10. Rhein-Lahn Halbmarathon



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Auch ein Trampelpfadläufer „muss“ ab und an mal auf Asphalt ran und so war der ersten Wettkampf 2014 der 10. Rhein-Lahn Halbmarathon in Koblenz-Hochheim. Bonni blieb allerdings davon verschont.

Ich hatte mich die Tage vorher mit Benni zu einem Treffen verabredet. Im Startbereich trafen wir uns dann auch, standen ganz hinten und haben noch kurz gequatscht als der Startschuss fiel. Blöderweise gab es nur Bruttozeitmessung und ich hing erstmal hinten fest.
Ich konnte mich dann aber doch etwas nach vorne arbeiten und schaffte es irgendwann aus dem Pulk raus. Die 5 km Marke passierte ich nach 23:50 und lag somit auf Kurs 1:40 für den Halben. Dass das zu schnell war wusste ich, war mir aber insofern egal da ich solange wie möglich bei ca. 85% laufen und mir um die Zeit keinen Kopf machen wollte. Die Fenix zeigte zudem den ganzen Lauf über nur meine Pulswerte an. Ich wollte im Grunde nach Gefühl laufen.
Bei km 10 lag ich auf Kurs 1:42 und hatte schon etwas Tempo rausnehmen müssen da ich das Gefühl hatte immer noch zu schnell zu sein. Die Strecke war fast flach und führte erst am Rhein und dann an der Lahn entlang, sehr öde und größtenteils ziemlich einsam. Nicht gerade gut um Tempo zu halten wenn man keinen hat an dem man sich festsaugen kann. An der Wendemarke lag ich auf Platz 67 gesamt, das hatte ich abgezählt da man bei einer Wendestrecke ja jeden Läufer nochmal sieht. An diesem VP erwischte ich ein warmes Isogetränk und hatte die nächsten 2 km damit zu kämpfen keine Seitenstechen zu bekommen. Ekeliges Zeug.
Zu den Beinaheseitenstechen gesellte sich ein fieser Gegenwind… keine Gruppe in Sicht bei der ich hätte Schutz suchen können. Da ich mich entschieden hatte obenrum nur im Shirt, Unterhemd und Ärmlingen zu laufen zog es mir ordentlich an den Rücken. Aus dem Zug wurden Rückenschmerzen die mich erneut zwangen Tempo raus zunehmen. Dass es mir nicht an der Puste gefehlt hat sieht man schön daran dass mein Puls jetzt stetig fiel. Ich wurde von einigen Läufern überholt die ganz heftig schnauften und schon etwas komisch schauten dass ich recht ruhig atmen konnte. Ich gönnte es ihnen, denn wer mich schnaufend und sichtlich am Limit überholt hat sich das auch redlich verdient finde ich.
Bei Km 15 mein ersten und einziger Blick auf die Zeit während dem Lauf, ich war auf Kurs Sub 1:45. Die Zeit hätte ich ein paar Tage zuvor auf FB als mein mittelfristiges Halbmarathonziel kundgetan. Da ich aber natürlich merkte wie ich immer langsamer wurde war mit klar dass das heute nix werden würde. Mein Rücken verhinderte einen schnelleren Schritt und mittlerweile wäre es mir auch schwer gefallen einen schnitt unter 5 Minuten zu Laufen, so ehrlich muss ich schon sein. Ab km 18 wurde ich dann extrem langsam und schaffte keinen 5:30er Schnitt mehr, da war einfach der Ofen aus. Der Gegenwind und der Rücken zollten ihren Tribut. Hier ungefähr überholte mich ein älterer Läufer den ich im Ziel wieder treffen sollte. „genau 1:30“ rief er „schöne Strecke, gleich haben wir es geschafft“ ich wollte ihm noch hinterher rufen dass ich mir nix beschisseneres vorstellen als eine flache Asphalt Strecke einen Fluss entlang und dass ich jetzt unbedingt Marsch unter meinem Füßen bräuchte, entschied mich dann aber so zu tun als hätte ich ihn nicht gehört, hatte ja Musik auf den Ohren.
Im Ziel fragte er mich dann ob ich die ganze Strecke durchgelaufen wäre und erzählte mir dass er zehn Läufer eingeholt hätte und bla bla bla. Ich wollte kurz antworten, bin ja etwas verwöhnt denn auf den langen Trails interessieren sich die Läufer wirklich für einander aber ich merkte schnell dass er eigentlich nur selber erzählen wollte… naja ich hatte ja Musik auf den Ohren.

Offizielle Zielzeit liegt bei 1:50:10, die Fenix spuckt 1:48:55 aus. Mit beiden Zeiten kann ich eigentlich gut leben. PB um 6 Minuten verbessert und die Zeit der Fenix zeigt mir dass die Sub 1:45 mit ohne Rücken und etwas beißen drin gewesen wäre. Weil falsch ist die Zeit der Fenix ja nicht, hatte da ja auch ein paar Meter mehr auf der Uhr. Das ist wieder die Sache mit der Ideallinie und so. Da ich bis spätestens zum Pfalz Trail eh noch was an meinem Tempo machen wollte bin ich mir fast sicher dass die Sub 1:45 in der Vorbereitung fällt. Aber das sehen wir ja dann, ich werde aber definitiv kein spezifisches Tempotrainung absolvieren sondern es eben mit langen TDLs versuchen. Die kann ich eh gebrauchen.
Sonntagmittag zeigte sich dann in Form von Erbrechen und Magenkrämpfen der wohl wahre Grund für den massiven Kraftverlust auf den letzten Kilometern, da werde ich wohl noch einmal ran müssen und die 1:45 in Angriff nehmen.





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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