Schweinehunderunde – Alles Kopfsache!?



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Es gibt nicht nur Heldengeschichten.

In den meisten Blogartikeln liest man ja von heroischen Läufen, harten Kämpfen mit glücklichem Ausgang, von strahlenden Siegern und den besten Tipps wie man ebenso ein Held wird. Auch hier im Blog gibt es nur äußerst selten „gewöhnliche“ Geschichten von gewöhnlichen Läufen. Es schreibt sich einfach leichter von 100 km Läufen oder langen Nächten auf dem Trail.

Nach einem guten Start (rein läuferisch) in Jahr 2017 mit satten 250 km im Januar, war ich guter Dinge wieder etwas mehr Fahrt aufnehmen zu können. Doch schon nach 2 Läufen im Februar folgten ganze 6 Tage Laufpause und nur 3 davon waren auf Grund meines Kinderwochenendes geplant. Dass daraus dann eben diese 3 Tage mehr wurden, lag daran dass ich das Wochenende mit abwechselnd fiebernden Kindern verbracht hatte und auch ein leichtes Unwohlsein verspürte. Ich wollte meinem Körper ein paar Tage Ruhe gönnen damit er das anstrengende Wochenende verarbeiten konnte. Ich wollte vermeiden einfach krank zu werden und meinen Körper zu früh dann wieder auf die Piste zu schicken.

Es folgte eine Woche mit 6 Einheiten bevor ich am Valentinstag auf einen Stein trat, den ich dank recht dünner Schuhe auch sofort spürte. Das Ergebnis war eine 11 tägige Laufpause wegen Schmerzen in der Plantarsehne und naja einem Wochenende mit Magenschmerzen.

Wer mitgezählt hat, kommt zu dem Schluss dass damit der Februar quasi gelaufen war. Nach einem guten Januar mit 250 km, folgte ein Februar mit wohl um die 150 km weniger auf dem Tacho. Einen Tag habe ich ja noch zum Glück.

Schweinehunderunde

Gestern dann also der erste Lauf nach der Verletzungspause und was soll ich sagen? Ich hatte schon ab km 3 keinen Bock mehr, wäre am liebsten stehen geblieben und habe jede Hundepause von Bonni liebend gerne angenommen. Das überlege man sich mal, ich der mitunter über 100 km läuft, mag bei km 3 schon nicht mehr weiterlaufen. Ja, auch das gibt es. Das gibt es öfter als ihr vielleicht denkt.

Das ist kein Problem dass nur „ihr“ die euch für 5 km quälen müsst habt, nein das habe auch ich. Sehr regelmäßig sogar. Ich bin mir sehr sicher dass nicht nur ich dieses Problem habe, sondern eben im Grunde jeder an irgendeinem Punkt. Oft früher als ihr glaubt.

Ich bin jetzt nicht sonderlich davon überzeugt ein läuferisches Vorbild zu sein, ich höre aber immer wieder dass ich es scheinbar schaffe andere zu inspirieren und motivieren mit dem was ich tue, nämlich stupide geradeaus laufen bis irgendwer sagt ich sei im Ziel. Somit ist dieser Artikel speziell für euch, ihr seid nicht alleine. Wir alle leiden und kämpfen regelmäßig mit unserem inneren Schweinehund und haben keinen Bock auf die schönste Nebensache der Welt.

Alles Kopfsache!?

Das Interessanteste an meinem Lauf gestern war, dass ich mich 60 Minuten lang wirklich quälen und überreden musste nicht stehen zu bleiben, ich dann aber mehr oder weniger plötzlich merkte wie das Laufen an sich total beiläufig wurde. Ab einem gewissen Moment lief es dann einfach, keine Qual, keine Überwindung. Einfach laufen. Nicht schnell, aber eben ohne Überwindung. Blöderweise war ich dann aber halt auch schon fast wieder daheim.

Das zeigt mir mal wieder, dass Laufen oder Aufgeben in vielen Fällen reine Kopfsache ist. Denkt das nächste Mal, wenn ihr nicht mehr „könnt“ oder wollte einfach daran. Ab einem gewissen Punkt, läuft es wieder.





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


6 Antworten auf „Schweinehunderunde – Alles Kopfsache!?“

  1. Schön, dass du das mal ausgesprochen hast. <3
    Mir geht es auch … ich würde sagen "manchmal" so. An manchen Tagen habe ich schon vor dem Lauf gar keinen Bock, halte mich 10 Minuten an der Kaffeetasse fest und überlege, wohin ich die Einheit verschieben kann in der Hoffnung ich wäre zu einem späteren Zeitpunkt motivierter.

    Es gibt aber auch die anderen Läufe, wo ich erst einmal eine viertel oder halbe Stunde brauche, um "rein" zu kommen. Wo ich genau wie du am Anfang überlege, nicht doch lieber an der nächsten Kreuzung abzubiegen und direkt wieder heim zu laufen. Ganz schlimm sind dann die Intervallläufe, die an sich schon ätzend genug sind, aber unter solchen Bedingungen noch zäher und quälender werden. Das kann man im Nachhinein auch immer gut an den Leistungsdaten ablesen.

    Nichts desto trotz zahlt es sich immer aus, gegen den Schweinehund anzukämpfen und sich auch ein Stück weit zu quälen. Entweder geht er dann von selbst, oder man ist hinterher umso froher, es trotzdem durchgezogen zu haben 🙂

    1. „Wir“ wissen das, aber ich denke grade viele Anfänger sind oftmals eingeschüchtert, weil es bei „uns“ immer läuft und „wir“ scheinbar nie Probleme mit der Motivation haben.

      Dem ist aber eben nicht so 🙂

  2. Klar, wem geht es nicht so? Wobei ich eigentlich nach recht kurzer Zeit auf der Strecke drin bin, mein Problem ist eher das Loslaufen; so wie heute, wo ich eigentlich 30km laufen will/soll/muss, aber einen Scheiß Dienst mit doofer Nacht hinter mir habe und eigentlich diese Woche keine Alternative bleibt. Da sitze ich dann schon mal auf der Couch, bin genervt und suche fieberhaft nach einer Lösung, die mich für heute entlastet. Und am Ende werde ich mein müdes Selbst doch wieder zum See schleifen, meine Kilometer abreißen, vermutlich am Ende sogar Spaß gehabt haben und mich lediglich darüber ärgern, so spät losgelaufen zu sein.

  3. Hallo Sascha,

    Schweinehunderunde in Bezug auf diese Laufstrecke in der Draufsicht. Man könnte dir fast Absicht unterstellen 😉

    Solche Tage kennen wir alle.. Ich auf jeden Fall. Bei mir ist es dann aber so, dass die Lust nach einigen Metern zurückkehrt und sich am Ende der Einheit so ein Tschaka- Gefühl breit macht und der Kopf laut „HA. JETZT HABE ICH ES DIR ABER GEZEIGT“ schreit. Momentan muss ich allerdings sagen, habe ich keinerlei Motivationsprobleme. Oftmals ist es so, dass ich schon nach der nächsten Einheit giere, da habe ich die Klamotten daheim noch gar nicht ausgezogen.

    Viele Grüße, Eric 🙂

    1. Ganz ehrlich Eric, auf das Schweineding hast du mich gebracht. Ich schaue mir meine Strecken nämlich sonst nicht nochmal an und bin da auch mal etwas anders gelaufen als sonst 🙂 Jetzt weiß ich aber wie ich das reproduzieren kann 🙂

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