Pfalz Trail Ultra – DNS? DNF? Finish!



Geschätzte Lesezeit: 14 Minuten, 40 Sekunden



Es ist geschafft! Wir haben den Pfalz Trail gefinished. 

Vorab die Fakten: 

85,9 km
Zielzeit 11:56:35



Wie alles begann….

Eines schönes Tages kam eine gewisse Frau M. aus N. auf die Idee meinen Zweibeiner zum Pfalz Trail zu nötigen. Na ja eigentlich hatte sie nur mal freundlich nachgefragt und bekam prompt eine Absage. „Zu weit“ war die Antwort meines Zweibeiners. 

Es vergingen noch ein paar Tage / Wochen bis er uns dann doch anmeldete und klar war dass die „Ultrafuzzies“ vom Westerwaldlauf im Mai zusammen den Pfalz Trail rocken würden. Wir, Daniela, Christian, Martin, mein Zweibeiner und ich sollten also wieder gemeinsam viel Spaß auf vielen Kilometern haben. Als sich dann auch noch Steffen angemeldet hatte, war der harte Kern der sich seit dem Revierguide im Januar regelmäßig irgendwo im Wald trifft fast komplett. Das Unterfangen versprach also ne Menge Spaß.
Wir absolvierten ein paar back2back Einheiten und mein Zweibeiner verbrachte ein Trainingswochenende am Wörthersee. Das Training lief ganz gut und wir freuten uns auf den 05.10.
Die Suche nach einer Unterkunft in der auch ich willkommen war gestaltet sich etwas schwierig aber wir fanden dann zum Glück eine Ferienwohnung, das „Waldnestle“ liegt nur knapp 2 km vom Start und Zielbereich entfernt und war somit ideal um dort Quartier zu beziehen. Die Ferienwohnung können wir wärmstens empfehlen, groß und geräumig. Der Garten komplett umzäunt und perfekt für frei laufende Hunde. Die Vermieterin ist ebenfalls sehr nett und alles lief erfreulich unkompliziert ab.
Leider zerfiel unsere Ultrafuzziegruppe nach und nach so dass nur noch mein Zweibeiner und ich übrig blieben. Zum Glück bleib uns Steffen erhalten und somit sollten wir nicht ganz alleine starten müssen.
Recht kurzfristig hatte sich noch Dominik aus dem laufforum.de dazu entschieden mit uns zu laufen. Er war am 03.10. schon beim 6 Stundenlauf in Kleinkarlbach gestartet und wollte sich mit uns die Beine etwas locker laufen….bekloppte Ultras.

Anreise…


Wir kamen Samstags recht pünktlich gegen 16:00 an der Wohnung an während Steffen noch im Stau stand. Da wir eh keine Ruhe hatten und unsere Dropbags noch abgeben wollten, holten wir auch gleich unsere und Steffens Startunterlagen ab. 

Nachdem Steffen dann vollkommen genervt endlich eintraf ging es zur Pasta-Party, ich wartet solange mit einem lecker Wildschweineohr im Auto. Wer braucht schon Pasta?
Die Pasta-Party war wohl nicht so der Hit. Es gab einen Gutschein für eine Portion Pasta, die war aber so klein das kein Mensch davon satt werden würde. Das erste Mal lange Gesichter bei den Beiden. An der Getränkeausgabe dann das zweit Mal Enttäuschung. Es sollte neben der Pasta auch ein Freigetränk geben. Mein Zweibeiner wollte eine Cola….die Antwort „Nein nur Wasser oder Apfelschorle….“ Grmpf… Kleine Portionen und keine wirkliche Auswahl bei den Getränken. Das hatte mein Zweibeiner sich anders vorgestellt. Da mein Zweibeiner natürlich nicht satt wurde von der kleinen Portion wollte er sich eben auf eigene Kosten Nachschlag holen, sollte 3,50€ kosten. Als er den Teller vollgeladen bekommen hatte, die Portion war deutlich größer als die erste wollte aber keiner Geld von ihm haben. Auf die Frage ob er nicht noch bezahlen müsse wurde nur abgewunken. Sehr schön!
Auf der Pasta Party waren auch Silke und Nils, Nils wollte den Halftrail laufen was er dann auch tat und die 32 km mit 3:14 finishte. Glückwunsch an der Stelle von uns! Ergebnis war 4. in seiner AK und 65. von 202 männlichen Startern. Das kann sich durchaus sehen lassen.Tamara und Thomas trafen wir leider nicht, auch die beiden sind den Halftrail erfolgreich gelaufen.
Der Rest des Abends bestand aus dem üblichen Pre-Wettkampf Gedöns. Ausrüstung kontrollieren und packen, Bekleidung zurecht legen. Die Frage ob lang / kurz, lang / dreiviertel oder kurz plus Ärmlinge / kurz etc. wurde an dem Abend noch nicht geklärt. Alle drei gingen wir recht früh ins Bett, immerhin sollte der Wecker Samstag schon gegen 04:45 klingeln.

Wettkampftag…


Pünktlich um 04:45 klingelte der Wecker meines Zweibeiners. Das Wetter am Freitag war noch trocken und recht angenehm, in der Nacht auf Samstag hatte es sich wie vom Wettermann versprochen eingeregnet. 14°C und Regen war die Vorhersage; ein kurzer Blick aus dem Fenster bestätigte das leider.

Die Wahl fiel also bekleidungstechnisch auf kurz plus mobile Gipsarme (Ärmlinge) / dreiviertel / und die obligatorischen Calfs. Merke, dreiviertel plus Calfs = lang. Egal, war eh Sauwetter draußen.
Als uns Steffen entgegen kam war sein Gesichtsausdruck nicht so begeistert. Er hatte am Vorabend schon geäußert dass er sich etwas steif im Rückenbereich fühlen würde und darauf hin seltsame Verrenkungen auf dem Boden gemacht, gedehnt hat er sich wohl. Leider sind seine Rückenproblem nicht besser geworden, das weiche, fremde Bett tat wohl noch sein übriges.
Resultat nach langem hin und her und abwägen war dann ein DNS. Entsprechend war seine Laune, Steffen ist kein Kerl der einen Wettkampf einfach so sausen lässt. Da muss es schon gute Gründe haben, aber einen doppelten Marathon läuft man eben nicht wenn man sich nicht schon beim Start 110% fit fühlt. Das kann man bei einen 10er oder Halbmarathon machen, aber eben nicht bei einem Ultra. 
Niedergeschlagen räumte Steffen seine Sachen wieder in die Tasche und ins Auto.
Wir verabschiedeten uns und er wünschte und viel Erfolg. Später kam noch eine Nachricht in der klar raus zu lesen war wie sehr ihn das DNS beschäftigte. 
Kopf hoch! Manchmal ist es eben schlauer einen Lauf nicht zu laufen. Da muss man sich auf sein Körpergefühl verlassen!

Da waren wir also die Einzigen die übrig waren, zum Glück hatte Dominik zugesagt uns zu begleiten.


Beim Briefing trafen wir dann also auf Dominik der ganz minimalistisch nur mit Startnummer unterwegs war. Bei der Dichte an VPs wollte / brauchte er nicht mehr hat er gesagt. Dagegen sah mein Zweibeiner aus als bräche er zu einer 2-wöchigen Safari auf.


Wir begaben uns rechtzeitig zum Start und stellten uns hinten an. Dominik hatte nichts dabei, auch keine Lampe….etwas ungeschickt wenn der Start im Dunklen stattfindet 😉 Da das Feld aber grade zu Beginn eh recht dicht beieinander bleiben sollte war der Weg auch hell genug. 

Wir liefen also gemächlich durch den dunklen Pfälzer Wald und die Zweibeiner unterhielten sich über dies und das. Alles lief gut und wir überholten eines von zwei weiteren Hunde-Läufer-Gespannen. Den ersten Konkurrenten hatten wir im Sack 😉

Die ersten Kilometer liefen wir ganz entspannt im 7er Schnitt und arbeiteten uns so pro Kilometer knapp 1:30 Minuten Puffer auf dem „kritischen“ zweiten Cut-off bei KM 69 heraus. Wir waren guter Dinge und vergeudeten auch nicht zu viel Zeit an den VPs, machten uns aber auch nicht unnötig Stress  Die Helfer an den VPs waren ausnahmslos guter Laune und freuten sich ganz offensichtlich über jeden Ultra der vorbei kam. Und das bei Dauerregen und unangenehmen Temperaturen für jemanden der „nur“ rumsteht und sich nicht großartig bewegen darf.

Für uns Läufer war das Wetter eigentlich ideal und der Regen störte bereits nach 30 Minuten eh nicht mehr. Wenn man erstmal nass ist, ist alles gut. 
Der erste VP mit Dropbag kam förmlich angeflogen und wir hatten die 23 km gefühlt ruck zuck hinter uns gebracht. Die genauen GPS Aufzeichnungen sind noch nicht ausgewertet, da der erste FR 305 aber bereits bei km 44 ausging dürfte da nicht soviel sinnvolles bei raus kommen. Am VP an bzw. in der Burg Battenberg hatte wir allerdings noch keine Dropbag deponieren lassen. Wir wollten die VPs bei km 41 und 66 nutzen. 
Noch vor dem VP bei km 23 platzte plötzlich der Reißverschluss am Rucksack. So ein Mist, 60 km vor uns…. mit einen Rucksack der nicht vernünftig hält. Zusammen mit Dominik flickten sie den Reißverschluss notdürftig. Er schien zu halten, allerdings war es jetzt unmöglich den Rucksack abzunehmen ohne ihn vollkommen kaputt zu machen. Egal, soll das Ding ja auch auf dem Rücken behalten. Auf Grund der vielen VPs und dem üppigen Angebot überlegte mein Zweibeiner kurz ob er den Rucksack nicht beim zweiten Dropbag VP abzulegen und ohne weiter zu laufen. Da er aber keine vernünftige Leine für mich dabei hatte sondern nur das kurze Stück mit dem ich am Karabiner befestigt war hätte das bedeutet dass er die Leine immer in der Hand hätte halten müssen. Wenig komfortabel die Variante.
Bei km 25 fing an sich das rechte Knie meines Zweibeiners bemerkbar zu machen. Ein leichter Schmerz am rechten Außenband, wie zuvor beim Westerwaldlauf. Dieser Schmerz war jetzt seit eben diesem Westerwaldlauf ausgeblieben, egal wie lange oder profiliert die Strecken waren.
Bedeuten 25 km in Rengsdorf noch Halbzeit so war es gestern noch nicht einmal ein Drittel der Strecke. Wie mein Zweibeiner so ist verschwieg er das erst einmal und versuchte den aufkommenden Schmerz wegzuatmen. Klappt in der Regel ganz gut. Innerlich setzte er sich den VP bei km 41 als „kritischen“ VP an dem er entscheiden wollte ob wir aussteigen oder weiter laufen. Immer wieder wechselten sich Up- und Downhills ab und das Knie machte sich mal mehr und mal weniger bemerkbar. Ich trottete wie immer voran und zog ihn hinter mir her. DNF is no Option, das musste ich dem Zweibeiner nur noch mal klar machen. 
Am besagtem VP wartete der Dropbag auf uns und ich bekam etwas zu Futtern, also richtige Hundefutter und nicht nur das was es an den VPs so für die Läufer gab. Da erbettelte ich mir nämlich auch immer wieder Bananen oder Müsliriegel die mein Zweibeiner gerne mit mir teilte. So machen wir das, wir teilen wenn wir zusammen laufen.
Da sich das Knie mittlerweile etwas beruhigt hatte und wir mindestens einen kleinen Ultra laufen wollten brachen wir nicht ab. Dominik lenkte uns auch gut ab, die ganze Zeit über. Der Kerl machte den Eindruck als würde er sich auf einem kleinen Rekom-Läufchen befinden. So wenig er im Forum schreibt, so viel hat er beim Ultra gequasselt. Egal ob mit uns oder den anderen Läufern. So verging Kilometer um Kilometer und mein Zweibeiner hatte wenig Zeit sich auf seinen Schmerz zu konzentrieren. Am VP 41 km ging dann der erste Forerunner aus und der zweite trat in Aktion. Wir hatten bei der Kontrolle unserer Zielpace vergessen einzukalkulieren dass uns dieser Wert ja beim Wechsel der Uhr verloren gehen würde. Da wir auch ziemlich zu Beginn unsere eigens erstellte und eingeschweißte Liste mit allen Durchgangszeiten der VPs, Cut-off Zeiten und kritischen Anstiegen verloren hatten waren wir etwas planlos. Zum Glück hielt Dominiks Uhr länger durch und wir hatten somit immer noch die passende Pace parat. Ein Vorteil des Spickzettels war aber das mein Zweibeiner die wichtigsten Fakten im Kopf hatte. Wie früher in der Schule 😉
Auf der zweiten Hälfte wurde die Strecke immer trailiger und die Waldautobahnen der ersten Hälfte zum Glück immer seltener. Was ja eigentlich positiv für die Läufer ist war für das Knie meines Zweibeiners Gift. Er wurde auf den teilweise recht unwegsamen Downhills immer langsamer und musste immer öfter seine Stöcke als Stütze einsetzen. Mich fuhr er regelmäßig an weil ich ihm zu schnell wurde. Auf dem lockeren Boden der mit Steinen und Wurzel übersät war musste sein Knie enorm ausgleichen und wurde somit stärker belastet. Es wurde zunehmend zäher, schade eigentlich denn der ermittelte Pulsschnitt war zu dem Zeitpunkt noch absolut im Rahmen und konditionell war noch alles drin.
An jedem VP wurde die Nummer der Läufer notiert damit 1.) keiner bescheißen kann und 2.) keiner verloren geht. Immer wieder hatte sich die Startnummer fast vom Startnummernband gelöst. Auf dem letzten Drittel passierte es dann.
Auf einen abschüssigen Singletrail liefen wir vor Dominik runter. Mein Zweibeiner biss die Zähne zusammen und kämpfte sich runter als er plötzlich feststellte dass er die Nummer verloren hatte. Am Band waren noch deutlich die Rest zu sehen. Stimmung war im Eimer….an der Nummer war auch der Transponder für die Zeitnahme befestigt. Sollte er sich jetzt 86 km durch den Pfälzerwald kämpfen um an Ende noch nicht mal eine Zielzeit zu haben? Kurz überlegte er zurück zulaufen und die Nummer zu suchen. Lange konnte sie noch nicht verschwunden sein. Dominik der ja hinter uns lief hatte keine Nummer gefunden. Wo konnte sie nur sein?
Wir entschieden uns weiter zu laufen, auch ohne Nummer. Die kannte er ja auswendig, muss er halt im Ziel Bescheid sagen. Kann man nicht ändern. Eine Suche hätte zuviel Zeit gekostet.
Wir liefen also weiter bergab und trafen auf einen anderen Läufer der auch etwas verloren hatte, seinen USB-Stick seine Nike GPS Systems…. Was ein Mist! Plötzlich hörten wir jemanden den Namen meines Zweibeiners rufen. Woher kannte der Kerl den Namen? Klar, er hatte die Startnummer gefunden und eingesammelt. Sehr geil! Wir bedankten uns uns liefen ein Stück mit ihm weiter. So Typen trifft man auf Ultras! Da gibt es zumindest hinten im Feld keine Konkurrenten  nur Leidensgenossen. Das ist wahrer Sportsgeist. Er hätte die Nummer ja auch einfach liegen lassen können. Bringt ihm ja nix sich nach über 60 km zu bücken und den Fetzen Papier aufzuheben… 
Die Startnummer wanderte in den Rucksack. An den VPs nannten wir die Nummer und wurden abgehakt.
Vor dem zweiten VP mit Dropbags, VP Rahnfels bei km 66,7 erwartete uns der höchste Punkt der Strecke bzw. eben dieser VP lag ganz oben. Dort ging es auf knapp 3 km gute 240 HM nach oben, Singletrail. Schon nach dem VP 8 bei km 56 erwartete uns ein Anstieg mit fiesen Stufen, aber der Anstieg vor VP 9 kostet enorm Kraft. Das bestätigten auch die 3 oder 4 Läufer zu am VP zu uns aufschlossen. „Musste das jetzt noch sein??“ und ungläubige Gesichter kamen und entgegen. Dominik war nach dem Anstieg etwas vor gelaufen da er am dem VP etwas mehr verpflegen wollte und nicht soviel Zeit vergeuden wollte. Wir schlossen auf und futterten ebenfalls etwas. Während die Downhills die Schwäche meines Zweibeiners wurden, verlor Dominik die meiste Zeit an den VPs, futternd und quatschend. So gesehen haben wir uns da glaube ich gut ergänzt 😉 Er trieb uns auf dem Trail und wir drängelten etwas an den VPs.
Bei km 77, Ortsmitte Hönningen legten wir eine längere Pause ein. Man brachte mir etwas Wasser und Dominik unterhielt sich wieder. Dieser VP war der Letzte Cut-off und wir passierten ihn mit guten 75 Minuten Puffer. Wir waren im Grunde durch. Knapp 9 km in zwei Stunden sollten fast wandernd zu schaffen sein. 
Die letzten Kilometer waren trotzdem noch eine harte Nuss für uns. Immerhin lagen wir jetzt schon gute 27 km über dem 50er im Westerwald. Der längste Lauf meines Zweibeiners war bis dato der am Wörthersee mit 64 km. Hier waren wir bei plus 13 km und weitere 9 sollten noch folgen. 
Gegen Ende kamen wir dem Start und Zielbereich natürlich immer näher, was zu Folge hatte dass der Asphaltanteil wieder zu nahm. Schmerzendes Knie, harter Boden, aufgeweichte Füße und Speedcross-Profil dass sich in die Fußsohle bohrte waren echt Mist. Das sah man meinem Zweibeiner jetzt ganz deutlich an. Zudem war er jetzt auch so langsam am Ende seiner Kräfte. Dominik musste jetzt immer wieder eingreifen damit wir unser Ziel den Ultra unter 12 Stunden zu finishen auch packten. Dieses Ziel hatten wir und unterwegs gesetzt als es möglich schien. Angetreten waren wir ja mit der Vorgabe ins Ziel zu kommen. 
Er pushte uns weiter, trabte immer wieder an so dass wir es ihm gleichtun mussten. 
Als dann die Markierungshütchen auftauchten erkannte mein Zweibeiner wo wir waren, hinter der nächsten Kurve musste die Ziellinie kommen. Und sie kam auch. Wir konnten die Zielbogen und die Zeittafel schon sehen, die Zeit konnten wir allerdings nicht erkennen. Wir liefen einfach drauf zu. Am Rand standen vereinzelt Menschen die uns anfeuerten. Als wir der Ziellinie näher kamen erkannten wir dass wir unter 12 Stunden bleiben würden. Wir liefen weiter und weiter, an der Ziellinie standen die letzten Helfer und der Sprecher der uns nach der Nummer fragte, mein Zweibeiner nannte sie ihm abwesend und lief weiter….von hinten hörten wir Orbis… „jetzt läuft der einfach weiter, gibt doch noch ne Medaille“. Da kam auch schon eine junge Helferin und hängte ihm die Medaille um. Ein Lächeln, ein schmerzendes Knie und alle Last viel ihm von den Schultern. Ob ich auch eine Medaille haben dürfte, fragte die Helferin. Klar darf ich das, bin ja mit gelaufen. Sie hängte auch mir die Trophäe um. Die Zweibeiner freuten sich. Mir war es egal…irgendwie. Ein Knochen wäre mir lieber gewesen.
Wir stärkten uns noch etwas am Ziel und warteten noch auf ein paar Läufer die nach uns kamen. Freuten uns mit ihnen.
Zum Glück waren die Dropbags schon im Ziel so das sich mein Zweibeiner flott, so flott es eben ging frische Klamotten anzog und wir in die Ferienwohnung fahren konnten. Nach einem heißen Bad für den Zweibeiner und einem großen Napf Frischfleisch für mich fuhr der Zweibeiner auf der Suche nach was zu Essen Richtung Zielbereich. Dort fand die After Trail Party statt. Meinem Zweibeiner war das allerdings zu laut so das er in die nahe gelegen Pizzeria ging um dort zu Essen.



Zweibeiner-Fazit der Veranstaltung:


  • Die Strecke war sehr abwechslungsreich
  • Für Einsteiger im Trailbereich eine tolle Strecke, lediglich die 86 km sind für Einsteiger in der Regel zu viel.
  • Läufer die wie wir sehr oft auf den Trails unterwegs sind hätte es gerne noch trailiger sein können, das ist aber wenn dann motzen auf hohem Niveau. Viele „Wege“ waren eindeutig entweder durch den Veranstalter oder Wildschweinen in den Wald gefräßt worden und vorher nicht existent. Gerade auf dem zweiten Teil.
  • Großes Manko war mein Knie, Pulsschnitt lag bei 76% HFMax und somit absolut im grünen Bereich. Klar, zum Schluss lies die Kraft nach war aber immer auch im Ziel noch soweit vorhanden.
  • Der Rucksack ist Mist, nicht nur dass er in der Vergangenheit abgefärbt hat nein, auch der Reißverschluss hat sich schon ziemlich früh verabschiedet. Dadurch saß er nicht mehr so fest am Rücken und schlug ab und an umher. 
  • Alleine wäre ich das Ding nicht gelaufen. Nachdem Steffen dann morgens auch noch ausgefallen war, war ich kurz davor entweder gar nicht zu starten oder auf den Halftrail abzukürzen. Gut dass Dominik zugesagt hatte.
  • Die Thr33ky Ärmlinge waren eine gute Ergänzung zum Rest der Bekleidung und haben mich den ganzen Lauf über warm gehalten. Die Wintervariante wäre eindeutig zu warm gewesen. Hatte ja aber auch gute  und erfahrene Berater mit dem Oberhörnchen und dem Gripmaster.
  • Der Regen störte nicht wirklich, die Strecke war immer gut laufbar.
  • Die Stöcke waren es später absolut wert mitgeschleppt zu werden, so konnte ich mein Knie entlasten
  • Die Distanz war mir bei meinem aktuellen Leistungsstand zu lang und da halbwegs vernünftig durch zu kommen. Auch ohne die vielen Pausen an den VPs die ich gerne angenommen habe wäre ich / wir wohl höchstens 25 Minuten früher ins Ziel gelaufen.
  • Für Bonni war die Distanz ebenfalls zu groß, in Zukunft werde ich schauen dass ich sie nur noch zu Läufen bis maximal 55-60 km mitnehmen werden. 
  • Mich selber werde ich wohl auch in Zukunft über die langen Distanzen quälen, bin ja alt genug.
Auch wenn im Bericht recht oft das Wörtchen „Schmerz“ vorkommt, hat es trotzdem viel Spaß gemacht an dem Lauf teilzunehmen. Hier zeigte sich mal wieder der große Unterschied zwischen einer Ultraveranstaltung und einem Stadtmarathon oder einem kurzen Volkslauf. Beim Pfalz Trail und anderen Läufen die über die Marathondistanz hinausgehen und wo zumindest das mittlere bis hintere Feld nicht mit übertriebenen Ehrgeiz an die Sache geht steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Man quält sich zusammen über die Strecke, unterhält sich mit jedem ein wenig, läuft ein paar Kilometer zusammen und unterstützt sich so. Das liegt mir definitiv mehr als das Gehetze auf den kürzeren Distanzen.

Unser Glückwunsch geht an alle Finisher der Ultra-Strecke, des Halftrails und der anderen Distanzen. Die Bodenbedingungen waren nicht immer einfach und bei Sauwetter kostet es noch mal ein wenig mehr Überwindung überhaupt zu starten.
Danken wollen wir noch mal allen Helfern und Zuschauern die selbst bei uns, knapp 30 Minuten vor dem offiziellen Ende noch an der Strecke im Regen standen und uns und die anderen angefeuert haben. 
Selbstverständlich auch ein großes Dankeschön an Dominik der uns die Strecke über begleitet hat und mir in den schwierigen Momenten immer wieder mit der Frage „antraben?“ auf die Nerven ging. Ich wäre nämlich das eine oder andere Mal eben nicht alleine angetrabt.
Bilder gibt es leider keine da ich selber bei Dauerregen keine gemacht habe und die Bilder vom offiziellen Fotografen noch nicht online sind. Sobald diese da sind hänge ich sie hier noch dran.



Ich mit eigener Medaille, etwas fertig vom Ultra 😉



Ausrüstung:

3/4 Running Tight von Lidl
3KY Compressions Calfs / Compressport in schwarz
Salomon Speedcross 3
Laufunterhemd ebenfalls von Lidl
Nordic Walking Stöcke vom Lidl
Lecker Sport Beans als Notration und Motivationsschub







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    SaschaSascha

    Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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