7. Rheinsteig Extremlauf – extremes Wetter, extrem rutschig und extrem spaßig!



Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten, 37 Sekunden



Bonni mein Name. Ich bin der arme Hund der bei jedem Wetter mit seinem Zweibeiner raus muss. Am Wochenende waren wir zusammen beim Rheinsteig Extremlauf in Bonn Ramersdorf. Lest wie es uns ergangen ist…

..was für ein Sauwetter.

7. Rheinsteig Extremlauf 2013

Was soll ich groß sagen zu dem Lauf? Bereits im Vorfeld hatte der Veranstalter auf die schlechten Bedingungen auf der Strecke hingewiesen, sich aber dazu entschieden den Lauf nicht abzusagen.
Es regnete schon ein paar Tage davor entweder durchgehend oder schwungweise in der Region. Auch am Lauftag war das Wetter nicht besser.

Da Start und Zielbereich 34 km auseinander lagen hatte der Veranstalter empfohlen sein Auto im Zielbereich zu parken und dann mit der Bahn zum Start zu fahren. Da Herrchen aber ja mit mir unterwegs war und wir keinen Bock darauf hatten mit der Bahn hin und her zu fahren, hatte Herrchen mit seinen Laufkumpanen abgemacht dass wir uns am Ziel treffen und mit seinem Auto dann zum Start fahren würden. So waren wir unabhängig vom Öffentlichen Nahverkehr.

Am Start angekommen trafen wir noch ein paar uns bekannter Läufer, hielten kurzen Smalltalk und organisierten die Startunterlagen.

Ziemlich pünktlich um 08:00 ging es dann im Regen los, ca. 300 Läufer starteten Richtung Siebengebirge. Unsere Gruppe blieb am Anfang zusammen und so liefen wir 5 plus Herrchen im Pulk mit.  Gerade zu Beginn solcher Läufe laufe ich nicht gerne hinter den doch etwas langsamen Zweibeinern hinterher, Herrchen bremst mich dann aber immer. Bedingt durch das große Gedränge an der ersten Treppe und in den engen Gassen von Bonn Ramersdorf kam es immer wieder vor dass ich einige Meter vor den anderen lief. An den Verpflegungpunkten bei km 3 und km 6 wartete ich kurz auf die Anderen und lief mit ihnen weiter.
Irgendwie war mir die Gruppe aber dann doch zu langsam und wir liefen getrennter Wege. Dirk lief noch einige Zeit mit uns mit und verschwand dann in der Menge hinter uns.
Ab ca. km 8 oder 9 lief ich also „alleine“ durchs Siebengebirge, es regnete noch immer in Strömen. Trotzdem hatte Herrchen zu Beginn schon seinen Windbreaker ausgezogen, eine gute Entscheidung wie sich nach dem Lauf herausstellen sollte.
Er lief also in relativ dünnem Langarmshirt weiter, nass werden würde er ja eh und wirklich kalt war es auch nicht. Das Thermometer im Auto gab an dass wir so ca. 10° hatten. Reicht mir grundlegend, Herrchen auch.
Wir waren scheinbar das einzige Hund-Läufer-Gespann deshalb kam Herrchen mit fast jedem Läufer den ich überholte / überholen wollte ins Gespräch. Irgendwie scheinen alle einen Hund zu haben, die meisten gehen auch mit ihnen Laufen nur keiner hatte ihn dabei  Hinzukamen unzählige erstaunte Läufer „…das ein Hund soweit laufen kann…“ „läuft der die ganze Strecke mit?“ „Voll gemein, der lässt sich ziehen…“
Seine Antworten waren dann wie folgt „…ja die läuft sogar noch viel weiter, Hunde sind Lauftiere….“ „Das ist nicht gemein, wir können bergab ja gerne mal tauschen…oder einfach hier und jetzt“ Diesmal wollte mich aber keiner halten…Der Letzte der es gewagt hatte, gab mich auf einem langen Stück bergab keuchend wieder zurück. „Die ist ja voll schnell, da komme ich nicht mit….“ Der Blick als ich dann mit Herrchen den Läufer im Downhill überholt habe war Klasse…. Ja den Downhill kann man trainieren…auch mit Zweibeiner im Schlepptau 
Das Geheimnis wie man mit Herrchen einen Downhill verletzungfrei runterkommt ist im Grunde ein ganz einfaches. Frühzeitig sehr deutlich klarmachen wo ich langlaufen will geben bevor er sich selber den Weg runter sucht. So schaffe ich es mittlerweile auch mit dem Zweibeiner zwischen zwei Bäumen durchzukommen.
Nach ein paar weiteren Kilometern lief ich auf einen Bekannten von Herrchen auf mit dem er beim 7 Hill Thrill vor ein paar Wochen kurz gequatscht hatte. Rodrigo war schon einige Straßenmarathonläufe gelaufen, der RHEX war abgesehen vom Gruppenlauf sein erster Trailwettkampf. Irgendwie haben die beiden Zweibeiner sich fest gequatscht und ich beschloss ihr etwas langsameres Tempo mit zu laufen. Hilft ja nix wenn man den Zweibeiner immer den Berg hochziehen muß. Ich wurde das Gefühl nicht los dass Herrchen froh war jetzt einen Grunde zu haben endlich langsamer machen zu können. Rodrigo meinte immer wieder wir müssten nicht auf ihn warten und sollten ruhig unser Tempo gehen. Trotz meiner Bemühungen das Tempo an zuziehen wartete  Herrchen trotzdem nach jedem Anstieg und Abstieg auf ihn. Dank meinen Vierbeinantrieb hatte ich  dort klare Vorteile, Herrchen machte sich auch nicht so schlecht mit seinen Stöcken, den Speedcross und den unzähligen Höhenmetern aus dem Training in den Beinen. Die Downhills ging ich recht flott an und kassierte die meisten Läufer in meiner unmittelbaren Nähe ein, wurde dann aber auf den Gerade meist wieder eingeholt so dass ich nicht großartig Boden gut machte. War aber so auch gar nicht geplant, ich wollte auf den ekelig matschigen und teilweise überfluteten Downhills einfach nur meinen Spaß haben und den hatte ich. Es gab Unmengen entsetzter Blicke wenn Herrchen  „geh links, geh rechts…“ rufend, mich die Downhills Slalomlaufend herunter trieb. Klappte auch meistens ganz gut.
Gegen Ende kam ein ewig langer Downhill auf einer Waldautobahn mit teilweise recht groben Brocken. Im Grunde ging es ab km 29 die restlichen 5 km nur noch bergab was ich als echt anstrengend empfand. Herrchens Oberschenkel wollten da nicht mehr so ganz mitspielen, eventuell war ich einen der zahlreichen vorherigen Downhills zu schnell angegangen und hatte ihn überfordert. Egal, Schmerz ist nur Schwäche die den Körper verlässt, der soll sich nicht so anstellen. Erstaunlicherweise hat sein getapptes Knie keine Mucken gemacht. Gut so!
Rodrigo war trotz des langsamen Tempos im Gelände noch ziemlich fit als es dann für den letzten Kilometer auf Asphalt durch den Ort ging. Es lag wohl nur an der fehlenden Trittsicherheit im Gelände. Den Marathon auf der Straße läuft er wenn ich das richtig im Kopf habe um die 3:30….deutlich schneller als mein lahmes Herrchen.
Im Ziel angekommen gab’s dann die Medaille für Herrchen und ich wurden sogar von der Sprecherin erwähnt, ohne Herrchen wäre mir das wohl eher nicht passiert. Zielzeit lag dann bei 04:06:09 was den 9. Platz in der AK M30 für Herrchen bedeutete…liest sich gut. Aber 1. waren es auch nur 12 Starter, 2 liegt er mit Gesamt Platz 188 im hinteren Drittel und 3. wäre die Platzierung noch um einiges besser wenn er mal mein Tempo gehalten hätte…

Fazit für den gestrigen Tag: Gerne wieder, gerne auch wieder bei dem Sauwetter. Nur das Umziehen auf dem Parkplatz war dann doch etwas kalt. Wer hätte gedacht dass Herrchen Ende Mai da noch frieren muss??

Distanz: 34k
Höhenmeter: ca. 1400
Spaßfaktor: extrem hoch!

kurze Verschnaufpause für den Zweibeiner

 

 

Zieleinlauf auf 6 Pfoten

 

Verpflegungspunkt am Petersberg

 

und ich bleibe wieder unerwähnt….

 

 





Gefällt dir was du gelesen hast? Dann würde ich mich freuen wenn du den Beitrag fleißig in den sozialen Medien teilst und so auch anderen die Chance gibst meine Beiträge zu lesen. Ich freue mich ebenfalls über einen Kommentar von dir zum Thema.Wenn du möchtest kannst du diesen Blog auch auf Patreon unterstützen, ich würde mich sehr darüber freuen.
SaschaSascha

Vater, Läufer, Hundebesitzer. Ich laufe gerne weit und lange, am liebsten abseits der Straße oder breiter Wege. Ab und an teste ich Produkte, laufe Wettkämpfe oder sonstige Events und schreibe meine Eindrücke nieder. An Bestzeiten bin ich nicht interessiert.


Kommentar verfassen