Ultranormal – Alles eine Frage der Perspektive



Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten, 38 Sekunden



Ich gebe zu, seitdem ich Ausdauersport betreibe verschieben sich die Grenzen dessen was ich für unglaublich halte unaufhaltsam. Daher habe ich eine etwas andere Sichtweise auf sportliche Leistungen als der Otto-Normal-Bürger und halte vieles für normal oder zumindest für wenig außergewöhnlich. 100 km Laufen? 250 km durch die Wüste? 100 Stunden auf dem Rad? 30.000 Höhenmeter? Alles kein Problem, naja oder zumindest menschenmöglich.

Davor warnt Daniel in seinem Artikel „The Winner takes it all“ ein wenig dass „wir“ gerne vergessen dass das was wir machen eben nicht normal ist. Ich bin da gespaltener Ansicht.

Klar, wer 17 Minuten plankt oder 404 Kniebeuge macht, leistet etwas was ein Großteil der Bevölkerung nicht kann. Aber die Frage ist doch ob das an uns oder am Rest der Bevölkerung liegt dass wir nicht normal sind? Eric stellt an anderen Stelle übrigens mal klar warum das eigentlich falsch formuliert ist. Nicht wir sind nicht normal, sondern unsere sportlichen Betätigungen sind es nicht.

Abseits der Norm und Spaß dabei!

Sieht man sich mal in seinem unmittelbaren Umfeld um wird einem wahrscheinlich auffallen dass die wenigsten Kollegen oder Bekannte in der Lage sind 10 Liegestütz zu machen oder 30 Minuten laufen zu gehen. Bei vielen reicht schon ein kaputter Fahrstuhl um ihnen den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben.

Aber mal ehrlich, sind das die Menschen mit denen wir uns vergleichen wollen? Ist das die Norm der wir entsprechen wollen / sollen? Das klingt arrogant? Mag sein, aber ich mache nun mal keinen Hehl daraus das ich fitte Menschen für die grundsätzlich besseren im Sinne von diszipliniertere Menschen halte. Wirklich kranke Menschen nehme ich hiervon explizit aus, wobei man unterscheiden sollte ob jemand aus Bewegungsmangel krank wird oder an Bewegungsmangel leidet weil er krank ist.

Ein Grund warum ich mit dem Laufen angefangen habe ist, weil ich gerade nicht so sein wollte wie die meisten Menschen die „keine Zeit“ für Sport haben und sich „wohl fühlen“ mit ihren 10 oder 20 kg Übergewicht. Die nicht mit ihren kleinen Kindern um die Wette laufen können weil der Kardiologe davon abgeraten hat. Die nicht in der Lage sind ihre Kinder durch den Wald zu tragen wenn sie nicht mehr können.

Ich finde es toll, dass ich mich in Mitten von außergewöhnlichen / unnormalen Menschen befinde, auch wenn es meist nur virtuell ist. Ich finde es toll dass wir uns gegenseitig herausfordern Dinge zu tun die wir alleine wohl eher nicht tun würden.

Nimm die Herausforderung an!

Die Herausforderung, der Spieltrieb oder Kampfgeist war der Grund warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin so viele Kniebeuge am Stück zu machen und jeden Tag mit bangen Blick in die aktuelle #squatnseat Tabelle schaue. Aber hey, selbst wenn jetzt einer der Bekloppten in dieser Liste auf die Idee kommt morgen 500 am Stück zu machen dann ist das toll. Dann bin ich geschlagen, ich freue mich darüber und gehe zum Angriff über. Bei der Planke zum Beispiel habe ich von Anfang an erst gar kein Land gesehen und das war auch ok.

Be your better self!

Ich sage ganz deutlich, sucht euch eine Herausforderung und bestreitet sie! Challenges sind gut für euch denn sie bringen euch im Idealfall heraus aus der Komfortzone. Dabei kommt es nicht darauf an wie ihr dabei abschneidet, selbst wenn ihr immer nur Letzter werdet habt ihr euch angestrengt und geht deutlich stärker aus der Sache raus als ihr sie begonnen habt. Steht zu eurem Scheitern denn nur so werdet ihr beim nächsten Mal besser.

Scheitern kann ich auch ganz gut, wichtig ist nur das ihr dran bleibt und nicht aufgebt.

 

Ach und ignoriert die Menschen in eurem Umfeld die behaupten ihr wärt nicht normal, im stillen Kämmerlein wird ein Großteil dieser Menschen euch für eure Willenskraft beneiden. Sie werden es nur niemals zugeben. Seid ihnen ein Vorbild und motiviert sie. Nehmt es als Kompliment.

Sascha Editor
Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.
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6 Kommentare auf "Ultranormal – Alles eine Frage der Perspektive"

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schnellebeine
Gast

„Dabei kommt es nicht darauf an wie ihr abschneidet……“ Ein Zitat oder ein Abschnitt der in Bezug auf Challenges und dem sportlichen im Allgemeinen besonders wichtig ist. Wichtig ist das man dran bleibt, man kann an der Sache nur wachsen. In unseren Gefilden wird immer einer lauern der besser ist. Denn es kommt nicht primär darauf an der Beste zu sein, sondern das Beste aus dem herauszuholen was man leisten kann… Man kann nur gewinnen.

laufendentdecken
Gast

Du sprichst mir da teilweise echt aus der Seele. So oft hör ich dieses „ist schon ein bisschen viel was du da machst“ oder „puh, so weit laufen – ob das noch normal is“, aber den ganzen Sonntag im Bett liegen und blödsinn in sich reinstopfn soll normal sein? Da bin ich lieber verrückt, geh ne Runde laufen und fühl mich prima.

Bonni
Webmaster

Ja das kenne ich 🙂 Aber jede Distanz verliert ihren Schrecken wenn man sich ihr erstmal angenähert hat 🙂

Daniel
Gast
Mir gefällt wie das Thema kreise zieht, von Erics Blog zu meinem und nun zu Deinem … und so viele Ansichten und Meinungen zu etwas entstehen, dass uns alle früher oder später betrifft. Ich kann Deine Sicht der Dinge genau so gut nachvollziehen … andererseits nehme ich mich aus meinem Appell an die „Welt“ nicht aus. Ich bin beim besten willen kein sportlicher Kostverächter und wir alle wissen, wie leicht ich mich zu Blödsinn verleiten lasse, allerdings versuche ich mir dabei so oft wie möglich vor Augen zu halten, dass es extrem ist was ich manchmal tue. Extrem nicht im… Read more »
Bonni
Webmaster
Ich glaube hier habe ich einen klaren Vorteil dir gegenüber oder naja vielleicht ist es auch eher ein Nachteil. Ich kenne viele Ultraläufer, sehr viele. Wenn ich meine Facebookfreunde mal in die unterteile die ich im echten Leben kenne und wer davon schon mal 50 oder mehr Kilometer gelaufen ist und wer nicht dann sind es nicht viele die beim Marathon aufgehört haben. Für mich ist die Ultraläuferszene also kein Mysterium sondern ich bin ein Teil davon und zwar ein ziemlicher Rookie 🙂 Das was ich so laufe mag für Außenstehende extrem sein, aber der eine oder andere Endfünfziger in… Read more »
trackback

[…] Daniel (wieder der von Endurange.com) und ich haben sich außerdem noch über den Sinn von Challenges ausgelassen, was im Nachhinein ganz gut zu […]