Der Saisonrückblick 2013



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Es ist immer wieder erstaunlich wie flott doch so eine Saison rum geht. 

Anfang 2013 haben wir damit begonnen verstärkt auf den Trails in unserer Umgebung unterwegs zu sein. Mein Zweibeiner hatte ein Einsehen und verschonte mich größtenteils mit Asphalt. Es begann eigentlich alles erst so richtig mit dem Revierguide der Superlative am Laacher See im Januar zu dem uns Orkan einlud, damals litt er noch nicht am fremdinduziertem Größenwahn sondern war einfach nur der Orkan 🙂 . Bis dato kannten wir von den Leuten noch keinen Einzigen so wirklich.

Da mir als Hund das aber relativ wurst ist ob ich jemanden schon lange kenne oder nicht schloss ich auch gleich beim Revierguide die ersten Freundschaften. 

Mel Zett, Denis vom Trail Mag und wir.
Dine Bine O-Love, Herr der Eichhörnchen

Im Vorfeld hatte mein Zweibeiner mit Dine Bine O-Love Kontakt aufgenommen. Das Internet ist ein seltsamer Ort, da geben sich die Zweibeiner die skurrilsten Namen. Wer bitte heißt denn Dine Bine O-Love
Ein ziemlich lässiger Typ bzw. eine ziemlich lässige Zweibeinerin wie sich heraus stellte. O-Love, oder Olaf war einer der Guides die TriTo dabei helfen sollten uns sicher um den Laacher See zu bringen. Das erste Gespräch zwischen Olaf und meinen Zweibeiner lief ungefähr so ab:

Olaf: Dine Bine

Zweibeiner total verwirrt: Ne Sascha heiße ich! 

Olaf: Häh? Achnee bei Facebook heiße ich Dine Bine….wir haben gechattet

Zweibeiner: Ähhh ja, stimmt.


Das Lustige ist dass viele der Gespräche zwischen den Beiden noch immer so ablaufen… Es gibt also immer irgendwas zu lachen.

Jetzt, wenn ich so über den Tag nachdenke fallen mir immer mehr Leute ein die wir da das erste Mal getroffen haben und mit denen uns heute etwas Besonderes verbindet. Nein eigentlich ist es ja nichts Besonderes, es ist das Normalste der Welt. Wir alle lieben es in der Natur zu sein und dort viel Zeit zu verbringen. Wirklich schön daran ist dass wir seitdem viele Kilometer mit vielen netten Menschen gemacht haben, Wildfremde mit denen man sich im Wald trifft und einfach los läuft. Bei einigen Gesichtern und Gerüchen weiß ich gar nicht mehr wann wir sie zum ersten Mal getroffen haben. Sie waren einfach irgendwann da, liefen neben uns. Überholten uns im Down- oder Uphill, gehörten einfach ins gewohnte Bild.

Orkan lernten wir erst nach ein paar Kilometern kennen, wir sahen ihn zwar schon recht früh trauten uns aber irgendwie nicht auch nur irgendjemanden anzusprechen. Also ich schon, aber mein Zweibeiner wohl nicht. Irgendwann kam dann eine Quasseltante von hinten an gelaufen und meinte nur „Du bist doch der Sascha….“ Ja der war er. Von da an sollten wir Orkan nie mehr wirklich los werden.


An dem Tag hatten viele Typen noch komische Namen, Der Schippenmann, der Gripmaster, der Zwiebel, der TriTo. Erinnert irgendwie an die Banden von früher die mein Zweibeiner auf dem Spielplatz mit seinen 10 jährigen Kumpels gegründet hatte. Jeder in der Bande brauchte damals einen Spitznamen, irgendwie. So eine Art Bande sind die ganze Trampfelfadläufer irgendwie auch, ein verschworener Haufen grimmiger Ausdauermonster, Typen in bunten, schrägen Klamotten die auf den ersten Blick immer etwas seltsam anmuten. Spielt beim typischen Straßenläufer noch die bevorzugte Distanz eine Rolle um ihn einzuordnen, so ist das beim Trampelpfadläufer eher zweitrangig. Die laufen halt so weit und so lang wie sie können und machen da eher keine große Geschichte draus. Da erfährt man mehr so in einem Nebensatz dass der eine oder andere auch regelmäßg Ultras läuft oder beinahe mehr Höhenmeter als Kilometer in der Distanz zurücklegt. Diese Typen kommen dann aber auch mal viele zig Kilometer gefahren um einfach „nur“ 2 Stunden durch den Wald zu laufen.


Schon knapp einen Monat später rief das Trail Mag erneut zu einem Revierguide, diesmal in Aschaffenburg. War der Revierguide am Laacher See noch der Revierguide der Superlative was die Teilnehmerzahl, die alle nur ganz zufällig anwesend waren anging, so war dieser Revierguide wohl der Schnellste. 22 km mit knapp 800 Höhenmetern in 2,5 Stunden. Nur unwesentlich langsamer als der letzte Halbmarathon meines Zweibeiner in Ettlingen, dort waren aber auch nur 320 Höhenmeter zu überwinden. Auf Asphalt wohlgemerkt.

Viele Stimmen wurden laut dass das zu schnell gewesen sei, bei den eisigen Temperaturen im Februar war es aber wohl besser sich schnell zu bewegen. Dort trafen wir dann auch wieder viele bekannte Gesichter vom Laacher See.

United Colors of Benetton – Steffen, Orkan, Martin B, Zweibeiner und ich

Ende März traffen sich dann einige Revierguide Veteranen erneut am Laacher See, Martin hatte dazu geladen. Dort gab es auch zum ersten Mal eine Wandergruppe. Orkan erschien, warum auch immer im Mexikanerkostüm. Na ja so ist er halt.

Revierguide Veteranen – Martin J fehlt auf dem Foto


Bei jedem Treffen erweiterte sich der Kreis derer die wir nun regelmäßig sehen sollten. Hier kam zum Beispiel Doro dazu, also so bewusst  Sie war zwar schon im Januar beim Revierguide dabei, lief aber glaube ich die etwas kürzere Runde. Hier hat sich mit Mettbrötchen und anderen Leckereien bleibenden Eindruck hinterlassen. Seitdem treffen wir uns regelmäßig, mein Zweibeiner bringt ab und an war zu essen aus dem Bistro von Doro mit.


Zwischen den Treffen wurde wilder Kontakt über Facebook gehalten. Ständig funkte irgendwer irgendwelche Fotos und Anfragen für gemeinsame Läufe. So ist das bis heute.


So kam es dann auch dass wir uns mit Olaf und Nadine von Thr33ky im Siebengebirge trafen. Dort war Zwiebel unser Guide und zeigte uns sein Revier. Der Thr33ky 7 Hill Thrill stand also an. Mit dabei auch Dirk von Eyespeed Optik der an dem Tag viele verschiedene Brillenmodelle zum Testen auf den Trail schickte. Leider gab es kein Hundemodell 😉


 










 

Spätestens hier waren wir angekommen, bei Freunden. Mittlerweile kannten wir den Großteil der Teilnehmer und lernten den Rest kennen. Wenn ich mir das Gruppenbild vom Hill Thrill so anschaue dann dürften da alle Leute drauf sein die wir auch heute noch regelmäßig treffen und mit denen wir Spaß haben. Die Thr33ky Army, eine kleine Familie die eigentlich gar nicht so klein ist. Mittlerweile hatte fast alle dort normale Namen, aus dem Schippenmann wurde Holger von Trailrunning Eifel der geführte Touren anbietet und deren Erlöß er für einen guten Zweck spendet. Aus Zwiebel wurde Dirk, Olaf und Nadine waren schon länger Olaf und Nadine 😉 TriTo wurde zu Torsten. Orkan wurde zum Weltherrscher (zukünftig).

Im Mai verabredeten wir uns mit Daniela, Christian und Martin zum Westerwaldlauf in der 50 km Variante. Der erste Ultramarathon für uns und auch für Martin. Wir kamen nach 7 spaßigen Stunden ins Ziel, glücklich und mit müden Beinen. Unvergessen sind die Lachanfälle wegen der „Brombeeren“ oder als Martin seine Magenkrämpfe auf Grund von zuviel Apfelsaftschorle überwunden hatte. Plötzlich, aus heiterem Himmel stürmte er wieder los und faselte etwas von „Runners High“ „so gut wie jetzt ging es mir noch nie….wo bleibt ihr??“ und wir konnten nur ungläubig hinter her schauen. War er doch die letzten Kilometer wie ein Häufchen Elend hinter uns her getrabt und sah aus als wolle er lieber sterben. Unvergessen auch die Tatsache dass scheinbar nur Veganer bei diesem Lauf unterwegs waren. Christian und Daniela ernähren sich vegan, Martin ist Vegetarier. Die einzig Normalen waren mein Zweibeiner und ich. Bis zu dem Zeitpunkt da wir in einem Rundumschlag von Daniela „Ja wir sind auch alle Veganer….“ zu eben solchen erklärt wurden…. Super…. glaubt uns kein Mensch. Die Blicke der veganen Läuferin der Daniela das in vollem Enthusiasmus erzählt hatte verrieten genau das. Gut…sind wir halt Veganer…Gab dann auch lecker Trailtöften, das sind Salzkartoffeln mit Schale.




Ebenfalls im Mai starteten wir beim Rheinsteig Extremlauf, dort bekam Rodrigo ein Gesicht als wir irgendwann auf ihn aufliefen. Wir liefen dann gemeinsam nach 4 Stunden Dauerregen ins Ziel.

 

Martin, Orkan, Dirk, Esther, Pirmin und Zwiebel (jetzt machen Spitznamen wieder Sinn) starteten ebenfalls dort. 

Im Juni rief Martin J dann erneut zu einem Lauf, diesmal bei sich daheim an der Mosel. Bei gefühlten 40° im Schatten machten wir uns auf und Martin zeigte uns seine Wahlheimat. Der Lauf bleibt uns als Trailrunning goes Mosel oder Badwater Kids Trail in Erinnerung.


Gruppenbild, mir war es zu warm – ich lag im Schatten.


ständig werde ich verliehen, vorzugsweise an Mädels irgendwie.


Jens


wieder Warten auf den Zweibeiner…..


Zughund für Ästa Ha

Im Juli trafen wir dann Mel Zett und Martin beim Hospitzlauf von Koblenz nach Trier. Na ja Martin stieg erst Abends ein als wir schon wieder daheim waren. Dort war mein Zweibeiner schon 2012 zwei Etappen mit gelaufen. Diese Jahr sollten es 3 plus eine wieder zurück werden. Ab der zweiten Etappe wurde wir von Frauchen, groß und Frauchen, klein auf dem Rad begleitet.

Wiedersehen mit Mel vom Revierguide am Laacher See

Im August gelang uns eine Platzierung auf dem 2. Rang in der Altersklasse meine Zweibeiners beim Brodenbacher Berglauf. Christian wurde dort 1. in seiner AK. Unsere AK war aber auch dieses Jahr glücklicherweise auch schlechter besetzt als im letzten Jahr.


Im September war mein Zweibeiner dann ohne mich am Wörthersee unterwegs. Er hatte sich vorgenommen den See als Vorbereitungslauf für den Pfalz Trail zu umrunden. Wie gut das geklappt hat, davon hat er ja berichtet.

Die Ultrastrecke des Pfalz Trails war mit knapp 86 km angegeben. „Das wird ein Spaß, der Christian kommt auch mit….“ So kamen wir, aus heiterem Himmel und ohne die nötige Grundlage für 86 km zu besitzen dazu dort zu starten. Zusammen in der Gruppe würden wir das schon packen. Kein Ding.
Was dann im Endeffekt geschah könnt ihr hier lesen:

Bericht zum Pfalz Trail im Leiningerland


Ich sag es mal so, wir haben gefinisht. Wir bildeten dann am Wettkampftag dann mit Dominik unsere eigene Gruppe.



Insgesamt haben mein Zweibeiner und ich 2013 gute 1200 km und 30.000 Höhenmeter zusammen unter die Pfoten genommen, davon 5 Läufe mit mehr als 42 km Länge. Man kann also behaupten wir wären Wiederholungstäter 😉 



Auf diesem Wege wollen wir uns bei allen Leuten bedanken die uns das Jahr über begleitet haben. Auch wenn wir sicherlich den einen oder anderen vergessen haben zu erwähnen weil er einfach im angenehmen Grundrauschen das wir verspüren wenn wir uns in der Gruppe treffen untergegangen ist. Jeder von euch gehört zum Gesamtbild dazu und wir wollen auf keinen wirklich verzichten. Wir haben dank euch viel gesehen und viel erlebt. Wo uns der Weg uns 2014 hinführen wird wissen wir noch nicht, aber wir wissen dass viele von euch ein Teil davon sein werden. Wir werden auch 2014 nur ganz grob unsere Teilnahme an Wettkämpfen planen und das wieder flexibel handhaben. 
Sicher ist dass wir wieder einige lustige Kilometer mit euch verbringen wollen und auch neue Leute sind immer herzlich eingeladen dabei zu sein.

Die (sehr) grobe Planung sieht mit Stand heute so aus:

07.06.2014 – Keufelskopf Ultra 85 km
05.07.2014 – Hospitzlauf von Koblenz nach Trier in der Staffel
17.08.2014 – Halbmarathon Ettlingen
03.10.2014 – 3 Länder Trail 180 km
28.06.2014 – Fidelitas Nachtlauf 80 km
Nov. 2014  – Saxoprint Pfalz Trail 85,9 km

inwieweit wir da bei jedem Lauf als Gespan teilnehmen können muss mein Zweibeiner noch in Erfahrung bringen. Ob das alles so mit uns stattfinden wird muss sich ebenfalls noch zeigen, wir sind ja keine Wettkämpfer und tauschen im Zweifel auch gerne einen organisierten Lauf gegen einen privaten Ausflug. So ist es nicht ausgeschlossen dass zumindest mein Zweibeiner wieder an den Wörthersee oder auch mal in seine alte Heimat dem Schwarzwald fährt und dort durch den Wald pflügt.
Was aber feststeht ist dass wir auch 2014 wohl nicht alpin werden. Wir entziehen uns hier so ein wenig dem „Run“ auf die Alpen und die großen prestigeträchtigen Veranstaltungen und setzen lieber auf kleinere und regionale Läufe, denn davon gibt es hier genug. Support your local Mittelgebirge quasi.

In diesem Sinne eine schöne Off Season, ich fange jetzt an mich vor den warmen Holzofen zu legen. Soll mein Zweibeiner sich doch bei dem Sauwetter draußen weiter quälen.









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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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