#flatisboring



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#flatisboring

Heute hatte ich sturmfrei, meine Frau war mitsamt Kindern den Tag über nicht zuhause. Ich wollte die Zeit nutzen um meine Radtour etwas weiter auszudehnen und hatte mir schon eine Strecke um die 100 km ausgesucht die ich abfahren wollte.

Der erste Schlenker führte mich zur Burg Eltz, eine alte Bekannte. Ich bin dort öfter unterwegs, allerdings bisher immer zu Fuß und war erstaunt dass der kürzeste Weg dort hin grade mal knapp 6 km lang ist. Wenn ich sonst an der Burg Pyrmont starte bin ich mindestens 7 oder 8 km unterwegs und bin dann auch schon 10 Minuten im Auto gesessen.

Mit dem Renner war ich dort in nicht mal 15 Minuten und hatte mich nicht mal beeilt. Bei meiner ersten Testfahrt mit der Ixon IQ war ich schon bis zum Parkplatz oberhalb der Burg gefahren, hatte dann aber wieder kehrt gemacht da ich nicht mehr genau wusste wie dort die Straßenverhältnisse waren. Auf einen Platten, nachts und mitten in der Pampa hatte ich da keine Lust gehabt.

Heute ging es also bei Tageslicht hin und der Parkplatz war wie erwartet voll mit Touristen. Klar, das Wetter war perfekt. Knapp 20° und Sonne, scheinbar nicht nur mein Lieblingswetter.

Ich rollte also langsam zu der Absperrung in Richtung Burg, dort wartet der Transferbus der die Touris für einen 5er hoch und runter bringt. So kann man wohl recht viel Geld verdienen denn der Bus ist immer voll.

Ich fuhr langsam bergab, runter zur Burg. umschlängelte Touristengruppen die sich teilweise freuten einen Radfahrer zu sehen.

Im unteren Bereich sind Regenablassrinnen in der Fahrbahn eingelassen die ich vorsichtig überfuhr um nicht gleich beim ersten Abstieg einen platten Reifen zu riskieren, die steilen Stücke fuhr ich noch ausgeklickt. Sicher ist sicher.

Unten angekommen drehte ich um und begann den Aufstieg, nicht ohne die staunenden und mitledigen Blicke der dicken Touristen. Was soll ich sagen? 80 Hm auf knapp 800 Meter Weg und eine Steigung bis zu 25% haben es echt in sich.

Der erste Aufstieg war in 4:34 geschafft, 84% HFMax…auf dem Rad. Geht man davon aus dass der Puls auf dem Rad gute 10 Schläge unter dem beim Laufen liegt dann schraubte ich mich hier bei knapp 90% HFMax den Berg nach oben. Die Oberschenkel brannten, das kann ich euch sagen.

Weil die Touris aus dem Transferbus aber schon oben ausstiegen drehte ich nach einer kurzen Verschnaufpause um und fuhr erneut runter.

Das ganze wiederholte ich insgesamt 5 Mal und machte so an die 400 Höhenmeter auf 4 km. Sau geil! Ich war den Anstieg bisher immer nur einmal am Stück hoch gelaufen und hatte dann keinen Bock mehr, heute auf dem Rad konnte ich fast nicht genug davon bekommen. Ich fuhr schließlich nur deshalb weiter, weil ich auch noch etwas Strecke machen wollte. Von der 100 km Tour hatte ich mich hier schon verabschiedet, die hätte noch mal 1600 HM gehabt, das war klang zu heftig.

plot (2)

Die 5 Zacken an der Burg sind gut zu sehen denke ich.

Mein Weg führte mich Richtung Lasserg und nach einer Fahrt in eine Sackgasse ging es bei Moselkern runter an die Mosel. Steil runter an die Mosel.

1:28 dauerte es bis ich unten ankam, im Schnitt mit 48 km/h sauste ich noch recht vorsichtig den Berg runter. 140 HM auf einen Kilometer inklusive ein paar Schlaglöchern die echt gefährlich werden könnten wenn an da nicht aufpasst. Hier kam mir ein anderer Rennradfahrer entgegen der an dem Tag knapp 150 km fahren sollte. Woher ich das weiß? Strava flyby macht es möglich, tolles Feature!

Mittlerweile hatte ich den Plan gefasst heute nicht die 100 km sonder mindestens 1000 Hm zu fahren. Also ging es das Stück wieder nach oben, so bescheuert muss man mal sein, aber bergab brachte mir ja nix.

Bei der zweiten Abfahrt fuhr ich hinter einen Auto her und ärgerte mich dass ich immer bremsen musste. Das ahnte der Fahrer scheinbar und blinkte rechts und winkte mich vorbei. Top… da hab ich hin quasi auf dem Rad zur Seite gedrängelt, zum Glück ohne Nummernschild. Ganze 8 Sekunden schneller war ich diesmal unten, wer weiß was drin gewesen wäre wenn der Schnarcher nicht vor mir gewesen wäre 🙂

Danach ging es 15 km flach an der Mosel entlang, Beine etwas ausschütteln. in Niederfall bog ich auf die Stoppomat Strecke ein, kurz Kärtchen ausgefüllt und weiter. Hier stand mein Zähler auf 775 Höhenmeter und ich wollte hier noch ein paar mitnehmen. Was ich nicht mehr auf dem Schirm hatte war dass es hier ganze 330 Meter nach oben ging, ok verteilt auf über 8 km. Also absolut fahrbar wie die Bestenliste zeigt, der Schnellste ist laut Strava da in 18 Minuten hoch gerauscht, ich brauchte fast doppelt solange. Ich habe also noch ordentlich Luft nach oben.

Wer hoch fährt muss auch wieder runter, also gab es eine weitere rasante Abfahrt runter nach Alken. Hier bekam ich fast 60 Sachen drauf, für mich irre schnell. Wenn ich bedenke dass Profis bis zu 107 Sachen bei der TDF bergab fahren wird mir ganz anders.

Vor dem letzten Anstieg in Kattenes  von 2,8 km und 179 Hm hielt ich an einer Tanke um meine Flaschen zu füllen und ein Eis zu essen. Das linderte mein Hungergefühl dass ich die letzen 30 Kilometer mit mir spazieren fuhr etwas. Den Kilometerstand hatte ich die ganze Zeit ausgeblendet und verstand warum mir die Beine so schwer vorkamen als ich durch die Datenblätter der Fenix scrollte. Da standen 79 km und über 1500 HM auf der Uhr als ich vor meiner Haustür ankam was mich ein klein wenig ärgerte, hätte ich dann doch gerne die 80 km voll gemacht.

Egal, die vergangenen 4 1/2 Stunden haben sich voll gelohnt und ich konnte endlich mal ohne Zeitdruck auf dem Rad sitzen. Sonst setze ich mir ja doch immer ein Zeitlimit (das ich meist aber knapp verpasse) wenn ich weiß dass die Familie daheim wartet.

Fotos gibt es nur von den flachen Passagen, bergauf war ich meist damit beschäftigt nicht vom Rad zu fallen. Da war fotografieren quasi unmöglich 🙂





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


8 Antworten auf „#flatisboring“

    1. Du würdest dich wundern was man als Läufer so alles kann. Ich profitiere enorm von meiner Kondition und Kraft, fahre ja auch erst seit Ende Juli wirklich Rad. Ausdauersport ist Ausdauersport.

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