Trailrunning – a way of life?



Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 16 Sekunden



Trailrunning. Was macht dieses Trailrunning eigentlich so besonders? Ist es überhaupt etwas Besonderes oder doch eigentlich nur ein Marketing Gag der Sportartikelindustrie? Sind wir, die Trailrunner wirklich so coole Typen, wie uns die Werbung in Hochglanzmagazinen weiß machen will?

Freunde, Freude und Freiheit - das ist mein Trailrunning! Klick um zu Tweeten

Trailrunning? Bin ich Trailrunner?

Ja, der Blog heißt Trailrunnersdog und doch stelle ich den Begriff immer wieder in Frage. Der Blog entstand kurz nach dem ersten Revierguide des Trail Magazins am Laacher See. Dem ersten Revierguide mit über 100 Teilnehmern, ich stand am Anfang meiner „Laufkarriere“ und war sofort Feuer und Flamme für diesem Sport. Feuer und Flamme von diesen Kerlen und Kerlinnen die da mit mir und Bonni um den See rannten. Viele meiner heutigen Lauffreunde waren an diesem Tag auch dort. Dieser „harte“ Kern meiner Trailrunnerfreunde besteht noch immer. Ich durfte sowohl die Marke „Thr33ky“ als auch Nadine und Olaf, die Gründer und und Köpfe dahinter kennenlernen. Ich lernte den Gripmaster und den zukünftigen Weltherrscher Orkan kennen. Auch wenn ich doch die meiste Zeit alleine laufe und diese Ich-Zeit auch genieße, ich mag dennoch die Gesellschaft dieser Trailrunner.

Wie kam Trailrunnersdog zu seinem Namen?

Damals entstand wie erwähnt der Name dieses Blog, Trailrunnersdog. Ich bin also der Trailrunner und Bonni ist der dazugehörige Dog. Im Grunde ist das hier also Bonnis Blog und so waren die ersten Geschichte hier auch aus ihrer Sicht geschrieben. Ich verbinde also eine ganze Menge mit dem Begriff Trailrunning. Freunde, Freude und Freiheit.

Jetzt ist seitdem eine recht lange Zeit vergangen. Fast fünf Jahre. Fünf Jahre in denen ich mich, persönlich und sportlich weiterentwickelt habe. Auch der Blog ist gewachsen und erwachsen geworden. Wenn man es so nennen kann.

Was geblieben ist, ist meine Liebe zum Laufen. Meine Liebe zu einem Ding namens Trailrunning. Draußen im Wald oder auf rauen Moseltrails zu sein, ist Freiheit. Wenn ich nach den langen Läufen, die in letzter Zeit nicht mehr so häufig stattfanden, nach Hause komme, dann bin ich entspannt. Entspannt, müde und doch fit und klar. Der Körper ist erschöpft (und hungrig), der Kopf wunderbar leicht.

Für #Trailrunning muss man nur halbwegs geradeaus laufen können und Bock auf #Matsch haben! Klick um zu Tweeten

Trailrunning im Wandel der Zeit?

Der Begriff Trailrunning hat sich in der Zeit gewandelt, denke ich. Ich bilde mir nicht ein, dass wir die damals um den See liefen den Begriff erfunden hätten, aber es hatte einen besonderen Spirit. Als damals das Trail Magazin damit anfing uns bunten Kerle zu versammeln und durch die Wälder zu scheuchen, bildeten sich verschworene Banden. Um jedes besuchte Revier eine eigene Bande. Diese Banden besuchten sich regelmäßig und scheuchten sich durch den Wald. Heute nennt man sie „Trail Crews„. Damals waren wir ein Haufen Typen im Wald die Sticker an jeden Pfahl klebten und so ihr Revier markierten. Alte Punks, Skater, gelangweilte Triathleten und naja ich. Ich war keines davon, irgendwie. Das tolle an den Banden war, dass jeder mitmachen konnte. Er musste nur halbwegs geradeaus laufen können und Bock auf Downhills und Matsch haben. Wer nach Abschluss der Runde schmutziger war, war der Sieger. Das war unser einziger Wettkampfgedanke.

Heute habe ich oft das Gefühl, dass es diese beinahe kindlich Freude immer schwerer hat. Jeder postet seine Zeiten und scheint wie besessen daran zu arbeiten noch die letzte Sekunde  im Downhill rauszuholen. Die Distanzen werden immer länger, die Veranstalter rühmen sich mit „dem härtstesten Rennen seit Erfindung des Bergablaufens“, jeder Idiot meint unbedingt Ultras laufen zu müssen. Da liest man Sätze wie “ im nächsten Jahr laufe ich meine ersten Ultra..“ und denkst sich – gut mach du mal. Dann liest man weiter und liest Dinge wie „150 Kilometer, Temperaturen bis zu -40°C…“ Ultra auf Teufel komm raus. Nicht falsch verstehen, soll jeder mache wie er will. Ich habe nur oft das Gefühl, dass es sich hierbei nur um eine weitere Variante des guten alten Schwanzvergleichs geht.

Ich finde es schade, dass dieser übertriebene Wettkampfgedanke, dieser Konkurrenzdruck im Trailrunning angekommen ist. Dabei ist dieses Laufen im Gelände ja eigentlich pure Freiheit. Streß und Leistungsdruck haben wir doch bei Leibe schon genug in dieser Welt, oder?

Aber es gibt diese Banden, diesen Spirit noch. Der #kreuzberg50 war mal wieder ein Beweis dafür. Dort trafen sich ein paar Leute, jeder aus einer anderen Ecke der Republik um Spaß zu haben. Die Pastaparty feierten diese Typen mit Bier und einem Grill. Obwohl wir uns in dieser Konstellation das erste Mal trafen, kannte doch jeder jeden. Wir waren eine Bande.

Das ist das, was für mich dieses Trailrunning ausmacht. Lockere Typen, die Spaß in der Natur haben wollen.

Was macht für euch diesen Sport aus?

 

Beitragsbild von:
Alex Iby





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


7 Antworten auf „Trailrunning – a way of life?“

  1. Ich weiß nicht, ob ich, ohne Sticker auf die heimischen Bäume zu kleben, überhaupt als Trailrunner durchgehe. Auf jeden Fall bin ich über den (alten) Platinman zum Laufen gekommen, mit dem Drachen „groß“ geworden und hoffe irgendwann endlich mal meinen 9. 7gMara hinzukriegen oder in Rengsdorf nochmal einen schönen Fuffie an Vadderdach.
    Eins kommt mir aber nie in den Sinn: ich war noch niemals in NY – und will da auch gar nicht hin.
    Trailrunning ist für mich einfach, durch die heimischen Wälder zu traben für die Seele, und ab+zu mit anderen woanders für Spaß. Und wenn sich das dann „Wett’kampf'“ schimpft – geb ich kampflos das Treppchen frei und bin hinten in der Liste zu finden.
    In diesem Sinne weiter viel Spaß und gesunde Gräten!

  2. Hallo Sascha,

    ich bin quasi noch länger als Trailrunner dabei 😉
    Ich habe damals das Trail-Magazin noch als eZine, quasi als Fanzine entdeckt und war sofort fasziniert. Ich bin damals schon gerne durch den heimischen Wald und durch den Matsch gerannt. Und habe dann festgestellt: da gibts ja noch mehr Bekloppte wie dich und das ganze hat sogar einen eigenen Namen! Und dann habe ich mir die ersten Trailschuhe gekauft.
    Was mich stört, ist der Hype, der daraus geworden ist. Trailrunner bist du quasi nur noch, wenn du einen Ultra gelaufen bist. Höher, schneller, weiter. Mir fehlt der Punkspirit, das DIY-Feeling der ersten Stunden.
    Ich habe keinen Bock mehr auf Megaevents. Ich bin noch nie einen Ultra gelaufen, und wenn ich das machen werde, dann nur für mich. Mich interessiert kein UTMB mehr oder ob ich um die Zugspitze rennen kann.
    Ich renne durch meinen Wald mit mir alleine und werde den 10k Silvesterlauf in meiner Stadt unterstützen oder als Helfer beim 24h-Lauf morgens um 4.00 Uhr warmen Tee ausschenken. Das ist für mich das, was Laufen ausmacht.
    Ansonsten nervt mich die Laufszene (und die Trailrunning-Szene im Besonderen) häufig nur noch.

    1. Hallo Philipp,

      in meinen Augen bist du ein Trailrunner, wenn du auf Trails läufst. Egal wie weit und steil. Du hast aber Recht, ich sehe auch, dass Trailrunning quasi fast immer auch mit Ultralaufen gleichgesetzt wird. Das ist schade, denn selbst die krassesten (wieder so ein Unwort) Ultraläufer, laufen ja nicht nur Ultras. Das meinte ich aber eben auch, jeder versucht krasser zu sein als der nächste und das bei einer Sache die man eigentlich aus purem Spaß machen sollte.
      Mich nervt das auch, aber was solle man dagegen tun? Soll man überhaupt was dagegen tun?

      1. „Dagegen“ tuen sollte man nie etwas, sondern immer nur „für“ etwas!
        Wie gesagt: deswegen supporte ich Laufveranstaltungen vor Ort (so wie Du den Kobolt) und bin Mitglied im Verein für den Seilerseelauf oder auch im Helferteam. Ändere ich dadurch etwas an den großen Veranstaltungen oder am Kommerz?
        Ganz bestimmt nicht.
        Aber ich ermögliche mit vielen anderen zusammen die kleinen Veranstaltungen, die aus Liebe zum Laufen entstanden sind, ohne Profitorientierung oder Hipster-Attitüde.
        Was übrigens, das möchte ich auch erwähnen, keinem den Spaß am ZUT, UTMB oder rennen im Flanellhemd mit Snapback vermiesen soll. Jeder so, wie er mag!

  3. Ich bin eher ein Straßenläufer, aber allein das Headerbild Deines Beitrags zeigt, warum ich auch immer mal wieder gerne eine Runde durch den Wald laufe. Für mich macht‘s also eine Mischung. 😉

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