Team Thr33ky erläuft den 2. Platz in der AK M30 beim 9. Berglauf in Brodenbach



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Wie es gestern gelaufen ist? Sehr gut würde ich sagen, aber fangen wir von vorne an.

Als wir gestern gegen 18:20 in Brodenbach ankamen und auf den Parkplatz fuhren stand Mac Gaida schon an seinem Auto und legte die Wettkampfmontour an. Er hatte sich ziemlich kurzfristig dazu entschieden am Lauf teilzunehmen und war schon eine Weile da da er sich noch nachmelden musste.
Auch ein Arbeitskollege meines Zweibeiner stand schon auf dem Parkplatz und sortierte sich.
Zusammen gingen wir zum Feuerwehrhaus die Startnummer abholen.
Der Kollege war zu erst dran, das Gruselige war dass der Mensch an der Startnummernausgabe die Anmeldung überhaupt nicht suchen musste sondern direkt vorliegen hatte, ganz oben auf dem Stapel. Noch gruseliger war dass die Anmeldung meines Zweibeiner direkt darunter lang…..wenn das mal nicht perfekte Organisation war.

Wir standen also nach der Nummerausgabe so in der Gegend rum, hatten noch ca. 30 Minuten Zeit bis zum Start. Die Zeitnahme erfolgte als Bruttozeit und das Rennen sollte durch einen Massenstart begonnen werden. Einen Chip oder ähnliches gab es nicht, ist aber auch nicht weiter tragisch bei einer Veranstaltung mit 50 Startern.
Der Streckenrekord in der M30 liegt im Übrigen bei irgendwas um die 20 Minuten und stammt aus dem Jahre 2010. Das ist mal ne Hausnummer!
Wir hatten für den Lauf keine wirklichen Ziele, wenn man mal von „oben ankommen“ absieht. Mein Zweibeiner ist weder ein schneller Läufer noch hat er Spaß daran es überhaupt zu versuchen. Jeder Gedanke an Tempotraining wird sofort unterdrückt. Ich glaube er hatte irgendwas um die 40 Minuten im Hinterkopf, so insgeheim.
Schon vor dem Start kamen wie üblich unzählige Leute auf ihn zu und sprachen ihn auf mich an. Ob ich denn die Strecke schaffen würde, ob es mir nicht zu warm wäre, dass sie es ganz toll fänden, früher auch viel mit ihrem Hund gelaufen wären…bla bla bla. Das Übliche eben. Kennen wir schon zur Genüge.
Unter all den Leuten waren aber auch ein Presse Fotograf und die dazugehörige Reporterin der lokalen Presse. Diese notierte sich meinen Namen, den Namen meines Zweibeiner, seinen Wohnort usw. Sie bat uns beim Start ganz vorne zu stehen damit sie ein Tolles Foto machen könne. Auf die Aussage meines Zweibeiners dass wir ganz hinten Starten würden um niemanden beim Start im Weg zu sein, wir hatte ja schließlich keine Siegesambitionen reagierte sie etwas enttäuscht.
Als der Countdown dann bei knapp 3 Minuten angekommen war verabschiedeten wir uns und reihten uns hinten ins Starterfeld. Hier gab es dann die nächsten Sprüche, „der läßt sich ziehen“, “ mit dem würde ich gerne tauschen“. Mein Zweibeiner erwiderte routiniert, „kannst sie gerne mal ein Stück haben“, wollte aber keiner 😉
Pünktlich um 19:00 fiel der Startschuß, ja wirklich ein Schuß. Das war mein erster Schuß…ganz schön laut. Kurz gezuckt und los gerannt.
Der Start ist genau mein Ding, zum Leidwesen meines Zweibeiners. Das Feld startete mit einem enorm hohen Tempo durch Brodenbach. Die ersten beiden Kilometer liefen wir eine Schleife durch den Ort und kamen nach knapp 1,5 km wieder am Startbereich vorbei. Tempo lag nach km 1 bei 03:45, mein Zweibeiner keuchte hinter mir. Wir hatten schon vor der ersten Kurve die einen Anstieg hoch ging fast das kompette Starterfeld eingeholt. Lediglich Mac Gaida und eine handvoll Läufer waren noch vor uns. Ich hörte von hinten immer wieder ein gekeuchtes „Bonni langsamer“, kümmerte mich aber nicht drum und gab weiter Vollgas. So gut es eben geht mit knapp 80 kg Mensch im Schlepptau. Den zweiten Kilometer beendeten wir in 03:57 Minuten. Höhendifferenz lag hier bei + 4 Meter 😉 Der Berg sollte erst noch kommen.
Kiloeter drei führte uns auf der Kreisstraße aus dem Ort und Richtung Campingplatz, langsam aber stetig machten wir auf Kilometer 3 und 4 30 Höhenmeter gut. Auf Asphalt und nicht wie gedacht auf Schotter oder Waldwegen. Mein Zweibeiner hatte mit den Minimus Trail definitiv die falschen Schuhe an. Die sind für schnelle Kilometer auf Asphalt genauso wenig gemacht wie de Zweibeiner selbst.
Wir hielten kurz an einer Pfütze zur Verwunderung meines Zweibeiner. Ich soff dort kurz und wir liefen weiter.
Nachdem wir Kilometer 4 passierten, die Restkilometer waren übrigens auf Schildern ausgeschrieben begann der Berglauf erst so richtig. 143 Höhenmeter sollten uns erwarten, wir waren zum Glück mittlerweile auf einen geschotterten Waldweg abgebogen und überholten die ersten Läufer bergauf. Unser Trailrunninggedöns zahlte sich aus. Langsam aber stetig liefen wir den Berghoch wo andere schon gingen.
Erneute Pause…auch eine Dame muss mal ihr Geschäft verrichten. Wir wurden wieder von einigen Läufer kassiert. Das ärgerte meinen Zweibeiner sichtlich denn wir lagen garnicht so schlecht. Die Tatsache dass ich ihn die ersten zwei Kilometer nach dem Start zu gepusht hatte und wir seitdem nur von zwei Läufern überholt wurden und diese noch in unmittelbarer Nähe vor uns liefen machte ihm wohl etwas Hoffnung.
Wir liefen also wieder an Berg an und auf die Vordermänner auf, und wechselten an und an in den Gehmodus. Prinzipliel aber erst einige Meter nachdem die anderen Läufer dies taten. Wir begannen auch mit dem Laufen immer ein paar Meter früher und nicht erst wenn es zwischendurch mal ein paar Meter „flach“ war. Der Zweibeiner fing doch tatsächlich an zu taktieren, hatte er doch auch schon den ersten Verpflegungspukt kurz vor dem Anstieg ausgelassen. Den Zweiten, in der Mitte des Anstieges lies er auch auch, wir sind Langstreckenläufer wir brauchen auf 5,5 Kilometer keine Verpflegung 😉
Ich legte erneut eine Pinkelpause ein…. wieder ein verärgerter Blick von der Seite…Hey so ist dass wenn man mit Hund läuft…man wird nicht nur gezogen sondern eben auch gebremst.
Das Tempo für Kilometer 5 lag bei 08:29, ein uns bekanntes Tempo dass uns regelmäßig auf dem Trails begegnet. Einiges Straßenläufer keuchten ganz extrem hinter uns. Einer sogar so läuft dass wir dachten der kippt uns gleich um…es haben aber alle durch den Torbogen der Ehrenburg geschafft…
Oben angekommen ging es die Letzten 400 Meter noch mal 53 Meter bergab und wir beschleunigten, ich verfiel in den Galopp und mein Zweibeiner in die klassische Zweier-Atmung. Mit einer Pace von 4:29 flitzten wir ins Ziel wo schon einige Läufer warteten und applaudierten. Wir liefen noch ein Stück weiter und Mac Gaida brachte uns sofort was zu trinken, danke dafür. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten war dass der sich den Sieg in seiner Altersklasse erlaufen hatte.
Kurze Zeit nach uns kam auch schon einer der beiden Kollegen ins Ziel. Auf flacher Strecke hätte mein Zweibeiner niemals ein Chance gegen ihn, lief er doch dieses Jahr die 5 km beim Firmenlauf Koblenz in 21:02!
Wir warteten noch auf die restlichen Läufer. Lustigerweise war die letzte Läuferin die mit der Startnummer 1 und noch lustiger ist dass sie auch 1. in ihrer Altersklasse wurde. So was gibt es halt nur bei so kleinen Läufen 😉
Nachdem alle im Ziel waren und teilweise mit den Shuttlebus wieder runter fuhren machten wir drei, Mac Gaida und wir uns ebenfalls auf den Weg. Zu Fuß versteht sich.
Wir liefen den Downhill von 2,5 km in guten 13 Minuten, so macht das Laufen Spaß. Hatte mein Zweibeiner bergauf noch ein paar Probleme mit dem Grip der Schuhe ging es jetzt umso besser wieder runter. Die Beine waren frisch und er gab Gas. Wir überholten ein paar verwundert schauende Läufer die sich den Berg runter quälten.
Unten angekommen tranken wir erstmal, also die Zweibeiner ein kühles Erdinger. Was auch sonst. Mir hatte die nette Reporterin Wasser organisiert, danke hierfür.
Nachdem der Stärkung gingen wir zum Feuerwehrhaus die Ergebnisse einsehen. Und siehe da, wir waren 2. in der AK M30! Mit 28:43,9 Minuten für die 5,92 Kilometer und 192 HM Differenz. Letztes Jahr hätte die Zeit nur für Platz 5 gereicht aber zum Glück hatten einige Läufer wohl dieses Jahr keine Lust bei dem Wetter zu laufen.
Da wir die Pokale gesehen hatten die es geben sollte entschieden wir bis zur Siegerehrung zu bleiben, das wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen.
Siegerehrung fand um 21:00 statt, etwas spät wie wir meinen. Hätte man ruhig um 30 Minuten vor verlegen können, dann wäre eventuell auch mehr Platzierte da gewesen.
Gegen halb zehn waren dann die M30 dran und wir bekamen die Urkunde und eine Flasche Wein.
Wir blieben noch bis zum Schluss der Siegerehrung und mit jeden Pokal der nicht ausgegeben wurde begannen wir uns mehr zu wundern.
Wir wollten doch unbedingt den Pokal! Wir gingen noch einmal zum Aushang der Zeiten, da stand ganz deutlich dass in der M30 der 1. und 2. einen Pokal bekommen sollten. In der M35 in der Mac Gaida siegte sollte nur der 1. einen bekommen. Wir sprachen einen der Verantwortlichen darauf an, der erklärte uns dass im letzten Jahr alle Läufer meinten sie hätten schon soooo viele Pokale dass sich der Veranstalter dazu entschied in diesem Jahr Sachpreise auszugeben….das war die Flasche Wein… Sehr schade denn auch einen Tauschhandel wollten Sie sich nicht einlassen. Die Pokale standen also nur bei der Siegerehrung damit der Tisch nicht so leer war…. 🙂

Fazit der Veranstaltung: Sehr gut organisiert, zwei Verpflegungspunkte auf 5 km für 50 Starter. Bis auf die Unklarheit mit den Pokalen aber eine super schöne Veranstaltung die wir wenn wir Zeit haben nächstes Jahr bestimmt wieder besuchen werden.
Wir wissen aber dass wir trotz des 2. Platz in der Altersklasse letztes Jahr nicht mal einen Blumentopf gewonnen hätten. Egal, man muss die Chancen nutzen wenn sie sich ergeben 🙂



Platzierung in der AK M30: 2 von 5
Platzierung gesamt Männer: 17 von 43




Team Thr33ky als 2. der AK M30 



Mac Gaida rockt die AK M35 – Glückwunsch!





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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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