Menü

Trail Mag Trail Camp – Revierguide Lichtenstein



Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten, 25 Sekunden



Ich habe jetzt ein paar Tage darüber nachgedacht ob ich etwas zum Trail Camp schreiben sollte oder nicht. Warum teilnehmen und nicht darüber berichten? Weil ich in der Regel nur dann über etwas berichtet wenn ich Freude an etwas hatte. Grundsätzlich ist mein Blog nicht dazu gedacht Veranstaltungen die mit Liebe und Herzblut geplant und durchgeführt wurden schlecht zu machen. Und hier bin ich auch schon genau da wo ich eigentlich ein Problem habe über das Trail Camp zu schreiben. Es war definitiv nicht mein Wochenende und der Spaß den ich mir erhofft hatte blieb fast gänzlich aus. Ich suche noch immer den Grund dafür, bin aber noch nicht wirklich darauf gekommen.

Ich will versuchen die Dinge herauszustellen die mir positiv aufgefallen sind und das waren wenn man es nüchtern betrachtet eigentlich eine Menge. Als ich Donnerstag abend nach meiner Vatertagstour dort ankam saßen Jörg, Hansi, Nicky, Anke, Sabine, Julia, Udo (das war der der irgendwas vergessen hatte…hab aber vergessen was das war 😉 ) und Jörg bereits gemütlich in ihren Campingstühlen und bildeten einen Stuhlkreis. Was eigentlich nur fehlte war ein kleines Feuerchen, was aber leider nicht möglich war da wir uns auf einem Sportgelände befanden. Ich hatte es noch rechtzeitig geschafft vor dem Nachtlauf dort anzukommen und mein Zelt aufzubauen. Da der Stuhlkreis aber ziemlich einlandend war und ich die 45 km vom Vormittag noch in den Beinen spürte lies ich ihn ausfallen. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen die maximalen Kilometer aus dem Trail Camp mitzunehmen. Hier also die erste Abweichung von meinem Plan.

Lustig war es dennoch auch ohne Feuer denn das Wetter war noch ganz ok. Trocken und nicht zu kalt. Das sollte sich in der ersten Nacht dann komplett ändern denn es fing gegen kurz vor Mitternacht an wie aus Eimern zu schütten und es regnete sich über Nacht so richtig ein. Dementsprechend schlecht hatte ich auch geschlafen, damit war ich aber nicht alleine. Dank des lauten Regens auf den Zeltdächern dürfte eigentlich keiner so wirklich gut geschlafen haben in dieser Nacht.

Am nächsten Morgen verkrochen wir uns nach dem Frühstück wieder in Ankes Zelt und kauerten dort zu dritt unter den Schlafsäcken und warteten bis es Zeit war sich umzuziehen. Freitag standen zwei Strecken im Rahmen des Revierguides zur Auswahl. Einmal 16 und 30 km. Der Regen und die Kälte hatte mir schon jegliche Lust an der langen Strecke genommen da mir klar war dass ein Gruppenlauf über 30 km mal mindestens 4 Stunden in Anspruch nehmen würde. Aus der Erfahrung der anderen Revierguides ging ich eigentlich sogar von mehr Zeit aus. Auf 5 Stunden im Dauerregen hatte ich zu dem Zeitpunkt absolut keinen Bock und entschied mich für die kurze 16 km Strecke. Dort landete ich dann auch noch in der langsamen Gruppe da ich mit Anke und Nicky zusammen laufen wollte. In netter Begleitung wäre das ja auch alles kein Problem gewesen doch leider musste Anke wegen Schmerzen in Schienbein nach knapp 3 km umdrehen und wieder Richtung Camp verschwinden. Da mir das aber definitiv zu kurz gewesen wäre, bin ich eben weiter gelaufen. Laura, Matthias und Jörg waren ja auch noch in dieser Gruppe unterwegs und ich somit nicht ganz alleine.

Leider war die Gruppe aber viel zu langsam für mich und die ständigen Pausen waren einfach zu viel um bei mir richtigen Spaß aufkommen zu lassen. Das ist jetzt kein Vorwurf an die Gruppe denn jeder läuft halt nun mal so schnell er kann, ich hätte auch einfach in der schnelleren Gruppe starten können. Mein Fehler.

Etwas verwirrend war die Markierung der Strecke, Julia Trailschnittchen Böttger hatte uns kurz vor dem Start noch zugerufen wir sollen uns an die roten Punkte halten. Bis kurz vor Ende liefen wir allerdings immer den gelben Punkten hinterher und unsere Guides schienen ebenso unschlüssig wie wir. Ich hätte gerne zur nächsten Gruppe aufgeschlossen, war mir aber dann doch zu unsicher und wollte nicht in der schwäbischen Pampa landen.

Dank des Wetters waren nahezu alle Aussichtspunkte nebelverhangen was der Strecke zwar etwas mystisches gab, aber uns eben die sicherlich tolle Aussicht nahm.

Der letzte Anstieg hatte es dann mit 100 hm auf 500 m nochmal in sich und führte uns direkt auf das Campinggelände. Nass und etwas verfroren ging es dann unter die zum Glück warme, ja fast heiße Dusche. Die Sanitäranlagen waren generell top in Ordnung, wenn man bedenkt dass wir Kerle uns 3 Toiletten teilen mussten. Das habe ich auch schon deutlich schlechter erlebt!

Den Rest des Tages verbrachten wir mal wieder in meinem Zelt und den Schlafsäcken. Lasst euch gesagt sein, ein 3 Mann Zelt ist durchaus mit 3 Mann plus 3 Frau noch lange nicht voll und je mehr Leute darin hocken desto schneller wird es dort warm. Jörg, der Hotelschläfer war dann auch noch einkaufen und versorgte und mit Kuchen, Chips und Gummitieren.

Abends gab es dann noch eine Vortrag über den japanischen Wandermönch, dazu konnte ich mich dann aber nicht mehr aufraffen. Im großen Zelt war es nämlich im Gegensatz zu meinem Schlafsack doch deutlich kälter. Blöderweise hatte ich aber auch nur einen Pulli und keine Jacke dabei.

Samstag sollte dann das Skyrace stattfinden, doch schon als ich morgens aus dem Zelt gekrochen bin war mir klar dass ich an dem Tag keine Lust mehr hatte noch länger im Schwabenland zu bleiben und fuhr nachdem ich mein Zelt in den Kofferraum geworfen hatte umgehend nach Hause. Wenn ich jetzt die Bilder von dem Rennen sehe überlege ich ob es nicht doch besser gewesen wäre zu bleiben, mein Gefühl sagte mir Samstag morgen allerdings etwas anderes. Und auf Gefühl kommt es ja an, auch oder grade beim Laufen.

Da das Trail Mag Team für 2016 eine zweite Auflage plant möchte ich hier noch ein paar Kritikpunkte bzw. Anregungen loswerden. Ein paar Dinge sind mir (nicht nur) nämlich nicht nur positiv aufgefallen.

 

Negativ:

  • ganz klar das Wetter am Freitag, ok dafür kann das Team nix. Dennoch wäre ein Plan B für Sauwetter nicht so schlecht gewesen. Stichpunkt Heizpilz im großen Zelt, warme Getränke und warme Mittagsverpflegung. Gut und günstig – Nudeln mit Tomatensoße / Hackfleischsoße. Das ist fast jeder und ist auch vegetariertauglich.
  • Für Freitag Abend wurde ein vegetarisches Barbeque angekündigt, das es aber so nicht gab. Gegrillt wurden nur Wurst und Steak. Mich als Allesfresser hat das nicht weiter gestört, aber wenn man erst lange Strecken läuft und dann den Rest vom Tag im Kalten sitzt dann reicht grüner Salat eben nicht im die Energie wieder aufzufüllen und warm zu werden.
  • Laut Flyer war das Skyrace in den 45€ fürs Trail Camp inbegriffen, trotzdem haben wohl einige sowohl die 29€ fürs Rennen als auch die 49€ fürs Camp bezahlt. Das sollte das nächste Mal besser kommuniziert werden da ich meine auch bei der Anmeldung für Trail Camp davon gelesen zu haben dass die 49€ eine Flatrate fürs Wochenenden wären. Lustigerweise habe ich als Nachmelder dann Donnerstag nur die 49€ bezahlt und habe eine Startnummer fürs Rennen bekommen. Das sollte klarer geregelt werden.
  • Strecken, da ich nur die am Freitag gesehen habe und mir da der Anteil von richtigen Trails etwas zu gering war muss ich das hier als Negativpunkt anführen. Ich hätte gerne weniger breite Wege und Wiesenquerungen gehabt, weiß aber auch dass sich das nicht immer machen lässt und man es eh nie jedem Recht machen kann.

Positiv:

Das Gelände, übersichtlich, sauber und abgeschieden genug um keine Anwohner zu belästigen. Ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden.

Die Sanitärenanlagen waren erste Sahne, Duschen waren immer mindestens warm als ich geduscht habe, Toiletten waren sauber und es war auch immer ausreichend Toilettenpapier da. Nicht selbstverständlich wenn man sich so manchen kleineren Lauf in Deutschland so anschaut.

Verpflegung, für mich als Allesfresser ausreichend. Mein Problem war allerdings dass ich dank meiner späten Anreise erst Freitagabend wieder etwas Warmes bekommen habe, bei gutem Wetter kein Problem. Bei Sauwetter nicht gut für die Stimmung. Für Vegetarier oder Veganer war die Auswahl nicht so prickelnd, so habe ich das zumindest rausgehört.

 

Mein Fazit:

Auch wenn mir das Wochenende mit kleinen Ausnahmen nicht gefallen hat, werde ich wenn es zeitlich passt versuchen 2016 wieder dabei zu sein. Ein Premiere kann niemals perfekt sein und ich bin mir sicher dass Denis, Julia und der Gripmaster jede Kritik auswerten werden um die zweite Auflage dann noch besser zu machen. Immerhin haben sie jede Mange Arbeit und Zeit in das erste Trail Camp gesteckt. Ich weiß dass ich mit meiner Meinung relativ allein bin und in den einschlägigen Blogs liest man nur Lobeshymnen über das Wochenende. Aber ich denke im Sinne des Qualitätsmanagements und des Fortschritts muss es eben auch Nörgler geben. Ich sehe dass sich alle Verantwortlichen, Helfer und Freunde ordentlich ins Zeug gelegt haben um uns ein tolles Wochenende zu bescheren. Danke für eure Mühe!

 

Zum Schluss noch ein Querverweis auf die Lobeshymnen, auch wenn ich mir sicher bin das wer hier liest sowieso auch da schon vorbei geschaut hat.

 

Fanboy Orkan – der Weltherrscher (zukünftig) gibt sich die Ehre

Jörn der alte Fuchs…. leider haben wir uns dank meiner frühen Abreise verpaßt.

 

 

11214129_10153403449370730_5497489967781036384_n

unsere Gruppe.

 

 

 

 





Gefällt dir was du gelesen hast? Dann würde ich mich freuen wenn du den Beitrag fleißig in den sozialen Medien teilst und so auch anderen die Chance gibst meine Beiträge zu lesen. Ich freue mich ebenfalls über einen Kommentar von dir zum Thema. Wenn du möchtest kannst du diesen Blog auch auf Patreon unterstützen, ich würde mich sehr darüber freuen.

Trackbacks & Pings

  • Monatsrückblick Mai 2015 | Trailrunnersdog :

    […] Beitrag gibt. Das liegt wohl daran dass ich von meiner Tour aus direkt, bzw. nach der Dusche in Trail Camp nach Liechtenstein gefahren bin. 3 Stunden Autobahn nach 6 Stunden laufen. Angenehm war anders kann […]

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Scrollen = akzeptieren Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen