Doppelmoppel Laufwochenende



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Morgen zusammen,

ich habe mich entschieden den Weg zum Pfalz Trail Ultra im Oktober von mir und meinem Zweibeiner zu dokumentieren. Nicht jeden Lauf, aber zumindest die ultraspezifischen langen Läufe und Doppelbelastungen.

Die Vorbereitung startete am letzten Wochenende. Das erste Mal dass wir an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Läufe über 20 km gemacht haben, in diesem Fall zwei mal 33 bzw. 34 km

Der erste Lauf startete am Samstag um 07:20. Der Wettermann hatte für diesen Vormittag bis zu 28°C vorausgesagt. Definitiv kein Hundewetter!
Die Strecke die mein Zweibeiner rausgesucht hatte sollte größtenteils im Wald und an der Eltz verlaufen so dass wir jeder Zeit das kalte Wasser nutzen konnten.
Wir liefen also bei uns vor der Haustür los Richtung Burg Pyrmont und dem Felsensteig. Der Pyrmonter Felsensteig ist unser „home trail“ und wird folgendermaßen angepriesen:

Abenteuerliche Pfade und steile Felswände wechseln sich ab mit weitläufigen Feldern und schönen Ausblicken, die mittelalterliche Burg Pyrmont lädt zur Besichtigung ein und krönender Abschluss ist der idyllische Wasserfall bei der Pyrmonter Mühle.


Liest sich, bis auf die Sache mit den weitläufigen Feldern ganz toll. Ist er auch. Hier sammelt man auf knappen 12 km und gute 400 Höhenmeter. In der Regel ist das für uns eine Wendepunktstrecke da wir am höchsten Punkt bevor es raus auf die Felder geht drehen und die letzten Anstieg somit im Downhill nehmen. 
Nicht so am Samstag; wir wollten ja möglichst viele Kilometer sammeln an dem Tag und so liefen wir den gesamten Traumpfad ab. Um diese frühe Uhrzeit war der Wald noch angenehm ruhig und roch enorm nach Wildschwein, mein Zweibeiner lies sich aber nicht dazu überreden mich kurz ins Unterholz verschwinden zu lassen. Schon hier nutzen wir das kühle Nass der Eltz regelmäßig um uns zu erfrischen. 
Von den Wildschweinen blieb zum Glück nur der Geruch, wäre nicht das erste Mal dass wir hier auf die Viecher stoßen.
Der Teil durch den Wald führt über meist schmale und sehr wellige Pfade. Man hat hier kaum 5 Meter auf dem selben Niveau, immer wieder geht es für ein paar Meter runter um dann minimum genau die paar Meter wieder im Anstieg zu haben. Gleichmäßig laufen fällt hier für Zweibeiner aus, mir macht das recht wenig. Geht halt nix über 4WD.
Auch wenn hier im Wald die Sonne nicht schien, so stand hier die warme und stickige Luft. Die Eltz gab ordentlich Feuchtigkeit ab. 
Als wir die letzte steinige Steigung genommen hatte und oben an der Waldgrenze an der Schutzhütte raus kommen stand die Sonne bereits hoch über den Feldern. Wir ahnten was heute auf uns zu kommen würde.

Jetzt folgten gute 6 km über die 

weitläufigen Feldern und schönen Ausblicken

Es war mittlerweile um die 09:00 und die Temperaturen waren schon nahe an vorausgesagten Maximum für den Vormittag. Mein Zweibeiner schleppte sich also  über die geschotterten Wirtschaftswege und genoss die Aussicht…. naja es gibt schöneres als die unendlichen Weiten des Maifeldes. 

Wir kamen erneut am Wasserfall an der Pyrmonter Mühle vorbei

http://www.osteifel-aktiv.de

Dort warteten auch schon unzählige Bremsen auf uns…. Das sollten ab hier unsere ständigen Begleiter werden.

Bei km 19 landeten wir dann endlich wieder im Wald und auf dem nächsten Traumpfad Eltzer Burgpanorama. Wie der Name schon erahnen läßt führt auch dieser Pfad an der Eltz entlang. Gut geplant von meinem Zweibeiner 😉

Auch dieser Traumpfad ist natürlich ziemlich wellig, bietet aber auch mal längere Stücke ohne An- oder Abstiege.
Im Wald war es wieder recht angenehm oder zumindest besser als in der prallen Hitze. Wie üblich bei unseren langen Läufen laufen wir ohne Leine, der Zweibeiner läuft mir trotzdem nicht davon. Mittlerweile hab ich ihn da schon recht gut erzogen.
Ab und an machten wir wieder Rast am Wasser, so ließen sich die Temperaturen eigentlich ganz gut aushalten.

Bei km 26 waren wir dann an der Burg Eltz angekommen. Eine schöne Burg, gut restauriert und touristisch voll erschlossen. Dort machten wir eine kurze Rast und der Zweibeiner schoss ein paar Bilder. Die „wandernden“ Touristen schauten ungläubig den man sah uns an dass wir anders als sie waren 😉
Gewandert sind die wenigsten der Leute hier denn es fährt ein Bus vom Parkplatz oberhalb bis runter an die Burg….faule Menschen gibt es….




 Nach dem Umfüllen des Wassers mit Maltodextrin (Zweibeiner testet das aktuell) in die THR33KY Trinkflasche und einem Tütchen Sport Beans ging es weiter. Vorbei am Bus mit den schwitzenden, unsportlichen Wanderern. Es waren noch nicht mal nur ältere Menschen die das Shuttle nutzten, das hätten wir ja noch verstanden…. Naja werden sehen was sie irgendwann davon haben.

Der Weg führte uns ein Stück auf bekannten Pfaden retour. Wir hätten im Grunde auch den Rundweg nehmen können, dem Zweibeiner war das aber zu weit. geplante 35 km sollten genug sein. Zumal seit km 15 ca. auch die Entfernungsmessung per Handy den Geist aufgegeben hatte. Dicke Wurstfinger und Touchscreen passen irgendwie nicht zusammen fürchte ich. Brauche ich zum Glück nicht.
Der Rundweg ist aber für das nächste Doppelmoppelwochenende schon mal angedacht. Dürften dann noch mal ca. 4 km extra sein schätzt er.

Kurz bevor es wieder aus dem Wald geht warten nochmal gute 100 Höhenmeter auf ca. 1000 Meter Distanz. Ging enorm auf die Pumpe an dem Tag.
Oben angekommen hatte der Zweibeiner wieder Handyempfang und beantwortete eine Whatsapp Nachricht. Die Gruppe „Strongmanrun“ die aus ein paar seiner Kollegen die sich auf eben dieses Event nächstes Jahr vorbereiten wollen hatte ein neue Mitteilungen. Man beklagte sich über Muskelkater und die achso anstrengenden sportlichen Aktivitäten…

Antwort vom Zweibeiner war das Bild oben und der Satz „Stellt euch nicht so an. Bin seit 07:00 unterwegs“ das war um 11:16…. Wirklich Lust hatte er da schon keine mehr, konnte das aber natürlich nicht vor den Kollegen zugeben….Männer eben!
KM 28  – 34 verliefen dann durch Ortschaften bis nach Hause. Dank der Uhrzeit stand die Sonne nun direkt über uns und wir hatte keinen Schatten mehr. So langsam verlor auch ich die Lust.

Als wir dann endlich um 12:00 daheim angekommen waren, führte uns der erste Weg in den aufblasbaren Pool der Kleinen. War sehr angenehm, auch wenn das Wasser lauwarm warm.

Sonntag stand der zweite Lauf auf der selben Strecke an. Diesmal waren wir zum Glück nicht alleine. Dirk kam extra aus der Kölnergegend angefahren um uns zu begleiten. Dirk kennen wir von mittlerweile einigen Gruppenläufen die wir absolviert haben. Der letzte gemeinsame Lauf war der Badwater Kidstrail in Longuich. Danach war Dirk noch beim Zugspitz Supertrail unterwegs gewesen und hatte das Ding in etwas über 13 Stunden gefinisht. Man kann also behaupten er habe meinem Zweibeiner etwas voraus 😉


Kurz vor sieben stand er dann auch schon vor der Tür und wir machten uns auf. Die Strecke sollte wie gesagt die selbe sein nur dieses Mal mit GPS-Unterstützung so dass mein Zweibeiner auch was zum Auswerten hat.

Strecke auf Endomondo 34,22 km in 04:30:xx

Das Wetter war am Sonntag um einiges angenehmer als den Tag davor. Die gemeldeten Temperaturen lagen bei ungefähr 25°C, ganze 10° weniger als am Vortag. Krasse Sprünge macht das Wetter ab und an.


Die beiden Zweibeiner unterhielten sich über dies und das, Fachgespräche nennen sie das. Nunja. 

Dirk kannte die Strecke bisher noch nicht, zumindest nicht laufend. Gewandert war er den Felsensteig aber schon. 
Als wir grade auf der welligen Strecke um die Burg Pyrmont unterwegs waren passierte das was kein Trailrunner gerne hat. Dirk vertrat sich auf dem wurzeligen Untergrund und humpelte ein paar Meter weiter… zum Glück hat mein Zweibeiner immer eine Dose Eisspray im Rucksack und so konnten wir den Knöchel sofort kühlen und nach einer kleinen Pause ging es auch schon weiter. Die Pause nutzte mein Zweibeiner um einem bisher unbekannten Pfad an der Hütte nach zugehen. Sah auf den ersten Blich interessant aus, ich bin mir sicher dass wir den bald erkunden werden.

Nach ein paar Meter hatte sich Dirk scheinbar die Schmerzen aus dem Knöchel gelaufen und der weiteren Tour stand nichts mehr im Wege. Wäre echt ärgerlich gewesen wenn wir hätten abbrechen müssen.

Der Rest der Tour ging dank der erneut vielen Pausen an der Eltz ganz gut. Mein Zweibeiner hatte keine großartigen Beschwerden die auf die Doppelbelastung zurück zu führen waren.

Die Maltodextrinmischung (Maltodextrin 12) hatte er für den zweiten Lauf angepaßt und die Dosierung erhöht.

Samstag lag die Mischung bei 16 Teelöffel pro 2 Liter.
Sonntag bei 30 Löffel pro 2 Liter.

empfohlen wird eine Dosierung von 16 Teelöffel pro 1 Liter Wasser. AM zweiten Tag lag die Dosierung also fast an der Empfohlenen.

Den Bericht plus Dosierungsrechner gibt es auf www.triathlon-szene.de


Fazit des Wochenendes: Die Belastung hielt sich trotz der Temperaturen in Grenzen, die folge Tage waren bei uns beiden frei von Muskelkater oder extremer Muskelmüdigkeit. Sowohl für die weiteren Trainings als auch den geplanten Wettkampf werden wir die regelmäßigen Pausen beibehalten. Cut Off beim Pfalz Trail liegt bei 14 Stunden. Das Wetter wird im Oktober auch nicht mehr so extrem sein wie am Wochenende. Das sollte grundsätzlich also zu packen sein, aber auf dem Trail weiß man ja nie was kommt.

Danke Dirk für die Begleitung, zu dritt macht es doch gleich mehr Spaß! Und nein, du warst uns überhaupt nicht zu langsam….ok mir schon aber für den Zweibeiner war’s perfekt. 😉






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SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


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