Die Sache mit den Ärzten und uns Läufern.



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Wann ist ein Schmerz ein Schmerz?

Seit gut 2 oder 3 Wochen spüre ich nach den Laufeinheiten ein leichtes Kribbeln vor allem in der linken Achillessehne. Den sogenannten Anlaufschmerz kenne ich dagegen schon eine Weile. Da dieser Schmerz erstens eher eine Steifigkeit ist und zweitens nach ein paar Schritten wieder weg ist habe ich sie relativ lange ignoriert bzw. mich damit arrangiert. Ich behaupte mal typisch Läufer, solche Sachen liest man ja immer wieder.

Solange keine großen Läufe anstehen auf die ich mich mit vielen Grundlagenkilometern vorbereiten muss ist der Zustand grundsätzlich kein Problem. Sieht man mal davon ab dass es irgendwas nicht stimmt. Jetzt steht aber der Kölnpfad im nächsten Jahr an, 171 km ist die Strecke da ja lang. Nichts was ich mal eben so laufen kann sondern eine Distanz auf die ich mich definitiv gut vorbereiten muss. Ich behaupte mal für mich dass 80 km auch mit einer mehr oder weniger schlechten Vorbereitung möglich sind, ist die Distanz doch recht überschaubar, bei mehr als der doppelten Distanz sieht das komplett anders aus. Nun plane ich aber ab Anfang 2016 in die Vorbereitung für den Kölnpfad einzusteigen und da sollte ich fit und alle Wehwechen ausgeheilt sein. Die Vorbereitung wird auch so belastend genug.

Immer die selbe Leier…

Ich war dann also beim Doc, nach der Begrüßung und der kurzen Frage warum ich gekommen wäre quollen sofort die Worte „Einlagen“ und „Orthopäde“ aus seinem Mund. Reflexartig. Er gehe von einer Überlastung aus (aha…wusste ich bereits, deshalb war ich da) deren Ursache man noch finden müsse (…genau). Der Hinweis auf richtiges Schuhwerk kam dann auch noch, als ich ihm erzählte wie mein „Fuhrpark“ denn so aussähe und welchen Durchsatz ich so im Jahr an Schuhen hätte, hat er kurz geschluckt.
So bin ich also mit einer Überweisung zum Orthopäden aus der Praxis gegangen, grundsätzlich ja kein Problem denn ich will ja wissen woher meine Schmerzen (Anlaufschmerz) kommen. Was mich aber massiv gestört hat gestern ist zum Einen die Reflexartigkeit mit der die beiden Buzzwords schon im 2 Satz gefallen sind und zum Anderen das Hinweise zur Therapie vollkommen ausgeblieben sind, ist ja immerhin eine Reizung / Entzündung die er da vermutete und dagegen sollte selbst ein Allgemeinmediziner (der nebenbei noch Sportmediziner ist) ein Mittelchen wissen. Da kam aber nix, kein „kühlen / massieren / pausieren Sie“ kein „Salbe XY hilft gegen Entzündung bla“.

Jetzt stehe ich also da und muss noch 3 Wochen überbrücken bis ich den Termin beim Orthopäden habe, bis dahin bin ich von der therapeutischen Seite aus auf mich alleine gestellt. Als unbedarfter Patient ohne medizinisch-pflegerische Ausbildung befände ich mich also jetzt in einem Blindflug mit der Gefahr dass ich mich bis dahin aus falschen Ehrgeiz oder Unwissen gänzlich kaputt mache.

Da ich aber genau das nicht bin werde ich also weiterhin fleißig kühlen bis der Schmerz weg ist und die Waden- und Oberschenkelmuskulatur dehnen und stärken. Die Lauferei habe ich ja bereits eingestellt und bin aufs Rad umgestiegen. Jetzt will ich hoffen dass ich das so halbwegs in den Griff bekomme bis ich den Termin beim Orthopäden habe, ich glaube nämlich ehrlich gesagt nicht dass eine eventuelle Beinlängedifferenz, Hüftfehlstellung oder Pronation die Ursache für meine Beschwerden ist. Warum? Ganz einfach, ich bin seit 2011 fast 9000 Kilometer gelaufen und habe erst seit 2015 gelegentliche Probleme mit dem Bewegungsapparat. Es kann also eigentlich nicht von etwas kommen dass ich schon immer habe. Eine Beinlängendifferenz bildet man ja nicht mal eben so mit Anfang / Mitte 30 aus.

Nun ja, ich werde das ja hoffentlich demnächst erfahren. Bis dahin werde ich mal schauen dass ich den einen oder anderen Termin beim Physio bekomme denn in Sachen harter und verspannter Muskulatur bin ich glaube ich recht weit vorne dabei.





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


23 Antworten auf „Die Sache mit den Ärzten und uns Läufern.“

  1. Hurra. Das kommt mir alles soooo bekannt vor. Nur gut, dass meine Schwägerin eine ziemlich gute Physiotherapeutin ist, die mit ihren Diagnosen bisher stets richtig lag und mir auch immer helfen konnte. Diese 2-Minuten Behandlungen für Kassenpatienten beim Orthopäden sind meist eh für den Allerwertesten.

    1. Das ist allerdings echt praktisch, ich ärgere meine Frau immer damit dass sie doch besser Physiotherapeutin anstatt Krankenschwester geworden wäre dann hätte ich wenigstens auch was von 🙂

  2. Jaja, wer kennt das nicht? 🙂 Aus dem Grund gehe ich ja so ungern zum Arzt, weil ich mich danach irgendwie noch „kränker“ fühle. Totaler Quatsch eigentlich, aber naja .. ist auch ein Kopfding.

    Aktuell ist es bei mir die Schienbeinkante. Aber auch nur so ganz leicht. Oder vielleicht ist es auch etwas in der Wade? Wer weiß das schon. Wenn ich aber zum Arzt gehe und sage „mir tut hier was weh“, dann bekomm ich ja zu 87% die Ansage „sofort mit allem aufhören“. Das mag ja auch ab und an die richtige Wahl sein .. aber bei meiner letzten Überlastung war es im Prinzip nicht wirklich das, was mir geholfen hat …

    Alles in allem: immer sehr schwierig.

  3. Für das Problem hätte und habe ich nur eine Lösung: suche Dir einen anderen Arzt! Ich war selbst lange auf der Suche nach dem Doc, der zu mir gepasst hat, aber es hat sich gelohnt. Sicherlich darf man keine Wunderheilungen erwarten, aber ein offenes Ohr und vielleicht auch nur ein paar Tipps wirken meist wunder.

    1. Du sagst es, ein offenes Ohr ist schon viel Wert. Mein Hausarzt ist interessanterweise ebenfalls Läufer und Sportmediziner und somit zumindest auf dem Papier die richtige Wahl, aktuell gehe ich da auch nur hin wen ich weiß was ich will. In der Regel geht es dann nur um Krankschreibungen und das auch nur alle Jubeljahre, über kurz oder lang werde ich mich aber wohl echt noch weiter umschauen müssen.

  4. Du tust ja schon das Richtige in dieser Situation: Laufleistung deutlich reduzieren, dehnen, kühlen, kräftigen, vielleicht noch die BlackRoll als regelmäßige Ergänzung, um die Faszien zu lockern. Bei Deinen Laufleistungen in den vergangenen Jahren, fast aus dem Nichts heraus, ist es nicht überraschend, dass irgendwann Beschwerden auftauchen.
    Eine detaillierte Bewegungsanalyse mit anschließender gezielter Stärkung der Schwachstellen, wird vermutlich das sein, was hilft.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

    Viele Grüße
    Rainer

    1. Jetzt da der akute Schmerz bzw. das Kribbeln weg ist werde ich wieder ein oder zweimal die Woche laufen gehen, zusätzlich zum anderen Programm wie dem Radfahren und Kräftigung / Dehnen etc. irgendwie muss ich ja die Zeit bis zum Orthopädentermin überbrücken. Zum Glück kommt ja jetzt der Winter, da fällt es nicht so schwer mal die eine oder andere Laufeinheit gegen Sport auf der Matte zu ersetzen.

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