Jahresrückblick 2016



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2016 – ein Seuchenjahr?

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und die meisten Läufer in meinem Umfeld planen schon ihr Jahr 2017.

Ich habe eine Weile überlegt ob ich das auch tun soll oder nicht. Eigentlich wollte ich das nicht tun, dann lief es wie es immer läuft und ein toller Lauf nach dem anderen erscheint auf meinem Radar. Also „plane“ ich nun doch und schaue auch noch etwas zurück denn nach dem Finish beim Kleiner KoBoLt ist mein Laufjahr quasi beendet und er werden nicht mehr viele Kilometer dazu kommen. Eventuell noch ein paar kurze Läufe in meinen neuen Sandalen von Bedrock, je nach Wetter und so.

Im ersten Halbjahr 2016 konnte ich mit knapp 1489 km noch ordentlich Kilometer laufen und mein Ende 2015 festgelegtes Jahresziel von 2500 km schien mehr als nur erreichbar zu sein. Das war natürlich hauptsächlich der Kölnpfadvorbereitung geschuldet und mir war klar, dass das zweite Halbjahr nicht ganz so weiterlaufen würde. Der Sprung von 2300 km im Jahr 2015 auf prognostizierte > 3000 km im Jahr 2016 wäre mir zu viel gewesen. Ich hatte eigentlich auch geplant im zweiten Halbjahr „nur“ noch mit dem Rad unterwegs zu sein. Dann kamen irgendwie immer mehr Läufe dazu die ich laufen wollte, es macht einfach zu viel Spaß.

Das das zweite Halbjahr 2016 dann aber so beschissen lief wie es gelaufen ist, macht mich nachdenklich. Konnte ich die ersten 6 Monate noch knapp 250 km pro Monat im Schnitt laufen, dümpelte ich nach den zweiten bei schlappen 142 km rum.

Für den einen oder anderen klingt das jetzt immer noch recht gut, ich weiß. Was mich aber an der Geschichte stört sind zwei Dinge.

  1. ich war 2016 so oft krank wie schon lange nicht mehr. Ich habe alleine 2016 ganze 11 Tage bei meinem Arbeitgeber wegen Erkrankung „entschuldigt“ gefehlt und das waren lediglich die Male wo ich mich tatsächlich zu krank gefühlt habe um zu arbeiten, pausiert hatte ich noch ein paar Tage öfter. Da fehlen dann noch mal 5 Tage Krankheit während meiner Elternzeit im Juli die nicht bei meinem Arbeitgeber gemeldet sind. Ich bin also 2016 mindestens 3 Wochen nicht arbeits- und somit auch nicht sporttauglich gewesen.
  2. ich musste einen meiner Jahreshöhepunkte (und ich hatte nur zwei) wegen Krankheit absagen. Den Kleinen KoBoLt hätte ich auch fast absagen müssen.

Wie lief das Jahr 2016 denn wirklich?

Wenn ich auf das Jahr 2016 zurückblicke, kommt es mir in der Tat wie ein Seuchenjahr vor. Schau ich dann aber mal in meine Aufzeichnungen war es dann doch nicht so schlecht wie es sich anfühlt. Klar, da ist kein Knaller dabei wie es die 172 km beim Kölnpfad gewesen wären, aber knapp 683 km in 10 Läufen passt im Grunde schon. Es war nur nicht die Steigerung die ich geplant hatte, aber wer weiß wozu das gut war.

Wirklich schwer gefallen sind mir lediglich die beiden 100er, wovon ich ja den RheinBurgenWegLauf auch nicht gefinished habe.

ultras-2016

Unterm Strich also ein Jahr mit dem viele nicht unzufrieden wären schätze ich. Manchmal muss man sich eben einfach mal die Zahlen anschauen, 10 Ultraläufe pro Jahr bedeutet nahezu jeden Monat einen zu laufen.

Hier findet ihr die jeweiligen Berichte zu den Läufen in diesem Jahr:

 

 

Die letzten 3 Jahre im Überblick

2016 war also irgendwie dann doch mein stärkstes Laufjahr, denn in den Jahren davor bin ich weit weniger „Wettkämpfe“ über 42 km gelaufen als 2016. 2015 gab es noch mal einen kleinen Knick da in dem Jahr meine jüngste Tochter auf die Welt kam. 2013 war mein erstes Ultrajahr mit einigen Ultraläufen, allerdings größtenteils nicht sonderlich weiter als ein normaler Marathon.

2013 – 2015

ultras-2015

ultras-2014

ultras-2013

Die Gesamtkilometerleistung ist auch grundsätzlich auf dem richtigen Weg, sollte ich den Rest vom Monat noch laufen gehen, dürften auch die 2397 km vom letzten Jahr fallen. Sehen wir aber dann wie ich Zeit dafür habe, naja oder Lust.

jahresvergleich-11-16

Alternativsport 2016.

Das war ganz klar Radfahren. Aus Läufersicht habe ich definitiv zu viele Radkilometer gemacht in diesem Jahr. All zu oft habe ich einen unbequemen 3-4 Stundenlauf einfach gegen eine ebenso lange Radtour getauscht. Jeder halbwegs ambitionierte Rennradfahrer wird jetzt nur müde lächeln, klar.

Blöderweise hat es mir aber Spaß gemacht mit dem Rennrad über viele Stunden unterwegs zu sein. Ich wäre auch gerne noch öfter unterwegs gewesen, aber das beißt sich etwas mit meiner Lauferei schätze ich. Mal schauen ob ich 2017 öfter mal mit dem Rad in die Firma pendeln kann.

jahresvergleich-rad-11-16

 

Wie geht es also 2017 mit mir weiter?

Das ist die große Frage. Ich bin bisher für einen Lauf, den Taunus Ultra Trail im Januar, am 21. um genau zu sein zugesagt. Im August wird der erste Hunsbuckel Trail stattfinden, der reizt mich ebenfalls, Mitte des Jahres wird der Rhein Burgenweg Lauf stattfinden und für Ende des Jahres habe ich mich für die Interessentenliste beim KoBoLt über 140 km gemeldet. Das sind alles Läufe die mich reizen, egal ob ich eigentlich gedenke mal ein Jahr ohne „Wettkämpfe“ und Jahresziele zu verbringen. Und zack…stehen quasi schon wieder vier Stück im Kalender. Achja…der FiNaMa als Lauf durch meine Heimat und Vergangenheit ist eigentlich auch Pflicht und der René von den Fatboys hat schon beim RHEX gemeldet…Ist jetzt zwar kein Ultra und passt demnach immer irgendwie dazwischen.

Ohne organisierten Lauf kann ich es aber wohl auch vergessen meinen ersten 100 Miler zu laufen. Wie mein Solo Lauf auf dem Moselsteig gezeigt hat wären 100 km , vielleicht auch 120 km solo kein Problem. Die zusätzlichen 40 km hätte ich mit mehr Tageslicht und der Möglichkeit mich auf dem Moselsteig zu versorgen geschafft. Interessant wäre ein 160 km Sololauf aber auf jeden Fall und rein von der Laufleistung dürfte es egal sein ob ich solo oder supported laufe. 160 km sind und bleiben 160 km. Wirre Dinge passieren diesbezüglich in meinem Kopf…

Grob ergeben sich dann folgende Läufe wobei ich mit beim Kölnpfad noch nicht sicher bin, die Vorbereitung auf die 171 km waren ziemlich fordernd und ob ich mir das so schnell noch mal an tun will weiß ich noch nicht.

(Wettkampf-) Planung 2017

DatumNameDistanzPrioFix?DisziplinHomepage
21.01.2017Taunus Ultra Trail71 km / 2400 HmjaLaufenTaunus Ultra Tail
25.05.2017Westerwaldlauf50 kmjaLaufen
24.-25.06.2017FiNaMa80 kmjaLaufen
20.08.2017Hunsbuckel Trail63 km / 1600 HmjaLaufenHuBuTrail
29.10.2017Kreuzberg 5050 kmjaLaufen
25.-26.11.2017KoBoLT140 kmAbeworbenLaufenKleiner KoBoLt

Wie geht es 2017 mit dem Blog weiter?

So ganz zufrieden war ich in diesem Jahr nicht mit meiner „Arbeit“ am Blog. Was mich gegen Ende in der Tat selbst etwas gestört hat war die Masse an Testberichten die ich hier veröffentlicht habe. Das Ganze war ein Versuch in diesem Jahr und ich werde davon wieder etwas weggehen, wieder mehr hin zu einem Läuferblog. Das soll nicht heißen dass es hier komplett ohne Produkterfahrungsberichte bleiben wird im nächsten Jahr. Ich möchte nur weg davon alles zu testen was mir „an die Füße“ kommt. Einige Blogs die ich das Jahr über beobachtet hat sind noch drastischer genau den entgegengesetzten Weg gegangen und das hat mich persönlich schon sehr gestört dass dort zum Teil fast ausschließlich Testberichte und eben keine Laufberichte mehr zu lesen waren. Das will ich so nicht für mich und schlussendlich auch nicht für euch. Wer in Zukunft den X-ten Testbericht zu Schuh Y haben will, der darf gerne in Printmedien oder den passenden Blogs stöbern.

Ich bin weiterhin glücklich darüber sowohl für Orange Mud als auch die Fartlek Running Company die Fahne hier in Deutschland hochhalten zu dürfen und werde auch hier weiter hin versuchen meinen Beitrag zu leisten. Gerade für Orange Mud ist das leider etwas zu kurz gekommen wie ich finde.

Kurz gesagt, wenn hier in Zukunft Marken auftauchen werden, dann solche die mir am Herzen liegen.

Neben dem sportlichen Teil im Blog werde ich auch weiterhin das eine oder andere ernste Thema hier behandeln. Die Themen Tier- und Umweltschutz sind mir in den letzten Monaten immer mehr ein Anliegen geworden, nicht umsonst ist #cleanyourtrails entstanden und auch der Hashtag #bantrophyhunting ist ins Menü gerutscht, wird sich aber ggf. noch etwas erweitern.

Noch im „alten“ Jahr hinzugekommen ist der Trailrunnersdogcast, ein Podcast den ich je nachdem wie er ankommt auch weiterführen werde. Dabei wird es kein Studiocast werden, sondern größtenteils in Action aufgenommen werden. Sprich irgendwo auf der Laufstrecke und meist etwas außer Atem. Wem das jetzt bekannt vor kommt, der irrt sich nicht. Der #schnaufcast von Flo ist hier ähnlich und schon etwas länger „am Markt“. Wer also das Original nicht kennt, sollte da mal reinhören. Kurzweilig, anders, schmutzig und meist nicht ganz jugendfrei. Dieser Cast hinterlässt nach dem Hören eine Salzkruste am Ohr.

Das wars dann auch von meiner Stelle, ich weiß nicht ob es dieses Jahr noch einen Beitrag hier geben wird. Ich wünsche euch jedenfalls schon mal ruhige Feiertage und halbwegs vernünftiges Wetter um die Völlerei wenigstens etwas mit Laufen oder Radfahren zu kompensieren zu können. Immer dran denken, man verliert nicht zwischen Weihnachten und Neujahr an Form, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten.

 

Vielen Danke an alle die mich 2016 entweder ganz real auf den Trails begleitet haben, oder aber virtuell bei meinen Läufen dabei waren.

Ganz besondern freue ich mich natürlich auf das positive Feedback derer die diesen Blog hier nutzen um sich zu motivieren und mit dem Laufen anfangen oder dran bleiben. Macht weiter so! Es lohnt sich definitiv!

 

Zum Abschluss zeige ich euch noch ein paar Bilder aus dem (fast) vergangenen Jahr.





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


5 Antworten auf „Jahresrückblick 2016“

  1. Man hadert glaub ich immer mit sich. Letztes Jahr hab ich im Winter zu viel gemacht, diesen Winter definitiv zu wenig, aber grundsätzlich bin ich mit 2016 zufrieden. Ich finde Deine Analyse schon sehr detailreich und interessant. Ich hoffe wir treffen uns nächstes Jahr mal um ein gemeinsamen Event zu absolvieren, ob auf dem Rad oder in Laufschuhen werden wir dann sehen!

    Dir alles Gute für 2017 und Danke für tolle Blogarbeit in 2016!

    Gruß Ansgar

  2. Hallo,

    ich wollte nur ein paar dankende Worte zu deinem Blog hinterlassen, was ja auch gut zu so einem Jahresabschluss passt. Ich verfolge deinen Blog noch nicht so lange, aber habe schon einige frühere Artikel nachgelesen und bin voller Begeisterung für deinen Blog und deine Art zu schreiben.
    Ich laufe seit Jahren mit viel Freude, bin aber erst einige 10-Kilometer-Läufe gestartet. Dein Blog ist definitiv eine große Motivation für mich weiter an der Lauferei zu arbeiten und mir diesbezüglich neue Ziele zu setzen.
    Mach bitte weiter so! Ich hoffe, nächstes Jahr wird gesundheitlich für dich besser, so dass du deine Pläne in die Tat umsetzen kannst.

    Liebe Grüße,
    Marita

    1. Hallo Marita,

      das freut mich zu hören! Aus diesem Grund hatte ich ja vor ein paar Jahren den Blog mal ins Leben gerufen, um Geschichten zu erzählen und Leute zu motivieren. Freut mich immer wieder wenn das noch klappt und ich anderen dabei helfen kann sich zum Laufen zu motivieren. Deine 10 km Läufe brauchst du nicht herunter zu spielen, 10 km sind ganz objektiv betrachtet ein ordentliches Stück zu laufen 🙂 Zum nächsten Supermarkt würde ich das jedenfalls nicht ohne murren gehen wollen.

      Gruß
      Sascha

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