Ausdauersamstag – Radtour und Skyrace



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Samstag stand voll im Zeichen des Ausdauersports, mehr ungeplant als geplant aber ich würde sagen es war ein sportlich gelungener Tag.

Radeln…

Als mein Wecker morgens um kurz vor sechs klingelte fragte ich mich mal wieder warum ich mir das denn überhaupt antue. Früh aufstehen um zu laufen ist schon bescheuert, aber aufs Rad zu steigen toppt das Ganze meiner Meinung nach noch. Aktuell ist es morgens ja deutlich kühler als man es für diese Jahreszeit eigentlich erwarten kann und ich habe noch so meine Probleme die richtige Anzahl an Zwiebelschichten fürs Rad zu finden. Beim Laufen ist das relativ einfach und zur Not habe ich auf den langen Läufen ja immer meinen Rucksack dabei um unnötige Kleidungsstücke zu verstauen.

Auf dem Rad sitze ich aber in der Regel ohne Rucksack und muss alles in die kleinen Trikottaschen bekommen, nicht so einfach für mich als Novizen. Es fehlt mir ja auch noch an passender Radbekleidung für solche Temperaturen, der Windschutz fehlt halt einfach. Nur warm genügt im Fahrtwind leider nicht.

Als ich dann also gegen kurz vor sieben losfuhr war es mir trotz Weste und Armlingen relativ frisch. Das doofe ist ja dass es nicht wie beim Laufen hilft einfach schneller zu machen und den Puls in die Höhe zu treiben, Fahrtwind sei dank.

Ich hatte keinen genauen Plan wo ich an diesem Tag lang fahren wollte, klar war nur dass ich meine bisherige 60 km Ausfahrt toppen wollte und bis maximal 10:00 unterwegs sein wollte. Mir blieben also etwas mehr als 3 Stunden.

Mein Weg führte mich aus dem Ort raus in Richtung Mörz auf der Landstraße, grobe Richtung war Koblenz. Dazu fuhr ich bei Kattenes den Berg an die Mosel runter und wollte da dann bis zum Deutschen Eck fahren.

Das letzte Mal dass ich am Deutschen Eck war, dürfte der Mittelrhein Marathon oder der Firmenlauf gewesen sein. Von meinem Ultra-Mittelrhein-Marathon Ausflug im letzten Jahr wusste ich dass es von meiner Haustüre bis zum Kaiser Wilhelm Denkmal ca. 27 km sein würden. Zu Fuß eine ganz angenehme Distanz und auf dem Rad, naja ein Klacks im Grunde.

Ich fuhr also relativ gemütlich an der Mosel entlang, außer mir waren noch relativ wenige Menschen unterwegs. Ein paar Autos, klar es war ja auch nur Samstag und noch nicht so richtig Wochenende. Ich mag es mittlerweile echt den rhythmischen Klang der Laufräder auf dem Asphalt zu hören, es entspannt mich total.

Auf der Höhe von Koblenz Lay, das auf der anderen Moselseite lag gibt es eine kurzes Stück auf dem es kaum merklich aber stetig nach oben geht. Es ist diese Art von Anstieg die man eigentlich überhaupt nicht merkt wenn man nicht auf die Geschwindigkeitsanzeige schaut, sich aber dann wundert warum zur Hölle man so langsam daher gurkt. Auf diesem Stück herrscht, wie soll es auch anders sei meistens Wind so dass es noch ein wenig unangenehmer wird da zu fahren. Als ich dort fuhr hörte ich ein Motorengeräusch hinter mir, nichts besonderes auf einer Bundesstraße. Ein Motorroller kämpfte sich ebenfalls dort den leichten Anstieg nach oben, auf ihm saß ein älterer Mann der offenbar auf dem Weg zur Arbeit war. Eindeutig Handwerk der Kleidung nach zu urteilen, Bauhandwerk. Er saß da also mit einer Kippe auf dem alten Roller und kam mir immer näher. Das weckte meinen Spieltrieb und ich zog das Tempo an, mittlerweile war die Sonne auch schon draußen und der kalte Fahrtwind störte (mich Radfahrerweichei) nicht mehr. Ich fuhr also parallel zur Bundesstraße auf dem Radweg und ließ dem Rollerchen keine Chance, solange bis der Radweg endete und ich verlangsamen musste um auf die Straße zu wechseln. Der Roller zog mit unglaublichem Tempo an mir vorbei…ok es war ein Mofaroller. Schneller als 40 km/h fuhr der nicht wirklich. Ich beschleunigte erneut und ignorierte den Beginn des Radweges und zog mit lässigen Blick links an dem Kerl vorbei. Logischerweise triumphierte ich innerlich, als Läufer sind mir diese Geschwindigkeiten resultierend aus der eigenen Muskelkraft ja noch neu. Der erfahrene Rennradfahrer würde bei gigantischen Paarunddreißig Km/h noch nicht mal müde lächeln. Nach ein paar hundert Metern wechselte ich wieder auf den Radweg, Ordnung muss sein. Diesen Moment nutzte dieser hinterhältige Mofafahrer dazu mich erneut zu überholen, kurz vor der Ortschaft. Welch Verkehrsrowdie!

Egal…einmal schnappte ich mir den Guten dann noch. Er war sichtlich genervt davon und behielt mich jedes Mal im Spiegel im Auge wenn er mich überholt hatte. Ich hatte meinen Spaß und ein kleines Interalltraining 🙂

Auf dem Weg zum Deutschen Eck kamen mir dann immer mehr Läufer entgegen, die Mosel bzw. Rheinpromenade wird dazu gerne genutzt. Für mich wärs nix, viel zu flach. Am Deutschen Eck angekommen gab es dann eine kurze Pause für ein Foto, oder zwei.

 

Auf dem Rückweg wählte ich die andere Moselseite um dann kurz vor Dieblich einen kurzen Abstecher Richtung Dieblich-Berg zu machen, ein paar Höhenmeter wollte ich dann doch fahren. Ich hatte auf dem Rückweg etwas Gegenwind was mich dann doch deutlich einbremste. Windschatten ist schon eine tolle Sache, wenn man ihn den hat. Da ich aber ja alleine unterwegs war, musste ich auch selber damit klar kommen. Was mich nicht tötet, härtet mich ab dachte ich mir.

Nach Dieblich fuhr ich bei Niederfell noch einmal die dortige Stoppomat Strecke, wieder ein paar Höhenmeter sammeln. Ich wollte nicht heimfahren und nur flach unterwegs gewesen sein und außerdem war der Gripmaster am Donnerstag wieder auf der Strecke des Skyrace Teufelslay in Brodenbach unterwegs gewesen. 8 Aufstiege hat der da hingelegt, wieder mitten in der Nacht. Ob ich das persönlich nehmen sollte dass er nicht zu vernünftigen Zeiten dort aufschlägt?

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Ich überlegt wie ich an dem Tag dort noch mal vorbei schauen könnte und da fiel mir die Stoppomat Strecke ein denn oben angekommen konnte man die Abfahrt über Udenhausen und Nörtershausen nehmen. Die L207 kreuzt den Traumpfad bei Brodenbach und auf diesem Traumpfad liegt ja auch die Skyracestrecke. Man muss lediglich ein paar hundert Meter zur Schutzhütte durch den Wald laufen. Das sollte mit den Rennrad auf der Schulter möglich sein.

#wtf?!? #thr33ky #skyrace

Ein von Sascha Rupp (@3ky_trailrunnersdog) gepostetes Foto am

 

Wie man sieht war es möglich und so entstand dann dieses Foto. Ein Rennrad auf dem Trail, theoretisch sollte das aber auch mit dem Crosser fahrenderweise möglich sein, grade das Stück ab der L207 runter zur Hütte ist jetzt technisch nicht mehr so anspruchsvoll. Ich hätte mir halt doch lieber nen Crosser geholt, war ja aber leider bei Canyon nicht mehr lieferbar.

Ab hier begann dann die direkte Heimfahrt, eine kurze Nachricht an meine Frau informierte sie darüber dass ich die 3 Stunden nicht würde halten können. Es war bereits kurz vor 10:00 als ich wieder aufbrach, ich hatte mich etwas in der Zeit verschätzt. Zudem spürte ich wie es mir langsam an Kraft fehlte, Frühstück gab es keines und in den beiden Trinkflaschen waren nur zwei Gels aufgelöst. Auf meiner nächsten Ausfahrt über 3 Stunden brauche ich wohl mehr Energie in den Flaschen, essen fällt mir auf dem Rad ja irgendwie schwerer als zu Fuß. Das macht mein Magen nicht mit, ich denke die gekrümmte Haltung auf dem Zweirad verursacht die Probleme.

Nach 77 km / 900 HM und 3:18 Fahrtzeit kam ich dann auch endlich daheim an.

Den Rest des Tages wollte ich dann eigentlich zuhause mit der Familie verbringen. Habe ich dann eigentlich auch. Zum Abendessen haben wir dann gegrillt und ich mir ordentlich den Bauch voll gehauen. Wie immer eigentlich wenn wir den Grill anwerfen, es gibt immer irgendwie zuviel.

Skyracen

Geplant war für Sonntag dann ein langer Lauf, Startzeit auch so gegen 07:00 und Dauer ebenfalls 3 Stunden. Irgendwie kamen meine Frau und ich dann aber zu den Schluss dass es von der zeitlichen Belastung schlauer wäre wenn ich dann Samstag Abend noch ins Siebengebirge fahren würde. Ich hatte mehr oder weniger zufällig erwähnt dass ich da eigentlich hin gewollt hätte. Anke hatte zum Massenstart geladen.

So blieb ich also noch solange daheim bis die Kinder im Bett waren und fuhr dann gegen 21:00 zum 80 km entfernten Skyrace am Petersberger Bittweg.

In der Zwischenzeit hatte sich es der Gripmaster schon mal auf dem Schotter gemütlich gemacht…

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Ich glaube ja er wollte einfach kneifen… 😉

Als ich dann also gegen kurz nach 22:00 am Start des Skyraces stand, war auch noch ein kleines Grüppchen anwesend. Anke und Volker waren bereits wieder auf dem Weg nach oben und ich musste den ersten Anlauf alleine machen. Udo erklärte mir noch kurz die Strecke und die gefährlichen Abzweigungen und dann ging es los. Den ersten Anlauf wollte ich dazu nutzen um mir die Strecke anzuschauen. Schon auf den ersten paar Metern merkte ich dass meine Schuhwahl nicht die beste war. Ich hatte „null technischen Anspruch“ im Kopf und mir die Minimus Trail angezogen was auf dem steinigen Boden nicht immer angenehm war. Nach einem Drittel der Strecke kamen mir zwei Läufer entgegen, Anke und Volker. Ich machte mit ihnen kehrt und lief wieder runter, Volker wollte nicht noch einmal mit hochlaufen und so begleitet ich Anke bei ihren 8 Aufstieg.

Oben angekommen gab es erst Mal Pizza, nicht für mich denn ich war noch pappsatt vom Grillen.

Oben saß dann der „Rest“ der Skyracer mehr oder weniger gemütlich beisammen, es war nämlich doch recht windig und frisch dort oben.

Mit dabei waren zu dem Zeitpunkt noch Carsten der mit 9 Anstiegen auf Platz zwei lag, Gordian und Laura mitsamt Paula die aus Wuppertal bzw. Hanover angereist waren. Rudi, Guide beim Revierguide und 2014 Deutscher Meister im Ultratraillauf und seine Frau Carmen. Ihr Sohn Marc (hoffe man schreibt dich mit „c“) war ebenfalls da, klar denn bei so einer Rakete als Vater kann man ihm das wohl kaum plausibel untersagen da mit zu kommen. Volker und den Gripmaster hatte ich ja weiter oben schon erwähnt. Oli lies es sich ebenfalls nicht nehmen dort anwesend zu sein. Ein kleiner aber feiner Haufen also.

skyrace bittweg verpflegunspunkt in der nacht

Nach Ankes Pizzapause liefen begleiteten uns Gordian und Marc noch einmal nach unten. Zusammen trabten wir relativ locker zum Startpunkt. Kurze Pause und wieder nach oben, denn im Gegensatz zum Ziel war hier unten ja nix los. Ab ungefähr der Hälfte lies ich die drei dann hinter mir, war zwar nicht ganz beabsichtigt aber da ich ja noch deutlich frischer war ergab es sich einfach so. Ich lief einfach ein paar Mal als die drei nur gingen und schon wurde mein Vorsprung größer. Schnell war ich allerdings noch immer nicht denn die knapp 80 km auf dem Rad machten sich bemerkbar.

Den letzten Abstieg liefen Anke, Marc und ich dann alleine hinunter bevor ich mich dann verabschiedete, Marc wurde ebenfalls unten eingesammelt so dass Oli Anke dann bei ihrem 10. Anstieg begleitete. Ein Poserfoto musste aber noch sein 🙂

 

 

 

Anke hat es durchgezogen, 10 Aufstiege. Marc lief als jüngster Teilnehmer 2 mal hoch und runter

 

So fuhr ich dann also gegen 24:00 wieder in Richtung Heimat, genug getan für einen Tag würde ich sagen. Schon auf dem Heimweg war mir klar dass ich in der nächsten Zeit auch mal einen ernsthaften Rekordversuch auf meiner eigenen Skyracestrecke unternehmen werde…

 





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


4 Antworten auf „Ausdauersamstag – Radtour und Skyrace“

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