Koppeltraining mal anders – lange Radfahrt plus kurzer Trailrun



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Was tun als Strohwitwer?

Dass ich wirklich mal einen ganzen Tag sturmfreie Bude habe kommt echt selten vor. Ich darf zwar nüchtern betrachtet recht oft auch mal lange Sport machen ohne dass meine Familie meckert, aber dass mal keiner daheim auf mich wartet ist selten.

Gestern war so ein Tag, denn es gab eine kirchliche Feier in der Familie und da bin ich raus, ich zahle seit vielen Jahren keine Eintritt mehr und habe somit jede Zutrittsberechtigung in Gotteshäusern verloren.

Was man als Ausdauersportler an so einem Tag macht ist klar. Man macht Sport. Was man als Ultraläufer so macht ist eigentlich auch klar, aber diesmal bin ich es anders angegangen. In der Regel nutzt man als Läufer die Radfahrten ja dazu um eine lange Belastung noch etwas zu verlängern. Dass man das auf dem Rad dann gelenkschonend hin bekommt ist der Trick dabei.

Dass das gut funktionieren kann habe ich zu letzt beim Revierguide in den Sevenhills getestet. Dort war ich erst gelaufen und bin danach noch eine Runde aufs Rad gestiegen.

Am Sonntag sollte die Reihenfolge etwas anders sein und so fuhr ich morgens mit dem Ziel los meinen ersten 100 er auf den Rad zu fahren. Bisher war das weniger eine Konditions- oder Kraftfrage sondern eher eine Sache der Zeit.

Meine ersten 100 km auf dem Rennrad

Ich fuhr über Moselkern runter ans Wasser und wollte dort in Richtung Trier fahren. Einfache Strecke sollten so um die 110 km sein, zurück wollte ich mit dem Zug oder eben schauen wie weit ich auf dem Rad komme. Heraus gekommen sind dann knapp 130 km die gegen Ende schon echt kart wurden. Weniger wegen der fehlenden Kondition sondern weil sich ein seltsam angenehmen Brennen in den Oberschenkeln breit machte. Der harte Anstieg kurz vor daheim war natürlich auch so eine Sache für sich, auf den Hinweg konnte ich da noch mit über 70 Sachen runter düsen. Hoch war ich dann deutlich langsamer versteht sich, aber absteigen und schieben war niemals eine Option.

Ganz bis nach Trier bin ich nicht gekommen, ich zog es vor lieber wieder mit eigener Kraft nach Hause zu kommen und so drehte ich in Zell an der Mosel bei km 63, die 100 sollten also definitiv fallen an diesem Tag.

Bis Cochem war ich auf bekannten Terrain, denn bis dahin bin ich schon das eine oder andere Mal mit dem Rad gekommen, danach wurde es „spannend“ für mich. Soweit man das sagen kann wenn man im Grunde immer flach am Wasser entlang fährt. Man kommt allerdings immer mal wieder an den moseltypischen Weinorten vorbei bzw. durchfährt sie. Die Aussicht links und rechts ist dann auch nicht ganz so übel wenn man auf Weinberge steht. Wie immer beim Radeln habe ich die (Foto)Pausen gering gehalten, die ständige Anfahrerei nervt einfach und zum erholen muss man auf dem Drahtesel ja nicht zwingend anhalten.

Einmal musste ich es dann aber doch, die alte Ruine fand ich toll.

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Da wir recht gutes Wetter hatten an dem Tag waren die Uferpromenaden durch die auch der Radweg führt teilweise echt voll und das kostete natürlich Tempo.

Natürlich standen sie nicht nur auf der Fußgängerseite sondern breit gestreut auf dem Radweg, aber wenigstens sind sie aus dem Weg gegangen bevor ich ganz anhalten musste.

Bei km 104 gab es in Cochem eine kurze Pause an der Tanke.

Kleines Päuschen…. #roadbike #rennrad #canyon #radamring2016

Ein von Sascha Rupp (@3ky_trailrunnersdog) gepostetes Foto am

Halbwegs gestärkt fuhr ich wieder los, wobei die Pause eher psychologischen Charakter hatte. Dank ausreichend Gels unterwegs hat es nicht wirklich an Kraft gefehlt obwohl die Beine schon etwas müde waren dank der ungewohnten Belastung auch wenn ich so gut wie nur relativ flach unterwegs war an der Mosel.

Immer mit einem Blick auf die Uhr konnte ich es mir nicht verkneifen beim km 110 ein Foto zu machen.

Ab jetzt betrete ich Neuland, soweit bin ich bisher nicht mal gelaufen ^^

Ein von Sascha Rupp (@3ky_trailrunnersdog) gepostetes Foto am

So weit war ich bisher noch nie an einem Stück und aus eigener Muskelkraft gekommen. Wenn man solche Momente erlebt ist das immer besonders toll finde ich.

Die eigenen Grenzen verschieben sich, kontinuierlich. Ausdauersport ist toll! Klick um zu Tweeten

Zum Schluss wartete dann auch wieder der Anstieg von Moselkern auf die Höhe auf mich. Fies, lang und steil. So wie sich das gehört. Zum Glück hat mich außer ein paar Wanderern keiner fluchen gehört.

Kleiner Trailrun an der Burg Pyrmont

Als ich also nach knapp 5 Stunden wieder daheim angekommen bin wechselte ich flott die Klamotten, trank einen Schluck und fuhr zur Burg Pyrmont um dort noch mindestens 60 Minuten zu laufen. Ich ahnte schon dass die Beine sehr schwer sein würden, war dann aber dennoch erstaunt wie schwer sie waren. Bergauf ging überhaupt nichts mehr, maximal vier oder fünf schnelle Schritte um die Wanderer zu distanzieren. Eine sehr interessante Erfahrung und ein Trainingsreiz der mir gefallen hat. Ich glaube ich übertreibe nicht wenn ich behaupte dass es sich ähnlich angefühlt hat wie das Laufen mit bereits 50 oder 60 km in den Beinen. In jedem Fall dürfte das ein guter Reiz gewesen sein an dem Tag.

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Spaß hat es jedenfalls gemacht und die Feline SL von Dynafit haben mal Grip wie Sau 🙂 Da freue ich mich schon auf viele weitere Kilometer auf den Trails.





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


2 Antworten auf „Koppeltraining mal anders – lange Radfahrt plus kurzer Trailrun“

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