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angetestet – LaSportiva Ultra Raptor



Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten, 17 Sekunden



La Sportiva Ultra Raptor – der Panzer fürs Gelände

Der Ultra Raptor wird von La Sportiva ist für Langstreckenläufe bzw. Wettkämpfe abseits befestigter Wege gedacht. La Sportiva hat den Schuh für Ultramarathons entwickelt und dementsprechend auf eine robuste Bauart gesetzt. Der Schuh soll auch noch nach mehrstündigem Einsatz viel Komfort in Sachen Dämpfung bieten. Jeder Ultra oder Marathonläufer weiß dass zum Ende hin meist die Kraft nach lässt und jeder Aufprall anfängt zu schmerzen, mir geht es jedenfalls so. Scheinbar bin ich nicht der Einzige.

Hardfacts:

  • Schaft: atmungsaktives Air-mesh mit Microfaserverstärkung
    Beschichtung gegen Abnutzung
  • Futter: Mesh und Einsatz „Easy-in“ in PU-Leder für leichtes Anziehen und Fersenstabilität
  • Zwischensohle: eingespritzte, dämpfende EVA
  • Sohle: FriXion XF (Grip-Mischung) mit Impact Brake Systen und stoßfester Gummikappe vorne
  • Gewicht: 414g in Größe 45,5

Schuhe von La Sporitva zu bekommen ist wie mir scheint nicht ganz so trivial wie man vielleicht denkt. Hier im Umkreis fehlen Händler die die Schuhe führen. Irgendwie. Im Internet zu bestellen war mir bei einer für mich neuen Marke eigentlich zu riskant. Man hört immer wieder dass die Italiener die Schuhgrößen wohl etwas kleiner interpretieren als der Rest. Nach einigem Hin und Her und Gesprächen mit Besitzern der Schuhe faßte ich den Entschluss mein Glück im Netz zu suchen. Fündig wurde ich bei einer großen Versandplattform die ihre Angestellten angeblich nicht vernünftig bezahlt. Dort gab es einen Händler der die Ultra Raptor auch in Größe 45,5 führt. Das wäre dann 1 1/2 Nummern größer als ich regulär trage, dank Rolli weiß ich dass das gut für mich funktionieren kann. Ich bestellte dort also die Schuhe und wartete auf deren Eintreffen. Bestellt hatte ich am 15.10., der Status der Bestellungen verblieb für mein Empfinden etwas zu lange auf „Versand in Kürze“ und ich schrieb den Händler am 21.10. an. Das war 6 Tage, nach Bestelleingang. Der Händler teilte mir mit dass er beim Verpacken einen Verarbeitungsfehler am Schuh entdeckt hatte und die Ware seinerseits bei La Sportiva reklamiert hätte. Er hatte wohl versucht mich telefonisch zu erreichen. Auf welcher Nummer schrieb er nicht. Ich bedankte mich für die Auskunft und war einerseits erfreut über die letzte Stufe der Qualitätskontrolle vor dem Warenausgang und andererseits verärgert dass er mich erst auf mein Nachfragen darüber informiert hatte.
Einen Tag später erhielt ich eine weitere EMail:

Hallo Herr R,

ich konnte Sie telefonisch bislang nicht erreichen, daher schreibe ich Ihnen diese Mail. Wir müssen Ihre Bestellung des La Sportiva Raptor leider stornieren. Beim Verpacken des Schuhs ist uns aufgefallen, dass der Schuh eine Delle im rechten Vorfuss aufweist und daher nicht verkäuflich ist. Auch kann der Hersteller zur Zeit leider keinen Ersatz liefern.
Das Geld wird Ihnen über Ihr Konto rückerstattet.

Ärgerlich! Wobei mich es etwas stutzig gemacht hat dass dort La Sportiva Raptor und nicht wie bestellt Ultra Raptor steht. Der Raptor war / ist immerhin das Vorgängermodell und das hatte ich nicht bestellt.

Mittlerweile ist der Ultra Raptor in meinem Besitz, Runners Point konnte liefern und das ruckzuck.

Der erste Eindruck ist schon mal gut. Die Sohle ist sehr verwindungssteif was eine gute Protektion auf rauen Trails verspricht, der Ultra Raptor ist immerhin ein Mountain Running Schuh. Mit seinen 414 Gramm auch alles andere als ein Leichtgewicht. Der umlaufende Schlammschutz fühlt sich etwas an wie gummiertes Wildleder und endet vorne in einer Gummikappe über den Zehen. Die Zunge ist bis fast nach oben an den Schaftrand von Stoff bedeckt der verhindern soll dass Steinchen und anderer Dreck in den Schuh geraten. Die gesamten Nähte sehen sehr solide verarbeitet aus und die Laschen für die Schnürsenkel machen ebenfalls einen stabilen Eindruck. Nicht unwichtig wenn man den Schuh vernünftig schnüren will denn nur so bekommt man ordentlich Halt im Schuh. Der Schuh packt die Ferse ganz ordentlich, drückt aber dabei nicht unangenehm.
Schon bei den ersten Schritten in den Schuhen merkt man die gute Dämpfung, vor allem im Vorfußbereich. Das Fußbett gibt leicht nach und nimmt so einigen Druck von der Fußsohle. Gefühlt ist die Dämpfung im vorderen Bereich etwas weicher als an der Ferse.

Beim 38. Internationalen Wurzelweg lauf der TG Konz war es dann soweit. Der erste Einsatz als Laufschuh stand an.
Es hatte die Tage zuvor mehrfach und ergiebig geregnet und die Waldwege waren entsprechend tief und matschig. Beste Voraussetzungen für einen ersten Test.

Den Tragekomfort hatte ich ja schon erwähnt, vom Laufverhalten auf Asphalt bin ich jetzt ebenfalls überzeugt. Klar der Schuh ist ein Trailschuh, ein Schuh für Mountainrunning. Er läuft sich dank des weniger aggressiven Profils auch auf Asphalt und Gestein sehr angenehm. Er ist dort zwar nicht zuhause, was man auch bei jedem Schritt spürt aber er rollt dennoch sehr angenehm ab und kostet nicht all zuviel Kraft. Er grippt auch auf nassem Asphalt und bei Gefälle sehr gut so dass man auch dort mit gutem Tempo um die Kurven laufen kann ohne Angst haben zu müssen dass das Profil den Schuh zum Rutschen bringt.

Aber hey, das Ding ist ja kein Asphalttreter, deshalb auch die wichtigen Eindrücke auf ordentlichem Geläuf.
Der Wurzelweglauf (15 km Strecke) führte mich über geschotterte Waldwege, Naturwege mit jeder Menge Wurzeln und Steinen sowie einfach nur über matschige Waldpfade.
Der Schuh hält sich erstaunlich gut auch auf nassem Holz bzw. Wurzeln. Wenn man dort mit etwas Bedacht auftritt hat man jeder Zeit einen stabilen Stand. Große, nasse Baumstämme werde ich die Tage noch testen. Auch auf Steinplatten hält das Profil was es verspricht. Durch die vielen relativ kleinen Noppen hat der Schuh eine recht große Auflagefläche und kann somit ordentlich Grip bieten. Trotz der etwas höheren Sprengung (der Speedcross 3 hat 9 mm) von knapp 8 mm steht man gefühlt sehr flach und stabil auf dem Untergrund. Durch den Drop von 8 mm soll der Schuh wohl auch auf längeren Läufen nicht ganz so fordernd sein. Das das kein Minimalschuh ist erkennt man aber auch schon am Gewicht.
Auf den matschigen Bergaufpassagen greift die Sohle auch ganz ordentlich zu, man sollte aber nicht soviel Grip wie beim einem Speedcross erwarten. Dennoch kommt man damit auch recht sicher nach oben.
Bergab stellte sich der Ultra Raptor als wahres Monster raus, da mir beim Wurzelweglauf nach meiner Erkältung die Puste für schnelle Uphills gefehlt hatte wollte ich wenigstens die Downhills vernünftig laufen. Der Ultra Raptor half mir dabei. Wir pflügten förmlich durch jede Matschkuhle, egal wie tief und nass. Auch die schnelleren Downhills meistert der Schuh sehr sicher und gibt die Sicherheit an den Läufer weiter. Die Sohle grippt ordentlich und rutscht selbst beim Vorfußlauf und somit verringerter Auflagefläche nicht. Traktionsproblem hatte ich lediglich ein mal als ich durch eine Matschkuhle um eine enge Kurve musste. Dort dauerte es kurz bis der Schuh wieder zupackte und ich wieder in der Spur war. Es ist allerdings ähnlich wie beim MTB fahren, der Reifen darf gerne auch mal rutschen solange er sich flott wieder fängt und es nicht gefährlich wird. Mein Manöver hatte daher eher was von einem kontrollierten Slide um die Kurve. Kein Gefühl von fehlender Kontrolle zu dem Zeitpunkt.

Einen weiteren empfehlenswerten Test gibt es, wo sonst bei uptothetop.de. Sogar mit Bildern 😉

La Sportiva Ultra Raptor bei Steve Auch

 

Nachtrag: Nach ca. 400 km ist eine Schlaufe für die Schnürsenkel gerissen, somit konnte der Ultra Raptor nicht mehr ausreichend fest geschnürt werden und musste aussortiert werden.

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