschnittene Zehennägel) bekamen sie schlicht Löcher. Die dünnen Zehenkammern sind hier konstruktionsbedingt empfindlicher als eine normale Socke.
Zehensocken mit Kompression von ToeSox
Während meiner Zehensocken-Phase stieß ich außerdem auf die Firma ToeSox. Zehensocken und Kompression kombiniert, klingt erstmal perfekt. In der Praxis hatte ich damit aber dasselbe Problem wie mit reinen Kompressionssocken: Das Anziehen ist aufwändiger und mir war es am Ende oft schlicht zu viel Stoff am Bein.
Mittlerweile bin ich ganz weg von Kompression an den Waden. Die Socken waren immer bequem, schützten die Waden vor Gestrüpp und gaben ein angenehmes Gefühl von Halt. Wer viel durch dichtes Unterholz läuft oder auf Kompression schwört, macht mit dieser Bauart sicher nichts falsch. Für mich hat sich das Thema aber erledigt, Geschmäcker ändern sich eben.
Die doppellagigen Socken von Wrightsock
Anfang oder Mitte 2016 tauchte die Firma Wrightsock mit ihren doppellagigen Socken immer öfter in meiner Timeline auf. Viele Laufblogger bekamen Testmodelle und schrieben Berichte, die ich mit Interesse las. Das Prinzip dahinter: Die Socke besteht aus zwei Lagen, die Reibung findet nicht mehr zwischen Haut und Socke statt, sondern zwischen Innen- und Außenlage. Genau da setzen Blasen nämlich an, bei der Reibung auf der Haut.
Der Kontakt kam eher zufällig zustande. Auf einen Tweet von Wrightsock zum Thema sportliche Ziele antwortete ich, dass ich im Oktober meinen ersten Marathon laufen würde. Daniela aus der Social Media Redaktion fragte daraufhin, ob ich den gerne in ihren Socken laufen wolle. Selbstverständlich bejahte ich und bekam kurz darauf Post aus der Pfalz mit meinen ersten beiden Paar Coolmesh II.
Wrightsock Coolmesh II
Anfangs ist es ungewohnt, eine Socke anzuziehen, die eigentlich aus zwei Socken besteht, aber daran gewöhnt man sich recht flott. Ich trug die Marathon-Sonderedition bei meinem ersten Marathon und hatte keinerlei Probleme. Nach den 42,195 km hatte ich weder Blasen noch sogenannte Hotspots. Hotspots sind die Vorstufe zur Blase: Stellen, an denen die Haut durch Reibung gereizt ist und die drohen, sich zur Blase zu entwickeln.

Mittlerweile besitze ich 4 Paar Coolmesh II und laufe fast ausschließlich damit. Weder Distanzen von 100 km noch das Tragen an mehreren Tagen hintereinander beeinträchtigen die Funktion der Socken. Als jemand, der vorwiegend Trail und lange Distanzen läuft, muss ich allerdings sagen: Die Coolmesh ist für den rauen Dauerbetrieb auf dem Trail etwas zu dünn. Nach kurzem Feedback an Daniela flatterten die dickeren Modelle Stride und das gepolsterte Endurance ins Haus.





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Wrightsock Stride
Das Modell Stride ist ebenfalls ungepolstert, aber etwas dicker und fester gestrickt als die Coolmesh. Angepriesen wird sie als Trekking- und leichte Wandersocke, in meinem Fall dient sie als Trailsocke. Beim Anziehen merkt man den Unterschied direkt: Man hat einfach etwas mehr Socke am Fuß, vergleichbar mit einer klassischen Tennissocke von früher, nur deutlich bequemer, hochwertiger und auch nach langer Belastung formstabiler. Das ist für mich nicht unwichtig, denn eine Socke muss bei mir auch nach vielen Stunden noch so sitzen wie am Anfang. Während eines Laufs ziehe ich nur ungern frische Socken aus dem Dropbag an, das Risiko, die Situation damit zu verschlimmbessern, gehe ich nur in Ausnahmefällen ein.



Ich bin die Stride mittlerweile viele Kilometer im Gelände gelaufen und kann bestätigen, dass sie deutlich belastbarer ist. Das Material ist robuster und klar für stärkere Beanspruchung gemacht. Für die anstehenden Ultratrails dieses Jahr wird die Stride meine Wahl Nummer eins sein.
Wrightsock Endurance
Die Endurance ist eine klassische Wandersocke: dick und gepolstert schützt sie den Fuß im Schuh, fühlt sich dabei aber nicht schwammig an. Ich mag es nicht, wenn ich beim Laufen das Gefühl zum Schuh verliere, und genau hier macht die Endurance ihren Job richtig gut.

Mit der Endurance habe ich nur ein kleines Problem: Durch die Dicke ist sie erstens recht warm und zweitens wird es im Schuh schnell eng. Ich habe einen breiten und hohen Fuß und damit ohnehin leichte Probleme mit der Passform vieler Schuhe. Die Endurance beansprucht deutlich mehr Platz im Schuh als Stride oder Coolmesh II. Das macht sie nicht zu einer schlechten Socke, nur eben nicht zu meiner favorisierten Sommersocke. Für kalte Wintertage oder Wanderungen mit etwas Luft im Schuh ist sie dagegen eine gute Wahl.
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Mein Fazit nach all den Jahren
Aktuell bin ich absolut zufrieden mit meinen Wrightsocks. Zu 100 Prozent blasenfrei bin ich zwar nicht immer geblieben, allerdings traten Blasen wenn überhaupt nur dort auf, wo das Doppellagen-Prinzip seine Wirkung nicht entfalten kann: zwischen den Zehen. Dort ist nun mal kein Stoff, der die Reibung verhindern könnte. Genau das ist wiederum die Stärke der Zehensocken.
Die Injinji trage ich im Sommer eher selten, hatte sie aber im Winter auf einigen Läufen in meinen Bedrock Sandals an. Optisch sicher kein Highlight, aber die Zehen blieben halbwegs warm.
So sieht meine Aufteilung heute aus: Die Coolmesh II für Straße und moderate Strecken, die Stride für Trail und Ultradistanzen, die Endurance für kalte Tage und Wanderungen, und die Injinji als Speziallösung, etwa in Sandalen oder wenn Blasen zwischen den Zehen ein Thema sind. Ich werde also weiterhin zweigleisig „laufen“, bisher habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Solltet ihr die Firma Wrightsock noch nicht kennen, lohnt sich ein Blick ins Sortiment auf jeden Fall.
Auf welchen Hersteller schwört ihr beim Thema Socken, oder ist es euch sogar egal, was ihr tragt? Schreibt es mir in die Kommentare!
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Transparenz
Zum Abschluss der Hinweis, dass ich sämtliche Wrightsock-Exemplare unentgeltlich von Wrightsock Deutschland gestellt bekommen habe. Ich habe sie aber gerne und oft getragen und tue das bis heute. Dies ist also im weitesten Sinne ein Sponsored Post bzw. Werbung für ein Produkt. Ich weiß, dass der Eine oder Andere jetzt den Browser schließt, weil er keinen Bock auf Werbung hat oder sich denkt: „Verkauf dich doch nicht so, Sascha!“ Allerdings ist dieser Blog dazu gedacht, euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, und das beinhaltet nun mal auch Material. Wer Zweifel hat, möge kurz durch meine Social Media Profile scrollen und schauen, welche Socken ich dort trage. Ihr werdet erstaunlich oft auf Wrightsock stoßen, auch wenn sie nicht selten unter Gamaschen versteckt sind. Ihr findet aber ebenso Bilder mit Zehensocken von Injinji, und die haben mit diesem Beitrag aktiv nichts zu tun. Wrightsock übrigens auch nicht: Ein Blogbeitrag als Gegenleistung für die Socken war nie im Gespräch, genau genommen war überhaupt keine Gegenleistung für die Testexemplare im Gespräch. Auch etwas, das mir die Marke so sympathisch macht.

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