Burg Eltz – Hill repeats die Zweite!



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Bike to the Hill!

Schon während der letzten Kilometer im Siebengebirge reifte der Gedanke in mir nach dem Lauf noch mal aufs Rad zu steigen um so mal dieses „koppeln“ auszuprobieren. Da die Familie nicht daheim war, lud ich Bonni daheim ab und zog meine Radklamotten an.

Schnell zwei Gels in die Trinkflasche gedrückt und überlegt was denn in etwa die fehlenden 12 – 18 km im Siebengebirge simulieren könnte. Die Wahl fiel schnell auf Höhenmeter / Bergintervalle an der Burg Eltz bolzen. Den ersten Versuch hatte ich Anfang September schon mal gewagt, #flatisboring schrieb ich damals nach meiner ersten Rennradrunde mit über 1000 Hm. Der Boden war soweit trocken und meine Familie frühestens in 90 Minuten wieder daheim, also radelte ich locker zur Burg.

Daheim und vor allem auf dem Rad war es deutlich kühler als am Morgen auf der Laufrunde. Da sollte sich aber am Berg ändern.

Nach knapp 10 Minuten war ich an der Burg und stand hinter dem Parkplatz am Haltepunkt für den Shuttlebus nach unten. Die vielen Autos auf dem Parkplatz wiesen auf regen Betrieb hin, nicht ungewöhlich bei dem Wetter. Die Sonne schien und es regnete nicht, so ohne Fahrtwind war es sogar fast warm. Bestes Wanderwetter eben.

Bergab musste ich dann wieder über die vielen Wasserablaufrinnen fahren, ganz vorsichtig um keinen Platten zu riskieren. Keine Ahnung ob man da auch schneller drüber fahren kann, aber als Rennradneuling bin ich da lieber etwas vorsichtig. Ich glaube es gäbe nichts nervigeres als unter den Blicken der Touris den Reifen flicken zu müssen.

Hill repeats mit müden Beinen

Anders als beim letzten Mal war der Boden soweit trocken, so dass ich heil bis runter an die Burg kam und nicht schon nach der ersten Kurve fürchten musste ganz böse auf die Schnauze zu fallen. Der Asphalt ist dort teilweise recht glitschig und das Gefälle sorgt dafür dass man auch mit Radschuhen alles andere als sicher läuft.

Es war interessant zu spüren wie es ist mit bereits müden Beinen die gut 80 HM auf 600 Meter Strecke zu fahren. Der erste Anstieg ging noch ganz, auf der Zweite und Dritte waren zwar schwer aber nicht so dass ich das Gefühl hatte es nicht zu schaffen. Oben angekommen wurde ich von einer Mutter mit Kind gefragt ob ich auf irgendwas spezielles trainieren würde weil aus Spaß könne ich mich da ja wohl kaum hoch quälen. Ich musste sie leider enttäuschen, aktuell würde ich mich auf nichts besonderes vorbereiten. Spaß hätte ich dennoch, beim Runterfahren und wenn ich endlich oben wäre. Training ist halt nicht immer Spaß oder besser nicht jeder Meter ist im Training wirklich spaßig. Verstehen aber die wenigsten Nichtsportler. Ok, ein wenig bekloppt muss man aber auch schon sein denke ich wenn man sich mehrfach einen Anstieg hochquält den die meisten schon beim ersten Mal scheuen würden. Die beiden waren nicht die Einzigen denen ich Rede und Antwort stehen musste und die Blicke wenn ich unten ankam und postwendend wieder bergauf fuhr schwankten zwischen ungläubig und mitleidsvoll.

Beine beleidigt, der Rest hat Spaß!

Ich quälte mich also Mal um Mal bergauf, fuhr zum Teil Slalom um die Touristen die sich ebenfalls (zu Fuß) den Berg hoch schleppten. Nach den ersten beiden Anstiegen hatte ich meine Ideallinie gefunden, das war die Seite auf der die Sonne noch schien und der Asphalt somit wirklich trocken war. Nachdem ich beim ersten Anstieg mehrfach ins Leere trat weil der Hinterreifen einfach keinen Grip fand obwohl ich noch im Sattel saß lernte ich recht schnell wo ich fahren kann und wo nicht.

Bei Anstieg vier oder drei?, zu dem Zeitpunkt war ich mir nicht ganz sicher wie oft ich schon hochgefahren war fing es dann an wirklich hart zu werden. Das Zählen hatte ich vergessen und auch der Blick auf die gefahrenen Höhenmeter brachte mir nicht die Erleuchtung. Zuviel Laktat, zu wenig Sauerstoff. Wer sich das Profil etwas genauer ansieht wird feststellen dass der steilste Teil relativ zu Beginn liegt, auf diesem Teilabschnitt kann man noch gut aus dem Sattel gehen ohne Traktion zu verlieren. Im Sitzen ging da bei mir garnichts mehr, nicht genug Kraft in den Beinen und ich war kurz davor mich einfach zu Seite fallen zu lassen. Die Oberschenkel machten dicht und ich hatte größte Mühe dort hoch zu kommen. Das alles unter den Augen der Touris, zum Glück denn der Ehrgeiz nicht vor Publikum aufzugeben half mir auch die restlichen Anstiege zu packen. Geflucht habe ich trotzdem wie ein Rohrspatz.

Der letzte Teil des Anstieges liegt dann wieder etwas verdeckt unter dem Blätterdach, dort gibt es keine Sonne. Der Boden war leicht schmierig und aus dem Sattel kann man hier nicht mehr, selbst im Sitzen hatte ich Mühe Grip auf die Straße zu bekommen, gleichmäßig treten war angesagt. Ruckartig beschleunigen führte dazu dass ich rutschte und an Tempo verlor, ob ich im Falle eines Falles aus den Pedalen gekommen wäre weiß ich nicht. So 100%ig klappt das bei mir nämlich nicht immer.

Niemand hat die Absicht ein Skyrace auf dem Rennrad zu fahren!

Am Ende waren es dann 6 Anstiege von jeweils um die 80 hm auf 600 Meter Strecke. Kurz und knackig, falls man mal nicht soviel Zeit hat auf dem Rad, sich aber trotzdem ordentlich abschießen will.

Eignet sich auch bestens für ein kleines Skyrace, das Strava-Segment gibt es ja bereits. Aktuell liege ich da auf Rang 6 von 36. Eine knappe Minute sollte noch drin sein, ich schiele aber eher auf die Ausdauerwertung.

Wie oft man da wohl hochfahren kann bevor man einfach umfällt?





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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