Canyon Road Rides – Bikes auf Herz und Nieren testen.



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Was tun wenn man spontan umplanen muss?

Eigentlich wollte ich heute in Brühl, auf den Trampelpfaden von Esther, Dirk und Matt unterwegs sein. Es war eigentlich auch schon alles klar, nur kam es wie es oft kommt mit Kindern. Zwei von Drei laufen daheim mit Rotznase umher und Papa konnte / wollte dann nicht so ewig aus dem Haus sein. Heute war geplant die Trampelpfadlauferei, die mit einem Besuch beim Italiener enden sollte mit einem Familienausflug zu verbinden. Frau und Kinder sollten mich abliefern und später beim Italiener treffen. Eigentlich. Mit kranken Kindern geht das aber eben nicht.

Da ich nicht gänzlich faul sein wollte am Wochenende, sagte ich spontan bei Canyon zur gemeinsamen Ausfahrt zu, dort fand heute der Open House Day inklusive Roadbike ride statt. Das tolle an dieser Veranstaltung, die übrigens regelmäßig stattfindet ist dass man dort Canyon Bikes testen kann. Dazu stellt Canyon einen Pool unterschiedlicher Räder in diversen Größen bereit. Da ich „etwas“ spät dran war mit der Anmeldung war kein Testrad mehr für mich übrig. Ist aber irgendwie auch besser so gewesen, denn ich kenne mich. So eine Fahrt auf einem deutlich höherwertigeren Rad als mein Endurace AL 7.0 es ist dient natürlich auch dazu Begehrlichkeiten beim Tester zu wecken und in diese „Falle“ wäre ich zu 100% getappt.

@ Canyon home

So traf ich also um 09:00 mit meinem eigenen Rad in Koblenz ein wo die letzten Aufbauarbeiten grade im Gange war. Großes Catering, Hüpfburg (für die Kinder), eine Mountainbike Teststrecke und diverse ausgestellte Räder der Koblenzer wurden dort aufgefahren. Wir trafen uns im Cafe und bekamen eine kurze Einweisung und hatten etwas Zeit für Smalltalk. Fachgesimpel bei dem ich absolut fehl am Platze war, denn ich habe so gar keine Ahnung von der Technik. Bin halt auch Läufer und fahre Rennrad „nur“ als Ausgleich, das zeigen auch meine MTB Pedale und Schuhe 🙂

Teil der Einweisung war auch das Fahren im Verband, ich hatte bereits davon gehört bin aber selber noch nie mit mehr als einem weiteren Mitfahrer unterwegs gewesen. Handzeichen weitergeben, Straße nutzen, Zweierreihe fahren und offensiv Platz auf der Fahrbahn beanspruchen waren die Anweisungen der Guides. Da ich schlecht im Namen merken bin, ist mir nur Robert im Gedächtnis geblieben. Sorry an die anderen Guides, ist keine böse Absicht. Interessant war der Teil für mich als Neuling auf jeden Fall, grade so Sachen wie das Fahren über Rot wenn der Erste aus dem Verband noch bei Grün über die Kreuzung gefahren ist. Im Grunde eine wichtige Info für den Autofahrenden Teil in mir. Ganz offensichtlich war oder bin ich nicht der einzige Autofahrer der das nicht wusste, solche Kandidaten sind uns heute einige begegnet.

Nachdem die Leihräder empfangen und eingestellt wurden rollten wir an der Mosel entlang Richtung Koblenz Lay. Da ich wie gesagt noch keine Erfahrung darin hatte im Verband zu fahren, fuhr ich quasi ganz hinten. Mein Vordermann war ebenfalls bisher nur Einzelfahrer gewesen und stand dauerhaft auf der Bremse, hatte ich so das Gefühl. Es dauert etwas bis er sich darauf eingestellt hatte ein gleichmäßiges Tempo zu fahren um nicht ständig zwischen Bremsen und Beschleunigen zu wechseln. Ist echt gewöhnungsbedürftig wenn man quasi nix sieht und sich mehr oder weniger auf die Handzeichen des Vordermannes verlassen muss. Ich konnte mich erstaunlicherweise recht flott darauf einstellen, anstrengend blieb es dennoch die Konzentration hoch zu halten.

Bei Löf wechselten wir die Moselseite und an der Brücke zeigte sich das erste Mal wer Höhenmeter fahren kann und wer eher nicht. Es sollten uns heute an die 500 davon verteilt auf 70 km erwarten, keine unlösbare Aufgabe. Meine langen Runden hatten bisher mehr Höhenmeter und so machte ich mir darüber schon mal keine Sorgen. Ein paar Gedanken machte ich mir im Vorfeld darüber ob ich das Tempo mithalten kann, aber auch hier hatte ich keine Probleme. Endurance Guerillero bleibt eben Endurance Guerillero.

Bei Hatzenport ging es dann nach einem kurzen Stopp durchs Schrumpfbachtal in Richtung Mörz. Hier war „Feuer frei“ die Devise, jeder sollte im eigenen Tempo schauen wie er oben ankommt. Genau mein Ding, bergauf mag ich inzwischen mehr als wieder runter. Der Anstieg durchs Schrumpfbachtal ist allerdings auch echt human und verläuft bis zum Schluss sehr sanft, aus dem Sattel muss man da im Grunde nicht. Dachte ich. Ich bin immer wieder überrascht wie sehr ich vom Laufen auch auf dem Rad profitieren kann. Kraft ist definitiv da und an der Kondition mangelt es auch nicht.

Oben angekommen war es dann echt war, entgegen des Wetterberichts hatte es bisher nicht geregnet und die Sonne machte auch immer wieder Anstalten zu erscheinen. So ohne Sonne war das Wetter quasi perfekt, mit Sonne war es mir zu warm. Ich hatte einfach zuviel an für warmes Wetter. In Mörz war dann auch schon der einzige Anstieg des Tages geschafft und es ging ein paar Kilometer übers Maifeld. Flach ist es da allerdings nie und so ging es eben wellig weiter. Über Kalt, Gappenach und Mertloch ging es nach Polch. Wir waren grade aus dem Weg raus aus Polch als es kurz hinter mir einmal lauf zischte. Ein Platten…zum Glück nicht an meinem Rad. Wir sammelten uns an einem Feldweg kurz bevor es rechts nach Kaan ging und warteten. Die Guides fuhren zurück und leisteten Pannenhilfe. Nach 5 oder 10 Minuten ging es auch schon weiter. Wir scherzten warum das nicht einen Kilometer weiter am Rewe hat passieren können, dann hätten wir wenigstens unsere Flaschen füllen können. Pannen hat man aber eh immer dann wenn man sie eh nicht brauchen kann. Pannen sind immer Mist, toi toi toi. Ich bin bisher noch pannenfrei unterwegs. Über Kaan, Rüber und Dreckennach ging es wieder runter nach Lehmen, an die Mosel. Ab hier war flaches Ausrollen angesagt, wobei bei dem einen oder anderen solangsam die Kräfte nachliesen und die 2 Reihen immer unsauberer wurden. Die Gruppe wurde immer länger und die Autofahrer waren dadurch nicht grade erfreut. Immer wieder wurden wir angehupt und aus dem Auto heraus offensichtlich beschimpft. Zumindest waren die Gesichter nicht wirklich freundlich und ein Golf-Proll schaltete extra einen Gang runter und fuhr mit röhrendem Auspuff und Dauerhupe nur knapp an uns vorbei. An die 30 Rennradfahrer nehmen halt schon einen gewissen Raum auf der Fahrbahn ein.

An der Tankstelle hinter Kobern-Gondorf brach Robert aus der Gruppe aus und fuhr an die Zapfäulen. Ich dachte erst er wolle dort auffüllen oder sonst irgendwas machen, aber nein dort stand der Golf-Proll und tankte. Ich denke Robert wird ihm ein paar Takte erzählt haben, die passende Statur hat er jedenfalls um seinen Worten den gewissen Nachdruck zu verleihen.

In Winningen zischte es plötzlich wieder hinter mir, schon wieder ein Platten. Wie ich später erfuhr beim selben Fahrer. Pechvogel… Zwei Guides blieben zurück und die Gruppe fuhr weiter.

Als wir nach etwas mehr als 3 Stunden wieder bei Canyon auf den Hof fuhren schien die Sonne. Perfekt um beim anschließenden Kuchen und dem obligatorischen alkoholfreien Weizen nicht auszukühlen. Die reine Fahrtzeit betrug 2:45 was einen Schnitt von 26 km/h entsprach und somit doch recht angenehm zu fahren war.

Ich denke ich werde schauen dass ich im Oktober noch einmal mit Canyon fahren werde, die Fahrt in der großen Gruppe war ganz interessant. Die Strecke war toll, auch wenn sie quasi zu 90% meiner langen Runde entsprach. Macht sie ja aber nicht schlechter. Ich fand es sogar ganz praktisch an den Anstiegen zu wissen wann wir endlich oben sein würden und konnte mir so meine Kraft perfekt einteilen. Heimvorteil würde ich sagen 🙂

Lustigerweise traf ich schon vor der Abfahrt bei Canyon auf Pirmin, der war dort zum MTB Fahrtraining auf der eigens aufgeschütteten Buckelpiste. Die Welt ist klein und irgendwie trifft man immer die selben Bekloppten.

Bilder gibt es leider nur Zwei, soweit dass ich in der Gruppe Bilder machen kann bin ich noch nicht. Ich bin froh dass ich meine Trinkflasche unfallfrei rein und raus bekommen habe 🙂

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kurz vor der Abfahrt war noch nicht viel los.
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kurze Pause bei Polch während einer der Fahrer seinen Platten behob

Ausfahrt auf Strava:





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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