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ISPO 2017 München – Meine Favoriten und No-Go’s



Geschätzte Lesezeit: 7 Minuten, 38 Sekunden



Die ISPO ist laut eigener Aussage die weltweit größte Sportmesse für das Sportbusiness und findet jedes Jahr unter anderem in München statt. Als Blogger hatte ich auf in diesem Jahr die Möglichkeit die Presseakkreditierung zu bekommen, das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Schon 2016 war ich dort zu Besuch und fand es echt interessant die verschiedenen Marken und Produkte zu sehen und anfassen zu können.

Für 2017 hatte ich mir gleich am Montag mehr oder weniger den ganzen Tag mit Terminen verplant, da ich aber dann doch etwas länger mit dem Auto unterwegs war und auch Robert (@rob_st) dort getroffene habe, hab ich spontan um geplant und auf alle Termine verzichtet. So habe ich dann ach das Laufschuhsymposium verpasst, was aber eigentlich nicht so wirklich tragisch war.

Das Laufbloggertreffen fiel deutlich kleiner aus als erwartet, irgendwie fanden wir „nur“ Isabell (@laufspatz) auf der ISPO, ein großer Teil hatte wegen Krankheit absagen müsse. Schade.

Besonders gefreut habe ich mich endlich mal einen meiner Kollegen bei der Fartlek Running Company getroffen zu haben, Alexander von bergeerleben.org kam am Dienstag noch mal vorbei. Cooler Typ! Ich freue mich schon darauf mal mit ihm laufen zu gehen, sollten wir spätestens dann machen wenn unser „Chef“ Adama in Europa ist.

Neben vielen großen Marken aus den verschiedensten Bereichen der Sportartikelindustrie, fand ich auch wie im letzten Jahr eher die kleinen Firmen und Marken interessant. Ein paar stelle ich euch heute mal vor.

 

Earebel – Headgear und Kopfhörer im Set.

Schon 2016 ist mir die kleine Marke aufgefallen. Sie produzieren eine Kombination aus Kopfbedeckung, sprich Mützen bzw. Stirnbändern mit integrierten Kopfhörern. So simple wie genial. Dabei handelt es sich bei den Kopfhörer um On-Ear Lautsprecher, die in der Mütze eingearbeitet sind und zum Waschen herausgenommen werden können. Letztes Jahr gab es die Dinger noch in der Kabelversion, dank einem Deal bei der TV Show „Die Höhle des Löwen“ konnte sie in diesem Jahr sowohl den Einstiegspreis senken als auch eigenen Bluetoothkopfhörer aus Basis der AKG Lautsprecher produzieren. Der Klang der Kopfhörer ist, grade wenn man den Preis bedenkt echt gut. Wenn ich Musik wirklich genießen will, dann mache ich das daheim und mit Kopfhörern die in einer deutlich höheren Preisklasse liegen. Didi Hirsch (Wasn cooler Name, der irgendwie perfekt zu dem Typen passt) nahm sich viel Zeit und erklärte uns die Philosophie der Marke und dass sie froh sind jetzt schon das Einsteigermodell für unter 50€ anbieten zu können, Kopfhörer und Mütze versteht sich!

Das ganze System ist äußerst modular, sprich man kann sowohl die jeweilige Mütze als auch die Kopfhörer separat kaufen und hat somit für jeden Verwendungszweck die passende Kopfbedeckung.,

 

Es gibt drei Linien bei Earebel die alle in Deutschland, bzw. Europa hergestellt werden. Lobenswert!

 

Lifestyle bietet die Mützen und Beanies für den Alltag,

Sport, wie der Name schon erahnen lässt ist für uns Sportler gedacht und kommt noch mit Stirnbändern daher.

Handmade ist die Premiumausführung, hier sind die Mützen „made in Bavaria“ und wurden bis vor kurzem noch von Manuels Mutter Pia selbst gestrickt. Mittlerweile ist sie auf Grund der hohen Nachfrage für das Qualitätsmanagement zuständig und strickt nicht mehr alles selbst.

 

Neu in 2017 ist das Strickset mit Kopfhörern, der Strickanleitung und Wolle für zwei Beanies, zum Preis von ebenfalls unter 50€. Und weil es dann auch Leute gibt die sich gerne nur einen Beanie mit eigener Wolle nachstricken wollen, gibt es die Anleitung ebenfalls separat. Wenn da mal nicht für jeden Bedarf was dabei ist, dann weiß ich auch nicht.

Ihr findet Earebel unter www.earebel.com im Netz.

Wrightsock – Doppellagig gegen Blasen!

Bis Ende 2016 bin ich hauptsächlich in Injinji Zehensocken gelaufen wenn ich länger unterwegs war, Blasen hatte ich seit dem so gut wie keine mehr. Mal die eine oder andere wenn ein bestimmter Schuh gerieben hat, ich Dreck im Schuh hatte oder nach wirklichen langen Belastungen von über 12 Stunden und entsprechenden Kilometern auf nassem Untergrund. Nicht der Rede wert im Grunde.

Im März 2016 kam ich via Twitter mit der Firma Wrightsock bzw. Daniela aus der Social Media Redaktion in Kontakt, zu dem Zeitpunkt hatte ich mich glaube ich grade zusammen mit der Frau Laufstrumpf zu meinem ersten Marathon am Brocken angemeldet und das Kund getan. Es war ja eher ein Spaß von meiner Seite,wer den Blog verfolgt weiß das. Auf jeden Fall schrieb mich Daniela an und fragte mich ob ich meinen ersten Marathon nicht in Produkten der Firma Wrigthsock laufen wollte, da ich die Marke nicht kannte aber nur Gutes gehört hatte bejahte ich die Frage. So bekam ich kurz vor dem Brockemarathon meine ersten zwei Paar Wrightsock Socken zur Verfügung gestellt. Wie zu erwarten funktionierten die Socken wunderbar und alles war bestens. Seit dem laufe ich die zwei Paar regelmäßig ohne Probleme, sogar oft zwei oder drei Tage am Stück was ebenfalls gut funktioniert da sie ihre Form behalten. An Weihnachten bekam ich dann ein tolles Geschenk aus Landau, ein paar Coolmesh II Quarter mit eingesticktem Tannenbaum.

Das Prinzip der Wrightsock Socken ist schnell erklärt, durch die zwei Lagen findet die Reibung zwischen diesen und nicht zwischen Haut und Socke statt. Die innere Lage aus Coolmeshgewebe liegt eng am Fuß und wirft so in der passenden Größe auch keine Falten. Einfach aber ganz offensichtlich effektiv, denn auch mit diesen Socken bekomme ich keine Blasen an den Füßen. Ich bin zwar grundsätzlich nicht ganz so empfindlich an den Füßen, aber in günstigen Discountersocken kommt es schon mal vor dass ich sogenannte HotSpots an den Füßen entwickle die dann auch ab und an zu echten Blasen werden. Selbst diese Hotspots bleiben mit den doppellagigen Socken aus.

Mittlerweile habe ich dann auch das vierte Paar Wrightsock Socken im Schrank, denn auf der ISPO bekam ich dann das Objekt meiner Begierde gleich mit. die „100 K“ Sonderedition des Coolmesh II.

Die „42,195“ und die geringelten Modelle haben mittlerweile schon jeweils um die 30 Stunden und viele Kilometer auf dem Buckel, da ich sie außer beim Brockenmarathon, auch beim Kleiner-Kobolt und zuletzt beim Taunus Ultra Trail getragen habe. Die beiden Letzten sind recht anspruchsvoll und das bekommen dann eben auch die Socken als direkte Verbindung von Läufer zu Schuh zu spüren.

Die Firma Wrightsock findet ihr unter www.wrightsock.de im Netz, oder unter @WRIGHTSOCKnews bei Twitter.

Ich durfte das Team auf der ISPO dann auch persönlich kennen lernen, wenn auch nur kurz. Mein Eindruck dass es sich beim Team um Günter, dem deutschen Geschäftsführer um ein freundliches und kundennahes Unternehmen handelt wurde allerdings zu 100% bestätigt. Sehr sympathisch, auch wenn sie von der falschen Rheinseite kommen, gell Daniela?

Wrigthsock- Doppellagig gegen Blasen

 

Möberg Outdoor

Als wir am Dienstag durch die Hallen schlenderten, sahen wir dann diesen Aufsteller auf dem stand „this shirt is made out of coffee!“. „Öhm warum?“ war so meine erste Frage und mein Interesse war geweckt. Die Firma Fashionpower aus den Niederlanden vertreibt unter der Marke Möberg Outdoor u.a. Bekleidung aus Kaffee-, Vulkangesteins und Bambusfasern. Interessantes Konzept hier auf natürliche Stoffe zu setzen und hoffentlich etwas was Zukunft haben wird, leider setzen sie aber auch weiterhin auf Merinowolle und Chitosanfasern, sprich zerkleinerten Insektenpanzern. Grade Merinowolle hat für mich einen unethischen Beigeschmack, da die Gewinnung alles andere als tierfreundlich abzulaufen scheint. Das ist aber ein generelles Merinoproblem und keines von Möberg speziell.

Viele der Produkte sind allerdings dennoch sehr interessant, so setzen sie in einer der Outdoorjacken zum Beispiel Bambus als Isolierung ein. Über die Preise konnte ich nichts in Erfahrung bringen.

Zu kaufen gibt es die Produkte in Deutschland aktuell noch nicht, da noch nach Distributoren gesucht wird.

Im Netz findet ihr sie unter mobergoutdoor.com bzw. www.fashionpower.nl

 

Vibram / Salming Running / Merrell

Wenn unter einem Schuh eine Vibram Sohle klebt, dann kann man sich schon recht sicher sein dass man ausreichend Grip und eine lange Lebensdauer bekommt. Ich habe mittlerweile 3 oder 4 Paar Laufschuhe mit einer Sohle dieser Firma und bei allen ist der Abrieb der Sohle oder der Grip (also er fehlende) kein Thema.

Salming hat auf ISPO den neuen Trail 5 vorgeführt, er kommt wohl im Herbst / Winter 2017 auf den Markt. 298g in Gr. 44, 5 mm Drop und die Vibram MegaGrip Sohle. Wow sag ich da nur. Ich konnte mich selbst vor Ort vom Grip überzeugen als Antonio von Vibram mit dem Schuh auf eine nasse Steinplatte mit 40% Neigung stieg und einfach stehen blieb. Bei voller Auflage der Sohle rutschte er keinen Millimeter, trotz seiner (wie er sagte) 90 kg Körpergewicht, erst als er mehr oder weniger auf der Fußspitze stand, begann er zu rutschen. Dann wurde die Auflagefläche zu klein, bei normaler Belastung im Vorfußbereich hatte er noch guten Grip. Als der Schuh anfing zu rutschen, da war das allerdings kein ruckartige Rutschen, sondern der Schuh setze sich langsam in Bewegung. Das verspricht viel Sicherheit im Gelände und ich bin gespannt darauf den Schuh das erste Mal zu laufen. Der Trail 5 steht nämlich definitiv auf meiner „will haben“ Liste.

Am Stand von Merrell war Vibram dann auch wieder anwesend, dort mit der ArcticGrip Sohle die für Wanderschuhe konzipiert wurde. Ich durfte die Merrell Capra Glacial Ice+ (glaube ich) auf einem Eisblock testen. Man kann auf dem Bild sehr gut die blau / schwarzen Profilblöcke erkennen, die eine Oberfläche haben die Schmirgelpapier ähnelt und dafür sorgen dass ich es fast nicht schaffte mit dem Schuh auf dem Eisblock zu rutschen. Sowohl bei voller Sohlenauflage, als auch in der Gehbewegung klebte der Schuh förmlich auf dem Eis. Erst als die Auflagefläche zu klein wurde, rutschte der Schuh beim Schritt durch.

Vibram, ich bin begeistert!

Photo von vibram.com

 

Die No-Gos der ISPO!

Leider, leider ist Pelz wohl wieder stark im kommen. Egal ob echt oder künstlich hat Pelz meiner Meinung nach nichts an Bekleidung oder am Menschen zu suchen. Auch durch Kunstpelz, der in vielen Fällen zwar als solcher deklariert wird aber dann doch Echtpelz ist, werden Begehrlichkeiten und der Anblick von Pelz in der Gesellschaft weiter gefestigt. Wirklich unterscheiden kann man dann nicht ob für den Bommel an der Mütze jetzt ein Tier sterben musste oder ob es sich um Kunstfaser handelt. So kann auch der Echtpelzträger munter weiter durch die Gegend laufe ohne aufzufallen, die Industrie wird weiter damit Geld verdienen und es werden weiterhin viele tausend Tiere für die Pelzproduktion sterben müssen. So etwas muss (oder darf) im 21. Jahrhundert eigentlich nicht mehr sein, finde ich.

Selbes Spiel gilt hier für die Merinowolle, die unter fragwürdigen Umständen gewonnen wird. Wer Lust und einen soliden Magen hat, kann sich gerne darüber schlau machen wie es auf solchen Merinofarmen in Australien so zu geht. Ich werde hier keine Schockbilder zeigen, dazu seid ihr alle alt genug.

Wir sind technologisch mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir als Menschheit in der Lage sind im Grunde jede Eigenschaft die ein „Naturprodukt“ aufweist synthetisch nachbilden können. Das sollten wir dann aber halt auch tun.

 





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8 Antworten to “ISPO 2017 München – Meine Favoriten und No-Go’s

  • Danke für den Bericht!
    Wollte eigentlich auch dieses Jahr auf die ISPO, hab’s dann aber leider doch nicht geschafft. Nächstes Jahr dann! 😉

  • Danke für den interessanten Überblick. Die Schuhe mit der Vibram-Sohle klingen echt richtig gut.

    Das Pelz in letzter Zeit wieder voll in Mode ist, stört mich auch wahnsinnig. So ein Leid in Kauf zu nehmen für lächerliche Handtaschenbommel oder einen Jackenkragen ist wirklich schlimm. Wie du schon erwähnst, kann man auf solche Materialien ja auch locker verzichten. Warum trotzdem noch so viele auf Merinowolle setzen, verstehe ich echt nicht.
    Danke, dass du auch für solche Themen ein Auge hast und dich entsprechend zu Wort meldest.

    Findest du die Messe generell ein Muss für Sportler?

    • Sascha

      Hallo Marita,

      bei Pelz ist das Leid ja recht offensichtlich, da müssen die Tiere für sterben und das dürfte jeder realisieren. Bei der Merinowollproduktion ist das Leid der Tiere auf den ersten Blick ja nicht so offensichtlich, das sieht man erst wenn man sich mal Bilder der Schaffarmen angeschaut hat, das tun halt die wenigsten. Ich hoffe dass der Markt das über längere Sicht regeln wird.

      Ein Muss ist die Messe nicht, würde ich sagen. Wer allerdings immer gerne neue Produkte sehen und anfassen will, Spaß daran hat viele Sache zu entdecken und den ganzen Tag durch eine Halle zu laufen, der sollte da schon mal hin. Da sieht man dann auch immer ganz gut welche Firma ordentlich Geld fürs Marketing in die Hand nimmt und Stände aufbaut die dann schon mal 4-6 mal so groß sind wie die der anderen.
      Für Blogger ist das definitiv eine gute Möglichkeit sich mal mit Firmen kurz zuschließen mit denen man vielleicht im Vorfeld schon mal zusammengearbeitet hat. Interessant ist die Messe auf jeden Fall, man kann Vieles entdecken.

      Gruß
      Sascha

      Die Themen Tierschutz und Umweltschutz sind mir recht wichtig und soweit ich das überblicken kann, gibt es wenige Sportblogger die das zum Thema haben. Naja und selbst wenn, man kann es nicht oft genug lesen / schreiben.

  • Hey!
    Danke für den interessanten und unterhaltsamen Bericht. Nett find ich vor allem die Selbst-Strick-Beanies mit Kopfhörer. 😀 Wir waren letztes Jahr auch als Blogger auf der ISPO akkreditiert. Damals gabs am Sonntag auch ein Bloggertreffen und ne Lounge inclusive Kaffeegutscheinen.. 😉 Schade, dass es dieses Jahr offenbar nicht so angekommen ist. Bei uns hat es aus zeitlichen Gründen einfach nicht so hingehauen.
    Beste Grüße,
    Lotta

    • Sascha

      Moin,

      Sonntag konnte ich leider noch nicht, im Pressezentrum gabs aber auch immer Kaffee 🙂 Sehr angenehm dort als Blogger unterwegs zu sein, finde ich.

      Earebel bietet da echt für jeden Bedarf etwas, gefällt mir auch sehr, sehr gut.

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