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Was tun bei Gewitter im Wald? 5 Tipps zur Risikominimierung



Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 52 Sekunden



Wie verhalte ich mich bei Gewitter richtig und sicher?

Wer wie ich oft und gerne im Wald läuft, der kommt auch schon mal in den „Genuss“ eines Gewitters währenddessen. Lange habe ich mich gefragt wie ich mich den nun korrekt verhalten soll wenn ich mitten im Wald zwischen hohen Bäumen stehe. Es gibt zum Teil widersprüchliche Aussagen und Bauernregeln.

Grade jetzt im Sommer kann es auch in den Mittelgebirgen innerhalb kürzester Zeit zu echt heftigen Unwettern mit Blitzschlag kommen. Sommerzeit ist eben auch Gewitterzeit. So willkommen die Abkühlung auch grundsätzlich sein mag, wenn wir mitten auf dem Trail stehen und es nicht mehr sicher hach Hause schaffen können wir das dann eigentlich selten wirklich brauchen.

 

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5 Verhaltensregeln bei Gewitter im Wald!

 

1. Stelle dich nie unter einen Baum!

Ganz wichtig, denn Blitze schlagen immer in den höchsten Punkt in der Umgebung ein. Dabei ist es egal ob das ein Baum, eine Brücke, ein Mast oder Turm ist. Auch du bist unter Umständen schnell der höchste Punkt im Gelände! Weisheiten wie „Buchen sollst du suchen, vor Eichen weichen“ sollte man nicht vertrauen und besser keinen der beiden Bäume aufsuchen, denn dem Blitz ist es egal wo er einschlägt, umso mehr wenn eben die Buche der höchste Punkt ist. Das dann von unten beurteilen zu wollen ist lebensgefährlich.

 

2. Suche Schutz in einer Hütte!

Auf vielen Wanderwegen in den Mittelgebirgen findet man regelmäßig Schutz- oder Grillhütten, in den Alpen sowieso. Laufe oder wandere aufmerksam auf dem Trail und versuche dir zu merken wo die nächste Hütte steht dass du im Notfall abschätzen kannst ob du zurück laufen kannst um sicher zu sein. Sollte keine Hütte / Höhle vorhanden sein gilt der nächste Punkt.

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Pause in einer Schutzhütte während eines Gewitters beim RBWL im Juni

 

3. Suche Schutz in Senken und Gruben!

Prio 1 bei Gewittern mit Blitzschlag hat es dass du versuchst möglichst nahe an den Boden zu kommen. Hocke dich dazu mit eng stehenden Füßen ab und halte die Arme möglichst dich an den Körper, so reduzierst du die „Angriffsfläche“. Nach Möglichkeit hockst du dich auf eine Gummiunterlage, bzw. Gummisohlen der Schuhe tun es auch. Gummi isoliert. Achte darauf dass die Gruben nicht zu klein sind, sprich meide Wassergräben oder Traktorspuren. Blitze verteile sich nach dem Einschlag nahe der Bodenoberfläche, der sie an Höhleneingängen und engen Mulden gegebenenfalls nicht folgen können. Dann springt ein Sekundärblitz über, der dich treffen kann.

Von Scotto Bear from North Beach, MD, USA - 051231_sun, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3376999

Von Scotto Bear from North Beach, MD, USA – 051231_sun, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3376999

 

4. Vermeide Aufenthalte im Freien!

Nunja… wer auf seinem langen Lauf überrascht wird kann daran ja erstmal nichts mehr ändern. Solltest du in der Natur sein, vermeide es auf Höhenzügen und Gipfel unterwegs zu sein und suche den nächsten Unterstand auf. Idealerweise sind dass Hütten oder sogar Fahrzeuge wie Autos etc. Ein Motorrad zählt nicht 😉 Stichwort „Faradayscher Käfig

 

5. Beobachte das Wetter!

Auch das ist im Wald nicht immer einfach, denn oft sieht man durch das dichte Laubdach den Himmel einfach nicht. Nutze jede Möglichkeit unterwegs den Himmel zu beobachten und achte auf Gewitterwolken und Donnergrollen. Nutze für dem Lauf den Wetterdienst und erkundige dich wie hoch das Gewitterrisiko für deine Gegend ist. Im Zweifelsfall fällt halt mal ein Lauf aus.

Schätze die Entfernung des Gewitters ab in dem du die Sekunden zwischen dem Blitz und Donner zählst. Die Schallgeschwindigkeit (Donner) beträgt in etwas 340 m/s. Sprich durch wiederholtes Zählen der Differenz kannst du berechnen ob sich das Gewitter auf dich zu bewegt oder entfernt. Mit jeder Sekunde die sich der Abstand zwischen Blitz und Donner verändert, änderst dich auch die Entfernung des Gewitters zu dir. Bei Differenzen unter 3 Sekunden (ca. 1 km) ist mit einem Einschlag in deiner unmittelbaren Nähe zu rechnen und du solltest schleunigst Schutz suchen oder es schon getan haben.

 

Weitere Gefahren bei Gewitter und Starkregen

 

Bei Unwetter geht die Gefahr nicht nur von Blitzeinschlägen aus sondern auch von herabfallenden Ästen oder umstürzenden Bäumen. Suche dir Waldbestände mit möglichst jungen und gesunden Bäumen da dort das Risiko geringer ist dass die entwurzelt werden können oder Große Äste abbrechen. Hier kann meine eine grobe Unterscheidung zwischen Laub- und Nadelbäumen treffen. In der Regel haben Laubbäume mehr dürre und starre Äste als Nadelbäume, die Wahrscheinlichkeit dass einer davon herunterfällt ist höher als bei Nadelbäumen. Dafür fallen Nadelbäume leichter durch Windschlag. Wie dem auch sei, der Wald ist und bleibt nicht ungefährlich bei Unwettern.

Eine weitere Gefahr stellen große Wassermassen dar die Erdrutsche doer Überschwemmungen hervorrufen können. Das Wasser kann besonders in Höhlen schnell zur Gefahr werden und euch den Weg zum Ausgang versperren oder an Hängen dazu führen dass sich Matsch- und Gerölllawinen bilden. Was Gerölllawinen so anrichten können, hat man ja Ende Mai / Anfang Juni leider mal wieder gesehen.

 

Ich hoffe ihr behaltet diesen Artikel im Kopf und könnt euch an die Tipps erinnern wenn ihr das nächste Mal im Wald steht und es anfängt zu grollen.

Das Teilen dieses Beitrags (und der anderen ebenso) ist übrigens ausdrücklich erlaubt 😉

 

Quellen:

Blitz und Donner – was tun bei Gewitter im Wald?

Beitragsbild von Ziemor in der Wikipedia auf Polnisch, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4261387





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